Dreimonatskolik, Trotzphase, Schulzeit? DAS ist (angeblich) das schwierigste Alter

Mein Sohn ist gerade sechs geworden. In seinem ersten Jahr haben wir nicht eine Nacht durchgeschlafen. Mit drei war er ein Vollprofi im Neinsagen und darin, sich keinen Millimeter vom Fleck zu bewegen, wenn man das Haus verlassen wollte… Manchmal war ich echt fertig. Aber sobald wir eine Phase hinter uns hatten, spürte ich mindestens soviel Wehmut wie Erleichterung, denn: Ich dachte eigentlich in jedem Alter, dieses sei das schwierigste – und auch das schönste!

Nun habe ich erfahren, dass ich mich besser auf eine Überraschung gefasst machen sollte: Laut einer Umfrage unter amerikanischen Eltern ist… tatatataaa … acht das schwierigste Alter. Ehrlich jetzt? Und ich dachte, da seien die Kinder aus dem Gröbsten raus? Trotzdem war sich der Mehrheit der 2.000 Befragten einig, dass die Acht sie an den Rand der Verzweiflung getrieben hat.

Darum drehen Achtjährige manchmal durch

Beim genaueren Hinsehen ist das gar nicht mehr so unwahrscheinlich: Mit acht sind eure Kinder schon so groß, aber immer noch klein. Sie sind bereits ganz eigene, aufregende Persönlichkeiten, die schon seit einer ganzen Weile immer unabhängiger von euch werden, aber am Ende des Tages doch noch eure tröstende, liebevolle Umarmung brauchen. Und das alles, während die Hormone ihren kleinen Körper (wirklich!) schon auf die Pubertät vorbereiten. Forscher stellten fest, dass Kinder in diesem Alter oft einen Hormonanstieg erleben, der trauriger oder wütender, in jedem Fall aber emotionaler macht. Offenbar kann das, was eure kleinen Großen in der zweiten Klasse durchmachen, sogar extremer als die Pubertät selbst sein.

Sie brauchen immer noch eure Hilfe

Das ist also die schwerste Zeit für die Eltern? Dann aber auch für die Kinder! Wenn also euer achtjähriges Kind, von dem ihr  schon etwas mehr Vernunft gewohnt wart, euch Türen vor der Nase zuknallt und beleidigende Worte brüllt: Sagt ihm ehrlich, dass es euch verletzt hat. Aber erst, wenn ihr euch beide beruhigt habt. Nehmt es in den Arm, sobald es das zulässt, und lasst das Mitgefühl über den Ärger gewinnen. Dann seid ihr für die Pubertät gewappnet.

In der Umfrage sagten die Eltern übrigens auch: „Egal, was vorher passiert ist, hatten wir zu unserem Kind, als es erwachsen wurde, ein gutes und freundschaftliches Verhältnis.“  Auch wenn der Spruch „Alles nur eine Phase“ ins stressigen Momenten nervt, ist es vielleicht doch ein kleiner Trost zu wissen, dass am Ende (meist) alles gut ausgeht.

Habt ihr schon ältere Kinder und könnt die Erfahrung bestätigen, dass acht ein besonders schwieriges Alter ist? Welche Phase hat euch besonders gefordert?

Jana Seidel

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