Erzieherin: „Manche Eltern geben ständig Kekse und Säfte mit.”

„Ja, auch ich gebe meinen Kindern ab und zu Kekse. Ja, auch mal einen Saft oder Schokolade. Aber das, was ich in der Kita täglich erlebe, macht mich wirklich sauer. Ich verliere den Glauben an die Menschheit, wenn das so weiter geht.

Wie kann man seinen Kleinkindern täglich Süßigkeiten mitgeben?

Das werde ich nie verstehen. In meiner Gruppe sind gleich mehrere Eltern, die beratungsresistent sind. Die Kinder bekommen anscheinend nie Wasser zu trinken, sondern nur gesüßte Tees, Limonaden oder Fruchtschorlen. Hier noch mal für alle Eltern: Fruchtsäfte sind nicht gesund, die treiben den Blutzucker viel zu schnell viel zu hoch.

Die Saft-Kinder, wie ich sie nenne, sind oft auch die Kinder, für die tägliche Süßigkeiten normal sind: Kekse, dick Nutella und Butter auf dem Brot, Gummibärchen und Schokoriegel schauen mir fünfmal die Woche aus den Brotdosen entgegen. Ich kann mich inzwischen kaum überwinden, den Kleinen immer wieder diese Überdosis Zucker anzureichen. Da sind doch Diabetes, Übergewicht und andere gesundheitliche Folgen vorprogrammiert, wenn man Kinder an so eine Ernährung gewöhnt.

Es haut kein Kind um, wenn es mal einen gesüßten Saft und Kekse bekommt.

Aber ich sehe ja, dass das in den Familien eher die Regel als die Ausnahme ist. Selbstverständlich suchen wir das Gespräch mit den Eltern, haben schon Info-Veranstaltungen zum Thema „gesunde Ernährung” gegeben, aber nach ein paar Wochen landen dann doch wieder die alten ungesunden Klassiker in der Brotdose. Begründung einer Mutter: ‚Aber er mag es doch so gerne.‘ Da weiß ich dann auch nicht mehr, was ich dazu noch sagen soll.

Was mich besonders ärgert: Es gibt selbstverständlich auch viele Eltern, die auf eine ausgewogene Ernährung achten. Aber auch ihre Kinder wollen irgendwann den Schokobrotaufstrich und die Kekse haben, wenn sie sie bei den anderen Kindern immer sehen. Ich habe jetzt schon mehrfach gehört, dass Mamas und Papas zuhause diskutieren müssen, warum sie nicht die tollen Süßigkeiten bekommen, die Spielkameraden dabei haben.

Auch bei uns zuhause gab es schon Streitgespräche über bestimmte süße Säfte und Süßigkeiten.

Ich weiß also aus erster Hand, dass es schwer ist, den Kindern nicht zu viel zu verbieten, aber gleichzeitig zu vermitteln, was eine gesunde Ernährung bedeutet. Selbstverständlich kann man nicht alles von den eigenen Kindern fernhalten. Aber es ist doch wirklich nicht zu viel verlangt, dem Kind gesunde Lebensmittel in die Kita oder Schule mitzugeben, oder?

An alle Eltern, die immer noch denken, es ist okay, dem Kind täglich Süßigkeiten, Trinkpäckchen oder Weißbrot mit Nutella mitzugeben: Nehmt bitte Rücksicht auf die Gesundheit eures Kindes.


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Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg. Am liebsten erkunde ich mit ihm die vielen grünen Ecken der Stadt.

Auch wenn ich selbst noch keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Schon als Kind habe ich das Schreiben geliebt – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit so einem schönen Thema befassen. Das passt einfach!

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