Dein Kind ist still und lieber für sich? 7 Gründe, warum das gut ist

Du liebst dein Kind. Von ganzem Herzen. Egal, wie es aussieht. Egal, wie es sie verhält. Denn es ist dein liebster Schatz!

Doch zugegeben: Manchmal machst du dir trotzdem Sorgen.

Wenn es beim Spielen zuschaut, statt mit den anderen Kindern dem Ball hinterherzurennen.Wenn es allein in der Ecke sitzt und in einem Buch blättert, statt gemeinsam ein Puzzle zu machen.

Ja, introvertierte Kinder werden von uns Eltern und Außenstehenden oft misstrauisch beobachtet – leider und völlig unnötig!

Denn „introvertiert“ heißt nichts anderes, als dass dein Kind gerne Zeit mit sich selbst verbringt. Es muss nicht dauernd beschäftigt werden, sondern mag sich und seine Ruhe.

Weil man eher auf die lauten und lebhaften Kinder schaut (die sog. „extrovertierten“), wird den introvertierten oft unterstellt, dass sie nervös und schüchtern seien und keine Lust auf andere Kinder hätten.

Doch das stimmt NICHT.

Introvertierte ruhen eher in sich selbst. Ihre Stimmung ist nicht so sehr von außen abhängig. Und das ist gut so. Auch für das spätere Leben.

Hier sieben Gründe von der Psychologin Renee Jain, warum du dir um dein Kind keine Sorgen machen musst.

  1. Fast jedes zweite Kind ist introvertiert..
    …schätzen die Experten. Dein Kind gehört also nicht zu einer kleinen Minderheit, sondern zu einer großen Bevölkerungsgruppe. Von einem Außenseiter kann deshalb wirklich niemand sprechen.
  2. Dein Kind schließt tiefe Freundschaften
    Wahrscheinlich mag dein Schatz keine laute Musik oder trubelige Geburtstagspartys – warum auch? Viel lieber verbringt er intensiv Zeit mit Freunden. Da Introvertierte gute Zuhörer sind, schließen sie innige, sogar lebenslange Freundschaften. Und gute Freunde sind Gold wert.
  3. Dein Kind hat tolle Ideen
    Ein Kind, das viel nachdenkt und Informationen gut verarbeitet, kann viele interessante Ideen entwickeln und ausführen. Es kann auch besser auf seine innere Stimme hören und weiß, was ihm gut tut.
  4. Dein Kind kann eine gute Führungspersönlichkeit werden
    Das ist überraschend, wenn jemand doch eher als still und zurückhaltend gilt?! Aber es stimmt. Denn in sich ruhende Personen behalten in Krisensituationen eher einen klaren Kopf, sie denken nach, bevor sie sprechen und sie stellen die richtigen Fragen. Alles Eigenschaften, die eine gute Führungspersönlichkeit braucht.
  5. Dein Kind kann gut Probleme lösen
    Es ist tatsächlich so:Introvertierte haben mehr graue Substanz im vorderen Hirnbereich. Das bedeutet: Sie haben quasi mehr Grips in der Kommandozentrale des Gehirns, in der man komplexe Probleme löst, Informationen verarbeitet und Entscheidungen fällt. Dein Kind kommt also leichter zu gut durchdachten Lösungen.
  6. Dein Kind kann gut beobachten
    Eine Fähigkeit, die du nicht unterschätzen solltest! Denn Introvertierte können sich sehr gut an Ereignisse und Details erinnern. Das heißt, sie behalten ihre eigene Lebensgeschichte besser im Kopf, aber auch das, was andere Menschen ihnen erzählen. Ist es nicht sehr sympathisch, wenn sich jemand daran erinnert, was beim letzten Mal gesprochen wurde?
  7. Dein Kind ist fair und verlässlich
    Das klingt langweilig, es sind aber Riesen-Vorteile! Da introvertierte Menschen gut organisiert sind, halten sie normalerweise ihre Versprechen und fallen nicht durch spontane Aktionen auf, die sie später bereuen. Sie ergreifen auch nicht unüberlegt Partei, sondern hören sich erst alle Seiten und Argumente an, bevor sie ein Urteil fällen.Wenn also dein Kind das nächste Mal in der Ecke sitzt und du es am liebsten anstupsen möchtest: Lass es!Denn jeder Mensch ist anders:
    Und das hat auf jeden Fall Vorteile!
Tamara Müller

Als süddeutsche Frohnatur liebe ich die Wärme, die Berge und Hamburg! Letzteres brachte mich vor fünf Jahren dazu, die Sonne im Herzen zu speichern und den Weg in Richtung kühleren Norden einzuschlagen. Ich liebe die kleinen Dinge im Leben und das Reisen. Und auch wenn ich selbst noch keine Kinder habe, verbringe ich liebend gerne Zeit mit ihnen.

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