„Ein kleiner Klaps hat mir doch auch nicht geschadet!“ Ganz sicher?

Es stimmt: Noch vor einigen Jahrzehnten war ein kleiner Klaps als Erziehungsmaßnahme durchaus weiter verbreitet als heute – und galt gemeinhin als völlig legitim.

Experten sagen, dass „körperliche Maßnahmen“ heute in der Erziehung deutlich seltener eingesetzt werden – verschwunden seien sie aber ganz sicher immer noch nicht. Dabei machen sich Eltern damit sogar strafbar. Denn seit dem Jahr 2000 haben Kinder auch per Gesetz das „Recht auf eine gewaltfreie Erziehung“. Schlagen Eltern ihre Kinder, können sie wegen Körperverletzung belangt werden.

Nun gibt es unter Eltern immer wieder die Diskussion, was denn „schlagen“ ist… Ist ein Klaps auf den Po oder eine „leichte Backpfeife“ denn wirklich so schlimm?

So hat eine Studie des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) aus dem Jahre 2016 ergeben, dass rund 44 Prozent der Befragten nichts gegen einen Klaps auf den Hintern einzuwenden hatten. Eine leichte Ohrfeige fand jeder Fünfte in Ordnung. Wie bitte!? Immerhin: Kindern mit dem Stock auf den Po zu schlagen oder ihnen eine Tracht Prügel zu versetzen, hielt hingegen kaum jemand für akzeptabel.

Erschreckende Zahlen, oder? Diplom-Pädagogin Katia Saalfrank hat diese Studie auf ihrer Facebook-Seite geteilt – und umfassend darüber aufgeklärt, wie gravierend die Folgen für die angegriffenen Kinder sind.  Ganz egal, wie leicht oder stark der Klaps denn nun ist.

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Das absolute Grundproblem: Kinder, die Schläge (und ja, dazu gehört unbedingt auch ein kleiner Klaps, das kann man nicht schönreden!) bekommen, erfahren keine Wertschätzung und werden in ihrem Urvertrauen zutiefst erschüttert – denn ihnen wird die Sicherheit genommen, dass sie bedingungslos geliebt werden.

In Konfliktsituationen mit ihren Eltern werden sie künftig häufig nur noch aus Angst reagieren. Denn innerlich rechnen sie ständig mit der nächsten Bestrafung.

Neben der Angst entwickelt das Kind eine große Wut – und den Wunsch nach Rache. Dieser richtet sich irgendwann gegen Geschwister oder andere Personen.

Ein weiteres großes Problem für die Entwicklung der zarten Psyche: Die Kinder lernen, völlig unlogische Argumente zu akzeptieren: „Wenn ich dir weh tue, geschieht es nur zu deinem Besten!“

Die Probleme ziehen sich bis ins Erwachsenen-Alter hin. Denn die Eltern fungieren als Vorbild für ihre Kinder – und sie bringen ihm Gewalt als legitimes Mittel bei. Vor allem lernen die Kinder von Anfang an, dass Liebe und Gewalt miteinander vereinbar sind!

Unterdrücken die Kinder ihre Rache-Wünsche über Jahre, bahnen diese sich manchmal erst im Erwachsenen-Alter ihren Weg nach außen. Dann aber natürlich um so heftiger.

Aus diesen – und auch zahlreichen anderen – Gründen ist ein kleiner Klaps keine harmlose Erziehungshilfe! 

Trotzdem kann es natürlich einmal passieren, dass Eltern sich nicht unter Kontrolle haben – auch, wenn sie Schläge eigentlich komplett ablehnen. Dann ist es laut Experten wichtig, sich danach bei dem Kind entschuldigen und ihm zu erklären, was da gerade geschehen ist. Sich selbst sollte man fragen, was da los war: Woher kam diese Aggression? Was kann ich tun, damit es nie wieder so weit kommt?

Wem öfter mal die Hand ausrutscht, der sollte sich unbedingt Hilfe suchen, z. B. beim zuständigen Jugendamt, einer Erziehungsberatungsstelle oder aber, und das ist häufig am förderlichsten, bei einer bindungs- und beziehungsorientierte Eltern- und Familienberatung wie der von Katia Saalfrank. (Kontakt und alle Infos unter www.familiensprechstunde-saalfrank.de)

Für alle, die mehr zum Thema Erziehung und Strafen wissen wollen: Katia Saalfrank hat ein tolles Buch geschrieben. Es heißt „Kindheit ohne Strafen: Neue wertschätzende Wege für Eltern, die es anders Nachen wollen.“ und ist u. a. bei Amazon für 17,95 Euro erhältlich.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer vierjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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