Der „kleine Klaps“: Jeder Zweite (!!!) findet Gewalt gegen Kinder okay

Eigentlich haben Kinder ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung, das ist in Deutschland seit 20 Jahren gesetzlich geregelt. Aber leider nur eigentlich, die Realität sieht wohl noch immer anders aus. Denn eine Umfrage zeigt jetzt, dass jeder Zweite in Deutschland Gewalt gegen Kinder okay findet!

„Ach, ein Klaps auf den Hintern hat doch noch niemanden geschadet!“ Diese Einstellung haben wohl immer noch knapp die Hälfte aller Deutschen. Das legen zumindest die Ergebnisse einer Studie der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie Ulm, des UN-Kinderhilfswerks Unicef und des Deutschen Kinderschutzbunds nahe. Eine Ohrfeige hält demnach zumindest noch jeder Sechste für zulässig.

Opfer werden zu Tätern

Ergebnisse, die deutlich zeigen: Es mangelt offenbar immer noch an Aufklärung bei den Eltern. Denn eigentlich ist schon lange bekannt, welche weitreichenden und traumatischen Folgen körperliche Gewalt in der Erziehung hat. Dass Gewalt häufig zu neuer Gewalt führt, belegen zahlreichen Studien. Die Opfer werden leider häufig selbst zu Tätern. Das gilt auch für die häufig verharmlosten „leichten Schläge“ und „Klapse“, wie eine Metaanalyse der Universität Texas schon 2016 zeigte. Je häufiger Kinder diesen ausgesetzt sind, desto höher ist ihr Risiko, im Laufe ihres Lebens psychische Probleme zu entwickeln.

Wer selbst Gewalt erlebt, hält diese oft für zulässig

Einen großen Einfluss auf die Bewertung von körperlicher Gewalt gegenüber Kindern hat die eigene Erfahrung. Wer also selbst Gewalt erfahren hat, stimmt eher der Aussage zu, dass es okay ist, seinem Kind einen Klaps auf den Hintern zu geben. Genauer gesagt zeigten die jüngsten Umfrageergebnisse, dass die Wahrscheinlichkeit fast 16 Mal (!!!!!) höher ist, als bei Menschen, die gewaltfrei erzogen wurden.

Immerhin: Insgesamt sind heute weniger Menschen mit Gewalt gegen Kinder einverstanden als noch vor 20 Jahren. Trotzdem bleibt offenbar noch viel zu tun, denn erschreckend viele Menschen sind sich der schlimmen Folgen immer noch nicht bewusst.

Lena Krause

Als Wahlhamburgerin könnte ich mir keine schönere Stadt vorstellen, um dort zu leben. Gemeinsam mit meinem kleinen Hund Lasse bin ich gerne im Grünen unterwegs und erkunde die vielen, tollen Ecken Hamburgs. Das Schreiben hat mir schon immer Spaß gemacht und deswegen war für mich schnell klar, dass ich diese Leidenschaft zum Beruf machen möchte.

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