Gewebeuntersuchung nach Fehlgeburt: „Das Ergebnis tröstete mich.“

Viel zu viele Frauen haben in ihrem Leben eine Fehlgeburt.

Und plötzlich gehört unsere Autorin Martina Steinbach dazu.

Hier erzählt sie uns, wie sie den Verlust erlebt hat – und warum ihr eine Gewebeuntersuchung eine große Last von den Schultern nahm:

„,Ich sehe keine Herztöne mehr.`

Was? Wie in Zeitlupe drehe ich den Kopf und schaue in das Gesicht meiner Frauenärztin. Ihre Stirn liegt in tiefen Falten, die Augen sind verkniffen, die Lippen fest aufeinander gepresst. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis ich verstanden habe, was dieser Satz bedeutet. Schließlich dachte ich vor wenigen Sekunden beim Blick auf den Ultraschall-Bildschirm noch: ,Oh, schön, gewachsen! Stimmt, aber mit dem Wachstum muss wohl etwa in Woche neun Schluss gewesen sein.

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Also vor gut 14 Tagen, in denen ich nichts (!) gemerkt hatte

Im Gegenteil: Mir war unfassbar übel, das ist doch ein gutes Zeichen für eine gesunde Schwangerschaft!? Ich hatte weder Bauchschmerzen oder Blutungen.

,Sind Sie sich sicher?`, bringe ich unter heftigem Schluchzen hervor. Meine Ärztin zeigt mir, wie durchblutetes Gewebe – von mir – und lebloses Gewebe – von unserem zweiten Wunschkind – aussieht.

Bei dem Würmchen zeigt der Ultraschall kein bisschen bunt an, alles ist grau. Wie die Welt um mich herum

,Was machen wir denn jetzt?`, frage ich wie in Trance. ,Der Fötus ist zu groß, Sie müssen in eine Klinik zur Ausschabung.`

Mein Baby! Ausschaben? NEIN!

Glücklicherweise erreiche ich meinen Mann genau zwischen zwei Meetings und er holt mich aus der Praxis ab. Auch er steht sichtbar unter Schock.

Eine innere Stimme sagt mir, dass ich die Klinikärztin an die Überweisung zur Gewebeuntersuchung erinnern muss. ,Was soll die bringen?`, fragt die definitiv Kinderlose erstaunt. Tatsache, sie hätte es unter Tisch fallen lassen, mein Mann und ich bestehen jedoch darauf.

Der nächste freie OP-Termin ist in fünf Tagen, am Tag vorher muss ich beim Anblick meines kleinen Babybauchs unter der Dusche nicht mehr weinen.

Der Eingriff ist keine große Sache, nach sechs Stunden bin ich wieder zu Hause. Ich tobe mit unserer dreijährigen Tochter, sauge ihre Lebendigkeit in mir auf und schaffe es, zu lachen.

Schon vor dem Tag, an dem meine Frauenärztin das Wort ,Abort` in meinen Mutterpass schrieb, hatte ich den Gedanken: ,Wenn das nicht klappt, gehst du einfach ganz viel joggen`.

Habe ich gemacht, die ganze Strecke geweint und mich selbst angeschrien: ,Ist es das, was du wolltest?`

Mutter erfährt Testergebnisse

Das Testergebnis machte meinen Verlust nicht besser… aber es stoppte einen zermürbenden Teil meiner Gedanken. Symbolbild Foto: Bigstock

Sicher nicht, aber ich wollte das Ergebnis der Gewebeuntersuchung

Am meisten quälte mich nämlich die Frage, was ich falsch gemacht habe. Zu viel Stress? Falsch gegessen? Mit 41 zu alt für eine Schwangerschaft?

Meine Frauenärztin rief mich drei Wochen nach der OP an. ,Ihr Kind hatte das Turner-Syndrom, ein Gen-Defekt, der nur bei Mädchen vorkommt.`

Dieser Defekt hat nichts mit dem Alter der Mutter zu tun, sondern ist schlichtweg eine Laune der Natur. Nur drei bis fünf Prozent der Betroffenen kommen zur Welt, Kleinwuchs und Unfruchtbarkeit sind häufige Merkmale, aber auch Organschäden und Herzfehler gehören dazu.

Manchmal deutet sich das Syndrom in der Nackenfaltenuntersuchung an, die wir eine Woche nach der Ausschabung gehabt hätten. Dann wären wir vielleicht vor einer Entscheidung gestanden, die niemand fällen möchte.

Daher bin ich – so hart es klingt – froh, dass für uns entschieden wurde

Im Gespräch mit Freundinnen stellt sich raus: Überraschend viele hatten schon eine Fehlgeburt, aber keine wusste von der Möglichkeit einer Gewebeuntersuchung.

Nicht immer kommt ein so eindeutiges Ergebnis heraus, aber das Schlimmste was passieren kann ist doch, so viel wie vorher zu wissen. Und die Chance, den Grund für ihren Verlust zu kennen, sollte sich meiner Meinung nach keine Frau entgehen lassen!“

Lieben Dank Martina, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast. Betroffene Mamas können ihren Frauenarzt auf die Möglichkeit einer Gewebeuntersuchung ansprechen.

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