Das Kuscheltier ist dreckig, kaputt oder verloren? Die besten SOS-Tipps:

B-Ä-R. Drei Buchstaben, die im Leben meiner Tochter eine große Bedeutung haben. Bär ist ein großer, wuscheliger Teddy und der allerbeste Freund meiner zweieinhalbjährigen Tochter. Als sie ihn zu ihrem ersten Weihnachten von Onkel Oli bekommen hat, war Bär fast so groß wie sie. Inzwischen hat sie ihn längst überholt, aber mit ihr ist auch ihre Liebe zu ihm gewachsen.

Bär tröstet sie, wenn Mama gemein ist. Bär wird auch mal ruppig geknufft, wenn ein Trotzanfall droht (und ich nicht in Armlänge bin). Bär liest mit uns Bilderbücher. Bär wird gewickelt. Bär wird so verliebt angeguckt, dass ich fast eifersüchtig werde. Und ganz klar: Bär schläft mit meiner Tochter im Kinderbett – auch, wenn er da ganz schön viel Platz wegnimmt.

Vor kurzem schrie meine Tochter nachts laut auf, mein Freund ging in ihr Zimmer, um nach ihr zu sehen. Durchs Babyphon hörte ich sie völlig verstört schreien: „Bär! Wo ist Bär?“ Er lag hinter ihr. Als das geklärt und der Teddy wieder im festen Schwitzkasten war, schlief sie sofort weiter.

Der Bär meiner Tochter ist einfach ein Superbär, er geht sogar aufs Töpfchen (Foto: Echte Mamas)

So rührend und süß das Ganze ist, an dieser Stelle wurde mir doch etwas schwummrig. Was sollte denn passieren, wenn Bär mal verloren gehen würde? Wenn er kaputt geliebt würde? Und: An sich bräuchte er dringend mal eine Wäsche – aber bei dem zotteligen Fell wäre er dann ja sicher zwei Tage klitschnass. Und somit als Kuschelfreund außer Gefecht gesetzt!

Zeit, sich mit dem möglichen Ernstfall zu beschäftigen. Und ja, ich habe eine Lösung gefunden. Oder zumindest Rettungs-Tipps, die einen Versuch wert sind. Denn ich weiß, dass die grenzenlose Bärenliebe meiner Tochter kein Einzelfall ist.

Also: Was können wir Mamas tun, wenn…

… ein Kuscheltier so richtig dreckig ist?

„Dreckig“ ist ja tatsächlich eine Definitionssache… Wir Mamas würden das Stofftier am liebsten sofort in die Waschmaschine werfen – am besten im Kochwäsche-Programm, bäh! Doch der über die Monate „herangezüchtete“ Eigengeruch des Fells ist eines der Geheimnisse dieser tiefen Freundschaft. Das Kind empfindet ihn als heimelig, eine Nase voll davon spendet viel Trost.

Doch manchmal lässt sich eine Wäsche nicht vermeiden, z. B. wenn der Teddy in den Matsch gefallen ist oder Hasis Ohren ins Gulasch getunkt wurden. Dann findet man auf dem Etikett sicher eine Waschanleitung. Falls dieses abgeschnitten oder schon unlesbar verblichen ist, gehen wir lieber auf Nummer sicher. Stofftiere überleben in der Regel einen Feinwaschgang bei maximal 30 Grad und wenig Schleuder-Umdrehungen. Woran ich noch nicht gedacht hatte, weil wir keinen besitzen: Nach dem Waschen können sie in den Trockner – am besten zusammen mit einigen Handtüchern, die schützen zusätzlich. Zwanzig Minuten im Schongang, und schon kommt das Tier sauber, (fast) trocken und sogar superflauschig heraus.

Wichtig ist dabei, dass das Kind behutsam mit einbezogen wird. Denn das Waschen liegt ausschließlich in unserem Interesse und wird von ihm im besten Fall toleriert. „Bello muss heute auch mal baden, wie du immer!“ oder „Platschi fährt heute Wasserkarussell, der hat´s gut!“ – jede Mama wird einen kleinen Kniff finden, um ihrem Kind das Bad des besten Freundes ein wenig schmackhafter zu machen. Natürlich schaut man dann mit dem Kind zusammen zu, wie sich sein kuscheliger Freund lustig in der Trommel dreht. Notfalls das ganze Waschprogramm lang. Mit Tee und Keksen.

… ein Kuscheltier kaputt ist?

„Love hurts…“ Auch, wenn die Jungs von Nazareth bei diesem Kuschelrock-Klassiker sicher etwas anderes im Sinn hatten: Manche Stofftiere machen bei all der Liebe in einer Langzeitbeziehung irgendwann schlapp. Wenn nur eine Naht offen ist, können wir diese vorsichtig selber zunähen, klar. Ein abgefallenes Auge kann ebenfalls wieder angenäht oder angeklebt werden. Wenn das Tier seine Form verändert (passiert uns Menschen in Langzeitbeziehungen ja auch oft, ha, ha), liegt es daran, dass die Füllung klumpt oder sich verschiebt. Hier kann man in Bastelläden Füllwatte kaufen, mit der man das Tier neu ausstopft. Wichtig ist, dass die Ersatzfüllung eine ähnliche Struktur wie das Original hat, damit das Kuscheltier keine härteren oder weicheren Stellen hat.

Ist die „Verletzung“ des Tieres aber doch zu groß oder man traut sich die Reparatur schlichtweg nicht zu, gibt es Hilfe vom Profi. Einige Hersteller, wie z. B. Steiff, bieten einen eigenen Reparatur- und Ersatz-Dienst für ihre Produkte an. Für alle anderen Lieblinge gibt es in jeder Stadt „Stofftier-Kliniken“ oder Ähnliches. Einfach mal bei den Herstellern anrufen oder im Internet stöbern.

… ein Kuscheltier verschwunden ist?

Wir halten es von Anfang an so, dass Bär im Alltag zu Hause bleibt. Anfangs nur aus praktischen Gründen – wie schon ein paar Mal erwähnt, er ist WIRKLICH groß! Inzwischen halten wir uns auch daran, weil die Angst vor Verlust richtig groß ist. Der Spruch, der bei unserer Tochter wirklich zieht: „Bär wartet hier auf dich, er passt auf die Wohnung auf, während wir weg sind!“ Im Urlaub oder bei auswärtigen Übernachtungen sieht das Ganze natürlich anders aus – da muss Bär mit. Wenn er dann weg wäre? Der absolute Super-GAU! Das würde meiner Tochter das Herz brechen.

Ist das liebste Stofftier verschwunden, braucht unser Kind dringend unseren Beistand. Auch, wenn uns vielleicht Sprüche wie „Ist doch nicht schlimm, du hast doch noch so viele andere Kuscheltiere!“ oder „Selbst schuld, immer musst du Hasi mitschleppen!“ auf der Zunge liegen – sie machen natürlich alles nur noch schlimmer.

Ist das Schmusetier nach einem Spaziergang o. ä. verschwunden, können wir noch einmal den Weg zusammen absuchen und im besten Fall sogar ein Gesuch mit Foto an Laternenmasten anbringen.

Kommt das Plüschtier aus dem Urlaub nicht mit nach Hause, können wir bei Raststätten, Campingplätzen, Hotels, Restaurants anrufen. Flughäfen und Bahnhöfe haben Fundbüros. Der Flughafen Glasgow hat kürzlich sogar ein reizendes Video mit allen Stofftieren, die dort ihren Besitzer verloren haben, ins Netz gestellt:

Apropos Netz: Auch auf speziellen Seiten kann man nach verlorenen Stofftieren suchen, dazu gehörenkuscheltier-vermisst.de oder kuscheltier-oase.de. Und auch ein Gesuch in lokalen Facebook-Gruppen hat schon so manchen Liebling wieder nach Hause zu seinem kleinen Besitzer gebracht.

Eine gute Maßnahme zum Vorbeugen: Sobald klar ist, welches der meist vielen Stofftiere unseres Kindes DAS Stofftier ist, können wir ein zweites besorgen. Dieser flauschige Klon wartet dann im Schrank auf seinen (hoffentlich nie kommenden) Einsatz. Uns sollte aber klar sein, dass unser Kind den quasi fabrikneuen Doppelgänger sofort entlarvt. Einige Eltern schwören daher darauf, die beiden Zwillinge dem Kind im Wechsel zu geben, damit beide nicht mehr allzu neu (fremd!) duften und aussehen.

Eine andere Variante ist, im Fall der Fälle ganz offen Ersatz anzubieten: „Leo, der II.“. Oder so. Er wird sicher nicht sofort das Herz unseres Kindes erobern, aber er hat eine reelle Chance, nach einer angemessenen Trauerzeit der neue Favorit zu werden.

Haben wir verpasst, einen Doppelgänger zu kaufen, können wir den Hersteller kontaktieren. Manche Firmen bieten für genau solche Fälle einen SOS-Service an, der auch ein paar Tiere parat hat, die es im Handel nicht mehr gibt.

Manchmal ist aber auch ein ganz neues Tier, das sich unser Kind im Laden aussuchen darf, die bessere Lösung. Denn eine Kopie ist ja selten so gut wie das Original. Ich würde einfach meine Tochter fragen, was ihr lieber ist.

Eine ganz reizende Idee: Das verlorene Stofftier könnte dem Kind einen Brief von unterwegs schreiben. Das braucht natürlich eine ganze Menge Kreativität und vor allem ein gutes Gespür. Hilft dies dem Kind eher oder reißt es eher alte Wunden wieder auf („Und wann kommt Teddy wieder nach Hause!?“)?

Mit all diesen Tipps fühle ich mich zumindest ein bisschen besser für Not-Situationen mit Bär gewappnet. Trotzdem hoffe ich natürlich, dass Bär einfach so lange gut in Form und vor allem bei uns bleibt, wie er wichtig für meine Tochter ist. Nur das Thema Waschen… ich rufe gleich mal meine Freundin an, die einen Trockner hat.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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