Corona-Maßnahmen in Kitas: Schnelltests für erkältete Kinder?

Derzeit gibt es für alle Eltern von Kita-Kindern eine ganz große Furcht: Nämlich die, dass ihr kleiner Schatz morgens mit einer laufenden Nase aufwacht oder aber, vielleicht noch schlimmer, hustet.

Denn das bedeutet in der Regel, dass die Erzieher die Kleinen wieder nach Hause schicken.

Wie wir hier schon berichtet haben, dürfen in den meisten Bundesländern die Einrichtungen die Kleinen auch bei leichten Erkältungssymptomen nicht betreuen. Oder sogar auch bei anderen Symptomen, so heißt es beispielsweise in der „Handreichung für die Kindertagesbetreuung“ in Nordrhein-Westfalen: „Kinder dürfen generell nicht betreut werden, wenn sie Krankheitssymptome aufweisen. Die Art und Ausprägung der Krankheitssymptome sind dabei unerheblich.“

Es ist total verständlich, dass zur Zeit strengere Vorgaben gelten, um die Erzieher/innen zu schützen und es möglichst zu vermeiden, dass das Virus während des Spielens fröhlich weitergegeben wird. Infektiologe Prof. Dr. Matthias Stoll von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) gibt gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland zu Bedenken, dass der Beruf des Erziehers es kaum zulässt, Abstandsregeln einzuhalten. Zudem sind Kindergartenkinder von der Maskenpflicht befreit, sodass das Virus im schlimmsten Fall ungehindert übertragen werden könne.

Und trotzdem ist die aktuelle Lösung alles andere als ideal.

Denn Kita-Kinder schnupfen oder husten eigentlich… immer. Die Kinderkrankentage der Eltern sind schnell aufgebraucht, und dann? Experten warnen schon vor einem „Eltern-Kollaps“.

Je nach Bundesland gibt es verschiedene Vorgaben, wann ein Kind wieder in die Kita darf: Manchmal müssen die Eltern schriftlich bestätigen, dass ihr Kind seit 48 Stunden frei von Symptomen ist, in anderen Ländern, wie beispielsweise Nordrhein-Westfalen muss in manchen Fällen ein Arzt der Gesundheit des Kindes bestätigen: „Kinder, die eine chronische, nicht akute und nicht ansteckende Krankheit haben (zum Beispiel Heuschnupfen, Allergien), die in ihrer Symptomatik den Krankheitssymptomen von Covid-19 ähneln, sollten bei Vorlage eines entsprechenden ärztlichen Attests, welches die Unbedenklichkeit einer Aufnahme bestätigt, betreut werden.“

Was die Entscheidung „Betreuung oder nicht“ besonders schwierig macht, ist das unklare Bild der Corona-Symptome.

Die Infektion hat viele Gesichter. Denken wir hauptsächlich an Fieber und Husten, beschreibt das RKI Schnupfen als dritt häufigst bemerkte Symptom.

Was ist aber nun die Lösung?

Viele Experten sprechen sich dafür aus, Kita-Kinder mit Erkältungssymptomen grundsätzlich zu testen.

„Wir brauchen eigentlich breite Corona-Testkapazitäten, um schnell und effizient testen zu können, und unter Umständen mehr Kinderkrankentage”, sagt Ulrike Grosse-Röthig, Bundeselternsprecherin. „Zumal die Erkältungssaison eigentlich noch kommt!”

Und auch Waltraud Weegmann, Bundesvorsitzende des Deutschen Kitaverbandes, ist für Tests. Statt breitere Testkapazitäten fordert sie aber für Mitarbeiter und Kinder mit Symptomen „sofortige Schnelltests, das heißt 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, mit Ergebnis innerhalb von vier Stunden. Dieses Vorgehen würde bei Erziehern und Eltern zu mehr Ruhe und Sicherheit führen. Spätestens im Herbst, wenn die ,üblichen` Erkältungskrankheiten wieder verstärkt auftreten, werden wir den Bedenken sonst nicht mehr Herr. Und vorsorgliche Schließungen von Kitas und Schulen müssen wir vermeiden.”

Viele Eltern und Ärzte halten dieses Vorgehen allerdings für übertrieben.

Wir sind gespannt, wie es weitergeht in Sachen Corona und Kita.

Was meint ihr denn dazu? Haltet ihr Schnelltests bei jeglichen Erkältungssymptomen für eine gute Idee?

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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