Experte warnt Eltern: „Kindern bloß kein High Five geben!”

Nach einem gemeinsamen Erfolgserlebnis oder einfach zwischendurch als Begrüßung: Ein High Five haben wir doch bestimmt alle schon einmal verteilt. Ohne bösen Hintergedanken geben auch viele Eltern ihren Kindern ein High Five. Doch einer hat etwas dagegen und warnt Erwachsene sogar davor, die Geste mit Kindern zu teilen. Aber wieso?

John Rosemond, Journalist für Elternthemen, schrieb in seiner Kolumne der Zeitung Omaha World-Herald, dass Eltern „endlich damit aufhören sollen”, bei ihren Kindern einzuschlagen. „Ich werde nie auf die erhobene Handfläche einer Person schlagen, die nicht mein Kumpel und über 21 Jahre alt, unabhängig, erwerbstätig ist und für ihren eigenen Lebensunterhalt aufkommt.

Das sind ganz schön viele Anforderungen für ein schnödes High Five mit Herrn Rosemond, oder?

Aber worauf möchte der 74-Jährige denn hinaus? Für ihn ist ein High Five zwischen „Doktor und Patienten, Richter und Angeklagtem, Arbeitgeber und Arbeitnehmer” und genauso auch zwischen Eltern und Kind „nicht angemessen”. Seiner Meinung nach sei Respekt vor Erwachsenen wichtig für die Entwicklung von Kindern und ein High Five damit nicht zu vereinbaren.

„Das Kind, das einem Erwachsenen ein High Five geben darf, hat die stillschweigende Erlaubnis, mit diesem Erwachsenen zu sprechen, als wären sie Gleichaltrige“, schrieb Rosemond. „Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie Ihrem Kind ein High Five geben und es dann mit Ihnen spricht, als wären Sie ihm ebenbürtig.

Oh je, das klingt ja fast so, als würden Eltern mit wenigen High Fives aus dem wohlerzogenen Nachwuchs respektlose Banausen machen.

Mal davon abgesehen, dass viele Eltern ihre Kinder nicht so autoritär erziehen möchten, wie offenbar von Rosemond vorgesehen, ist die Annahme, dass ein High Five dafür sorgt, dass Kinder zu respektlosen Menschen werden, mehr als fragwürdig. Man sollte doch meinen, dass dafür etwas mehr nötig ist als ein harmloses High Five.

Entsprechend reagieren viele Eltern auch spöttisch bis verärgert auf die Aussagen des 74-Jährigen. Schließlich gehört das Abklatschen für viele einfach dazu. Und auch Kinderpsychiater schütteln den Kopf über das High-Five-Verbot. So erklärt Dr. Lisa Lindquist, Mutter und Psychiaterin, dass die Geste für viele Kinder wie ein Lob funktioniere.

„Es gibt einem Kind das Gefühl der kompetenten Leistung und hilft ihm zu verstehen, wohin es seine Bemühungen bei zukünftigen Aufgaben richten muss“, sagte Lindquist dem Magazin TODAY. „Also nutzen Sie bitte das gelegentliche Erfolgs-High-Five, wenn Sie Ihrem Erstklässler sagen, dass er heute Abend hart gearbeitet hat, um die Matheaufgaben in seinem Arbeitsbuch zu lösen.“

Doch auch nach einer Welle der Kritik bleibt Rosemond bei seiner ursprünglichen Position.

Er schlägt Eltern vor, dass sie statt des High Fives lieber die Schulter ihres Kindes tätscheln oder ihm auf den Rücken klopfen sollen.

Was denkst du über das High-Five-Verbot: Findest du die Haltung nachvollziehbar oder ist das vollkommener Blödsinn? Verrate es uns gerne in den Kommentaren!

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Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg. Am liebsten erkunde ich mit ihm die vielen grünen Ecken der Stadt.

Auch wenn ich selbst noch keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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