Dyspraxie: Dein Kind ist tollpatschig? Vielleicht steckt mehr dahinter!

Der kleine Leon schmeißt immer wieder Gläser um, kämpft beim Anziehen jedes Mal mit seiner Jacke und hat eine auffallend unbeholfene und krakelige Schrift. Immer wieder seufzen seine Eltern genervt und stellen fest: „Unser Kind ist ein Tollpatsch!” Aber stimmt das überhaupt oder steckt womöglich Dyspraxie hinter dem tapsigen Verhalten von Leon?

Dyspraxie kann Ursache von Tollpatschigkeit sein

Kinderpsychiater Michael Schulte-Markwort mahnt jetzt nämlich, das so eine scheinbare Tollpatschigkeit Anzeichen einer Dyspraxie sein könnten. Bei etwa der Hälfte aller betroffenen Kinder würde diese Krankheit übersehen, wie der Focus berichtet. Dabei brauchen diese Kinder Unterstützung und Hilfe, denn Kinder die an Dyspraxie leiden, sind nicht bloß unbeholfen.

Zunächst gibt es eine Entwarnung für alle Mamas, die sich nun schon große Sorgen um ihre „tollpatschigen” Kinder machen. Denn die Dyspraxie ist nicht mehr als eine Schwäche der Auge-Hand-Koordination. Für viele Eltern ist es eine Erleichterung, die Diagnose zu bekommen, weil sie so viele kleine Schwierigkeiten im Leben des Kindes erklärt.

Angeborene Schwäche, mit der Kinder aber gut leben können

Auch für die Kinder ist es eine Hilfe, wenn sie selbst und auch ihr direktes Umfeld von der Dyspraxie wissen. Schließlich ist nach der Diagnose klar: Sie stellen sich nicht doof an, sondern ihre manchmal etwas ungelenk wirkenden Bewegungen sind eine angeborene Schwäche, für die sie nichts können. Egal, wie sehr sich die Betroffenen anstrengend, sie können es schlicht nicht besser.

Das bleibt übrigens auch ihr Leben lang so, allerdings lernen die Kinder in der Regel schnell, damit umzugehen. Den Eltern fällt meistens schon sehr früh auf, dass ihre Kinder Probleme mit bestimmten motorischen Fähigkeiten haben. So haben manche Betroffene schon als Baby Probleme mit dem Saugen und Schlucken. Später wird das Laufenlernen zur Herausforderung.

Manche Dyspraxie-Patienten haben auch beim Sprechen Probleme

Alles Üben scheint dann nichts zu bringen, das lässt Frust entstehen – auf allen Seiten. Eine Diagnose erfolgt leider erst mit der Einschulung, denn auch das Schreiben fällt betroffenen Kindern schwer. Sie brauchen auffallend lange, um Worte aufs Papier zu bringen und oft ist das Ergebnis dann nur schwer zu entziffern.

Manchmal macht sich diese Krankheit auch beim Sprechen bemerkbar. Bei verbaler Dyspraxie dauert es auffällig lange bis die Kinder Antworten formulieren, es wirkt fast so, als ob sie stottern.

Kinder mit Dyspraxie sind nicht „dümmer” als andere

Leider werden Heranwachsende, die unter dieser Krankheit leiden, von ihrem Umfeld oft ein wenig belächelt und eben als „tollpatschig” oder sogar als dümmlich hingestellt. Das wird ihnen aber überhaupt nicht gerecht, denn sie sind genauso schnell in der Lage, Inhalte zu verstehen, wie andere Kinder. Nur das Aussprechen oder Aufschreiben macht ihnen Probleme.

Zuverlässig diagnostizieren lässt sich die Krankheit erst im Vorschulalter, es sind allerdings nur fünf bis acht Prozent aller Kinder betroffen. Und selbst wenn euer Kind tatsächlich zu dieser kleinen Gruppe gehören sollte, muss das nichts Schlimmes bedeuten. Das beste Beispiel dafür ist der Kinderpsychiater Michael Schulte-Markwort selbst.

„Die Welt kann froh sein, dass ich kein Chirurg geworden bin.“

Er scheiterte in seiner Kindheit zum Beispiel immer wieder an Laubsägearbeiten, weil er das Sägeblatt zerriss. Er sagt dem Focus dazu: „Die Welt kann froh sein, dass ich kein Chirurg geworden bin.“ Bei ihm konnte schon frühzeitig eine Diagnose gestellt werden, weswegen er sich heute dafür einsetzt, dass Kinder mit Dyspraxie nicht länger übersehen werden.

Lena Krause

Ich lebe mit meinem kleinen Hund Lasse in Hamburg und bin dort immer gerne im Grünen unterwegs.

Auch wenn ich selbst noch keine Mama bin, gehören Babys und Kinder zu meinem Leben dazu. Meine Freundinnen machen mir nämlich fleißig vor, wie das mit dem Mamasein funktioniert und ich komme als „Tante Lena“ zum Einsatz.

Seit ich denken kann, liebe ich es, zu schreiben – und bei Echte Mamas darf ich mich dabei auch noch mit dem schönsten Thema der Welt auseinandersetzen. Das passt einfach!

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