Trotz Partner das Gefühl, alleinerziehend zu sein:

Auf der einen Seite steht das Ideal: Wir teilen uns mit unserem Partner fair die Aufgaben im Haushalt und kümmern uns gemeinsam um die Kinder. Dafür gehen auch beide arbeiten und Geld verdienen.

Auf der anderen Seite die Realität: Jede dritte (!) berufstätige Frau in Deutschland fühlt sich trotz Partner alleinerziehend.

Zu diesem Ergebnis kommt jetzt die Working Mom Studie, die das rheingold Institut zusammen mit der Online-Plattform for-me-online.de des Konsumgüterherstellers Procter & Gamble (P&G) durchgeführt hat.

Befragt wurden rund 1.000 Frauen zwischen 20 und 50 Jahren, die Kind und Job unter einen Hut kriegen wollen.

Warum sich die Frauen alleinerziehend fühlen? Nicht etwa, weil der Partner 15-Stunden-Tage hat oder zum Arbeiten lange pendelt.

Sondern: Weil sie sich laut Studie vor allem vom „Familienmanagement“ herausgefordert fühlen. Auf gut Deutsch: Was mit den Kindern oder dem Haushalt zu tun hat, bleibt meist an ihnen hängen.

Die erschreckenden Zahlen:

1. Neun von zehn Frauen (89 Prozent) sehen sich als das Organisationstalent der Familie.
2. Jede zweite Mutter (51 Prozent) übernimmtdie Dinge lieber selbst, bevor sie sich mit dem Partner darüber auseinandersetzt.
3. Zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) sehen sich dazu gezwungen, sowohl Vater- als auch Mutterrolle zu übernehmen.
4. Und ein Drittel (32 Prozent) fühlt sich alleinerziehend trotz Partner oder betrachtet ihn gar als weiteres Kind (33 Prozent).

Damit alles läuft, meinen 68 Prozent der Frauen, dass sie immer 120 Prozent geben – also zwei von drei Frauen!

Sieben von zehn Frauen (72 Prozent) wollen immer alles perfekt machen.

Mit Erfolg? Leider nein! Fast die Hälfte der Frauen hat ein schlechtes Gewissen, entweder die Familie, den Partner, den Job oder Freunde zu vernachlässigen. Perfektionismus macht also nicht glücklich.

„Die Studie zeigt, dass berufstätige Frauen in Deutschland derzeit [für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie] nicht die optimalen Bedingungen vorfinden,“ weiß Kristina Bulle, Brand Director P&G.

„Hinzu kommt ein Machbarkeitsideal der Gesellschaft, das den Druck auf die Frauen erhöht. Wir sehen aber auch, dass sich ein Großteil der Working Moms noch zu wenig Unterstützung von ihren Partnern holt und oft zu hohe Ansprüche an sich selbst hat.“

Wir sagen: Schluss damit!

Mamas, lasst euch nicht mehr ausnutzen!
Aber bitte: Nutzt euch auch nicht mehr selbst aus!

Denn: Fast jede zweite Studienteilnehmerin (46 Prozent) gibt an, dass von ihren Bedürfnissen im Alltag nichts mehr übrig bleibt.

Nur vier von 100 Frauen können daheim beim Nichtstun zur Ruhe kommen!

Hey, das ist erschreckend! Wir dürfen uns doch im Alltag nicht so irre machen (lassen)!

Jetzt denkst du wahrscheinlich „leichter gesagt als getan“. Sorry, das ist es auch! Deswegen müssen wir – ja, wir (!) – die Initiative ergreifen und für eine Veränderung kämpfen.

Das ist zwar anstrengend, aber das einzige, was uns zum Ziel führt: Mehr Gleichberechtigung, mehr Zufriedenheit, mehr Entspannung – und damit glücklichere Beziehungen und glücklichere Kinder.

Und so kannst du in deinem Leben damit anfangen:

  1. Dein Partner: So unromantisch wie es klingt, aber nach der Geburt eines Kinder müssen die Rollen und Aufgaben noch mal neu verhandelt werden. Wer ist für was verantwortlich? Wer kümmert sich verlässlich wann und um was?Dein Partner zieht nicht mit? Dann schaffst du es vielleicht nur noch vier Tage die Woche abends zu kochen, ansonsten gibt es Abendbrot.
  2. Du selbst: Ja klar, wir wollen alle tolle Mamas sein – und das ist prinzipiell auch gut so! Aber dazu muss niemand perfekt sein. Die Kinder müssen nicht jeden Nachmittag ein ausgefeiltes Bastel-Programm haben. Ihr könnt auch mal eine Verabredung absagen, wenn ihr zu müde seid. Und ja: Man kann auch einen gekauften Kuchen zum Kitafest mitbringen, wenn man keine Zeit zum Backen hat.Für deine Kinder ist am wichtigsten: Dass du glücklich bist – und das hat nichts mit Selbstsucht von deiner Seite zu tun!

    Denn nur wenn du glücklich bist, kannst du dein Glück auch an sie weitergeben!
    In dem Sinne: Mach dich glücklich!Und fange noch heute damit an…
Tamara Müller

Als süddeutsche Frohnatur liebe ich die Wärme, die Berge und Hamburg! Letzteres brachte mich vor fünf Jahren dazu, die Sonne im Herzen zu speichern und den Weg in Richtung kühleren Norden einzuschlagen. Ich liebe die kleinen Dinge im Leben und das Reisen. Und auch wenn ich selbst noch keine Kinder habe, verbringe ich liebend gerne Zeit mit ihnen.

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