Diese Fragen bringen Eltern und Kinder ins Gespräch

Kommunikation ist einer der wichtigsten Faktoren in einer Beziehung, auch in der Beziehung von Eltern zu ihren Kindern. Doch gerade die klappt manchmal nicht sonderlich gut oder wird unterschätzt. Kinder erzählen eben nicht so gerne von sich, denken Eltern oft. Dabei sind es meistens wir Eltern selbst, die den Störfaktor in der Kommunikation darstellen.

Das behauptet unter anderem Psychologin Ulrike Döpfner, die darüber ein Buch (Der Zauber guter Gespräche: Kommunikation mit Kindern, die Nähe schafft“*, Beltz, 17,95 Euro) geschrieben hat. Sie meint, zunächst mal scheitere eine vertraute Eltern-Kind-Beziehung, in der man über alles sprechen kann, an der Motivation der Erwachsenen. Die lassen sich nämlich allzu gerne von ihrem hektischen Alltag – und ihren Smartphones – ablenken: „Es ist nicht so, dass Kinder und Erwachsene nicht mehr richtig kommunizieren können, aber wir müssen uns als Eltern heute bewusster als früher für Gespräche entscheiden, in denen man konzentriert aufeinander eingeht“, so Ulrike Döpfner gegenüber news4teachters.de. Sie schlägt vor, mindestens einmal pro Tag, beispielsweise beim Abendbrot, das Handy auszuschalten oder zumindest wegzulegen und sich voll und ganz auf das Gespräch mit seinem Kind zu konzentrieren.

Dabei sollte man sich als Elternteil aber bewusst zurücknehmen: „Eltern haben den natürlichen Impuls, die Gespräche mit ihren Kindern zu leiten und Ratschläge zu erteilen, dadurch fühlen sich Kinder oft gegängelt und nicht richtig wahrgenommen“, erklärt Döpfner. „Wir sollten uns daher wieder mehr aufs Zuhören besinnen und unseren Kindern die Möglichkeit geben, das Gespräch zu lenken und das zu sagen, was ihnen wichtig ist.“

In der Praxis stellt sich das aber oft schwierig dar. Viele Kinder, vor allem im Grundschulalter, sind recht wortkarg, und Fragen der Eltern wie „Wie war dein Tag?“ locken sie bestimmt nicht aus der Reserve.

Deshalb gibt Ulrike Döpfner Eltern in ihrem Buch 100 Fragen an die Hand, mit denen sie Gespräche beginnen können, bei denen sie ihre Kinder wirklich besser kennenlernen. Gedacht hat sie dabei an Kinder zwischen 4 und 12 Jahren, so Döpfner.

Ihre Fragen hat sie in sieben Kategorien eingeteilt, nämlich „Fantastische Szenarien“, „Wünsche“, „Favoriten“, „Einstellungen und Werte“, „Kreativität“, „Gegensätze“ und „Gefühle“:

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Fantastische Szenarien

  •  Wie stellst du es dir vor, wenn du unsichtbar sein könntest?
  • An welchen schönen Traum erinnerst du dich?
  • Welchen Albtraum hattest du schon mal?
  • Was würdest du tun, wenn es keine Schule mehr gäbe?
  • Wie glaubst du, würdest du zurechtkommen, wenn du einen Tag nicht reden dürftest?
  •  Wie stellst du es dir vor, erwachsen zu sein?

Wünsche

  • Wo würdest du gerne leben?
  • Wie würde dein Traumhaus aussehen?
  • Mit wem würdest du gern mal einen Tag verbringen?
  • Welche Filmfigur wärest du gerne?
  • Über welches Lob würdest du dich besonders freuen?
  • Was würdest du dir wünschen, wenn du einen Wunsch frei hättest?
  • Was würdest du gerne richtig gut können?
  • Gibt es etwas, was du gerne tun würdest, aber dich nicht traust?

Favoriten

  • Was ist dir am wichtigsten: Sehen, Hören, Tasten oder Riechen?
  • Welchen Gegenstand würdest du nie wegwerfen?

Einstellungen und Werte

  • „Was macht einen guten Freund aus?“ oder auch „Was kann man aus deiner Sicht tun, um Kriege zu verhindern?
  • Über welches Kompliment würdest du dich besonders freuen?
  • Was, glaubst du, geschieht nach dem Tod?
  • Was findest du angeberisch?

Kreativität

  • Was ist dir zuletzt richtig gut gelungen?
  • Wann ist dir das letzte Mal etwas sehr schwergefallen?
  • Was könntest du einer anderen Person beibringen?

Gegensätze

  • Was magst du lieber: Fragen stellen oder sie beantworten?
  • Wärst du lieber ein Hai oder ein Delphin?
  • Was findest du besser: das ältere oder das jüngere Geschwisterkind zu sein?

Gefühle

  • Wann war jemand schon mal neidisch auf dich?
  • Wann hattest du schon einmal richtig starke Angst?
  • Was war dir schon mal richtig peinlich?
  • Wann musstest du einmal richtig lachen?
  • Wann bist du das letzte Mal ungerecht behandelt worden?
  • Bei welchem Film musstest du weinen?
  • Wovor ekelst du dich ganz schlimm?
  • Über wen ärgerst du dich gerade?
  • Wem würdest du gerne deine Meinung sagen?
  • Wem würdest du gerne eine Freude bereiten?
  • Woran merkst du, dass dich jemand liebt?
  • Wer ist dein Lieblingsmensch?

Bevor wir jetzt allerdings mit dieser Liste auf unsere Kinder zugehen, sollten wir laut Ulrike Döpfner noch einige Regeln verinnerlichen. So sollen wir unseren Kindern auf keinen Fall das Gefühl geben, dass wir sie ins Verhör nehmen wollen.

Diese Fragen sind lediglich Startpunkte für Gespräche, die wir außerdem nicht mit unserer Erwachsenensicht kaputtmachen dürfen: „In solchen Gesprächen geht es gar nicht darum, wie realistisch etwas ist oder nicht, es geht einfach darum, sich etwas Schönes auszumalen und davon zu träumen. Kinder müssen nicht so realitätsnah wie wir Erwachsenen funktionieren, sie dürfen träumen und sich schöne Dinge ausmalen, deren Vorstellung ihnen guttut.“

Das heißt also, dass wir auf keinen Fall die Antworten der Kinder in der Realität prüfen sollen, wie beispielsweise mit Fragen: „Und wie willst du das alles bezahlen?“: „Wenn Kinder ihre Träume realistisch untermauern sollen, bringen wir sie zum Schweigen“, erklärt Ulrike Döpfner.

Immer im Hinterkopf behalten müssen Erwachsene also, dass „entscheidend ist, dass die Fragen alle keinen Nutzwert haben. Es geht darum, ein bisschen gemeinsam zu träumen und sich etwas auszumalen.“

Darüber hinaus müssen wir es vermeiden, Kindern nach oder gar bei der Beantwortung Etikettierungen zu vergeben: „Etikettierungen, ob positiv oder negativ, werden über Sprache vergeben. Sie ordnen ein, grenzen ein, weisen zu, lassen keinen Spielraum, sind unflexibel und spiegeln elterliche Erwartungen und Wünsche wider.“ Eine solche Etikettierung wäre beispielsweise „Wenn du das so gerne magst, dann wirst du bestimmt Arzt/Lehrer/Pilot/……“ oder aber auch „Du bist wirklich ein Rechengenie!“.

Außerdem plädiert Ulrike Döpfner für das „Aktive Zuhören“. Dabei gibt man keine Ratschläge und Tipps, sondern hört nur zu. Man wiederholt das, was das Gegenüber einem erzählt, mit anderen Worten und hilft, den Emotionen Ausdruck zu verleihen.

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Rebecca

Schon seit rund einer Dekade jongliere ich, mal mehr, mal weniger erfolgreich, das Dasein als Schreiberling und Mama. Diese zwei Pole machen mich aus und haben eines gemeinsam: emotionale Geschichten!

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