Fünf Tote beim Schulfest: Wie gefährlich sind Hüpfburgen wirklich?

Rund 40 Kinder waren zur Weihnachtsfeier der Hillcrest Primary School in der kleinen Stadt Devonport (Tasmanien) gekommen. Es sollte ein wunderschöner Tag werden – voller Spaß und Ausgelassenheit. Dann kam eine Windböe und riss eine aufblasbare Hüpfburg in die Luft. Mehrere Schüler*innen fielen aus bis zu zehn Metern Höhe in die Tiefe. Fünf starben dabei, drei Jungen und zwei Mädchen, elf und zwölf Jahre alt. Drei weitere Kinder befindet sich derzeit noch in einem kritischen Zustand.

Die Stadt ist klein, hat gerade mal 30.000 Einwohner. Da kennt fast jeder eine betroffene Familie. Die Bewohner legten am Unfallort Blumen nieder und zündeten Kerzen an. „Dies ist eine der schlimmsten Zeiten, die wir je erlebt haben“, sagte Davenports Bürgermeisterin Annette Rockliff. Auch der australische Premierminister Scott Morrison meldete sich zu Wort, sprach den Betroffenen sowie den erschütterten Ersthelfern sein Beileid aus. Nun prüfen Ermittler, wie sich die Hüpfburg überhaupt aus der Verankerung lösen konnte.

Kann ich mein Kind unbesorgt auf die Hüpfburg lassen?

Dies war nicht das erste Mal, dass so etwas geschah. In Australien starb bereits 2001 eine Achtjährige, weil eine Hüpfburg nicht richtig verankert war.  Auch in Estland wurde 2015 eine Hüpfburg meterhoch in die Luft geschleudert, wobei zwei Kinder umkamen. Ein Jahr darauf stürzte eine Siebenjährige samt Hüpfburg in der britischen Grafschaft Essex einen Hügel hinunter. Die Kleine überlebte das Unglück nicht. Auch in China starben 2019 zwei Kinder bei einem vergleichbaren Unglück. Mit Verletzungen davon kamen elf Kinder, als vor drei Jahren in Berlin eine Hüpfburg zur Seite kippte.

Klingt beunruhigend, und was in Australien gerade geschah ist ganz, ganz schrecklich. Doch Anlass zur Panik  besteht nicht. Wenn man bedenkt, wieviele Hüpfburgen weltweit jährlich im Einsatz sind, bleiben Schicksale wie diese – furchtbare – Einzelfälle. Wichtig: Bei starkem Wind sollten Hüpfburgen gar nicht betrieben werden, auch kein gutes Zeichen ist es, wenn das Plastik „alt“ riecht und schon viele Flicken aufweist.

Wesentlich häufiger verletzten sich die Kinder aber beim Springen, weil sie zusammenstoßen oder unglücklich landen. Brenzlig wird das dann, wenn Kinder mit einem großen Alters- und Gewichtsunterschied gemeinsam springen. So wurde vor wenigen Jahren in Unterfranken ein Kleinkind aus einer Hüpfburg katapultiert, weil neben ihm mehrere Jugendlichen zugleich sprangen. Der Vierjährige erlitt schwere Kopfverletzungen – mit anhaltenden Folgen. Deshalb ist es wichtig, hüpfende Kinder immer zu beaufsichtigen, auch wenn sie schon etwas größer sind, damit ihr jederzeit eingreifen könnt.

Jana Stieler

Ich lebe mit Mann und Sohn im Süden Hamburgs – am Rande der Harburger „Berge“ (Süddeutsche mal kurz weghören: Der höchste Punkt misst immerhin sagenhafte 155 Meter ü. M.). Wenn ich nicht gerade einen Text verfasse, liebe ich Outdoor-Abenteuer mit meiner Familie, lange Buch-Badewannen-Sessions mit mir allein und abendliches Serien-Binge-Watching.

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