Ehrenamtlicher „Babykuschler“: Rentner hilft auf Intensivstation

Diese Geschichte geht ans Herz: Nachdem David Deutchman in Rente gegangen ist, sucht er sich eine neue Beschäftigung. Und die könnte wunderbarer nicht sein: Auf der Neonatologie eines Krankenhauses kümmert sich David um Frühchen und kranke Babys. Der Rentner arbeitet ehrenamtlich als professioneller Babykuschler.

David war als Rentner einfach langweilig

Bevor er in den Ruhestand ging, arbeitete David Deutchman im Marketing. Als Rentner wird es ihm allerdings schnell zu langweilig. „Ich wusste nichts mit meiner Zeit anzufangen“, erklärte er gegenüber massmutual.com. Er hält als Gastdozent einige Marketing-Vorträge an der Uni, bis er sich eines Tages dazu entschließt, in einer Kinderklinik nach einem ehrenamtlichen Job zu fragen.

Dann geht alles ganz schnell: „Ich habe fast sofort damit angefangen, Babys im Arm zu halten,“ so David. „Und ich habe es einfach geliebt.“ Das war vor rund 13 Jahren. Seitdem kommt er zwei Mal pro Woche in die Kinderklinik und kuschelt mit Frühchen und kranken Babys auf der Intensivstation. Die Kleinen müssen oft Wochen oder sogar Monate in der Klinik bleiben. Und ihre Eltern können nicht rund um die Uhr an ihrer Seite sein. Viele haben ältere Geschwisterkinder zu Hause oder müssen irgendwann wieder arbeiten.

So hilft das Halten den Babys

Wenn Mama und Papa nicht da sind, leistet David den Kleinen Gesellschaft. Er wiegt sie sanft in seinen Armen und gibt ihnen das Gefühl von Geborgenheit. Studien belegen außerdem, dass viel Körperkontakt sowohl die körperliche als auch die psychische Gesundheit der Kleine fördert. Und nicht nur das: Er kann sogar helfen, ihre Schmerzen zu lindern.

Die Schwestern nennen David den „Babyflüsterer“

Die Babys auf der Intensivstation genießen Davis Nähe. Wenn ein Baby weint und schreit, nimmt er es auf den Arm, und es beruhigt sich schnell, erzählt der Rentner in der Dokumentation „Great Big Story“ auf YouTube (und hier ganz unten auf der Seite). Dort ist auch zu sehen, wie er einem Säugling sanft über den Kopf streicht und flüstert „It’s okay“ (alles ist gut).

Die Krankenschwestern haben David deshalb schnell einen neuen Spitznamen gegeben: Bei ihnen heißt er inzwischen „der Babyflüsterer“. „Wenn er ein Baby auf den Arm nimmt, kann man sehen, wie es sich entspannt, weil David so entspannt ist“, erzählt eine der Schwestern in der Doku.

David ist auch für die Eltern da

Und nicht nur den Kleinen hilft der Rentner in dieser schwierigen Zeit: Auch für die Eltern ist er eine große Hilfe und eine emotionale Stütze. Einige brauchen jemanden zum Reden, eine feste Umarmung oder einfach das Gefühl, dass jemand da ist.

„Die meisten Zeit auf der Neonatologie halte ich entweder ein Baby oder die Hand einer Mama“, erzählt David. Die Frühchen-Mütter seien natürlich emotional sehr gestresst und froh darüber, dass sie mit jemandem reden könnten. Auf der Kinderintensivstation habe er sogar mehr mit den Eltern zu tun als mit den Babys selbst. Dort sei es ebenfalls wichtig, dass sie jemanden hätten, mit dem sie sprechen könnten, und der sie auch mal auf andere Gedanken bringe. „Manchmal bitte ich sie einfach, mir etwas von ihrem anderen Kind zu erzählen“, so der Rentner.

Inzwischen haben übrigens auch viele andere Krankenhäuser erkannt, wie wertvoll Babykuschler sind, und bieten ebenfalls ehrenamtliche Stellen an.

Die Dokumentation über David Deutchman und seinen Job als Babykuschler seht ihr im YouTubeKanal „Great Big Story“:

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

Alle Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.