Corona: „Ich habe Angst, weil meine Töchter wieder zur Schule müssen.“

Die Maßnahmen zur Corona-Krise schränken unser Leben seit einigen Wochen ein. In ihrer letzten Pressekonferenz aber hat Angela Merkel nun verkündet, dass die Schulen in der nächsten Zeit schrittweise wieder geöffnet werden. Ein erster, vorsichtiger Schritt in Richtung Normalität. Und somit doch ein Grund zur Freude, oder?

Viele Menschen sehen diesen Beschluss mit gemischten Gefühlen.

Eine von ihnen ist unsere Echte Mama Diana* (*Name ist der Redaktion bekannt). Die 37-Jährige ist Mutter von zwei Töchtern, die zur Schule gehen. Warum sie sich nicht uneingeschränkt darüber freuen kann, dass die beiden demnächst wieder losziehen, hat sie uns erzählt:

„Meine Töchter sind neun und elf Jahre alt. Sie gehen gerne zur Schule, aber natürlich haben sie sich erstmal gefreut, als es hieß, dass die Schule dicht macht. Es war ja erstmal von zwei Wochen die Rede, das hörte sich an wie Ferien.

Inzwischen sind es ein paar Wochen mehr geworden und die beiden müssen auch zu Hause eine ganze Menge für die Schule tun. Da ich im Homeoffice arbeite, kann ich ihnen dabei nicht so viel helfen, wie ich das möchte. Muss sie aber gleichzeitig ständig ermahnen, sich zu konzentrieren und ihre Aufgaben zu schaffen.

Oft ist die Stimmung bei uns gereizter als normal.

Deswegen fingen die beiden Mädels schnell an, sich doch wieder nach der Schule zu sehnen. Ihre Freunde sehen, den Lernstoff professionell beigebracht bekommen… Und auch ich habe mich abends im Bett so oft danach gesehnt, dass unser Leben wieder in seinen üblichen, entspannten Bahnen laufen kann.

Und so war die Freude auch riesengroß, als es bei der Pressekonferenz vor ein paar Tagen hieß, dass die Schule jetzt nach und nach wieder losgehen wird. Zumindest bei ihnen.

Ich dachte die ganze Zeit, ich würde mich auch freuen, wenn es die ersten Schritte in diese Richtung gehen würde. Aber als die Neuigkeiten verkündet wurden – bin ich eher innerlich zusammengezuckt, ich hab mich selbst gewundert.

Inzwischen weiß ich: Die Wahrheit ist, dass ich Angst bekommen habe.

Und sie wächst, je mehr ich über die nahe Zukunft nachdenke. Dass es auf einmal so schnell geht, nach den ganzen Wochen…

Ja, unser Leben muss langsam wieder anlaufen und gerade das Thema Unterricht ist dabei natürlich besonders wichtig.

Aber: Was ist, wenn sich eine meiner Töchter in der Schule ansteckt?

Besonders meine Größere ist schon immer sehr anfällig gewesen, kein Winter vergeht bei ihr ohne eine hartnäckige Bronchitis. Hätte sie einen schweren Verlauf, wenn sie sich mit dem Corona-Virus anstecken würde?

Ja, es gibt Vorgaben, damit nicht allzu viele Schüler dicht zusammenglucken. Wie gut das bei Mädels in diesem Alter, die sich „ewig“ nicht gesehen haben, funktioniert, bleibt abzuwarten. Und ganz ehrlich gesagt: Die Toilettenräume in den Schulen meiner Töchter sind alles andere als hygienisch. Richtige Schulklos eben – wie bei uns früher schon. Seife und Papierhandtücher sind eigentlich ständig leer, erzählen meine Mädels. Das hat mich schon immer gestört… aber jetzt finde ich das unhaltbar. Ist hier ein Kind infiziert, wird es unzählige andere anstecken.

Ist es nicht so, dass Kinder häufig gar keine Symptome zeigen, aber das Virus natürlich übertragen können?

Ach, ich mache mir solche Sorgen um die beiden… Ich weiß, es muss ganz langsam wieder Normalität einkehren. Aber ich habe viel mehr Angst um die Gesundheit meiner Töchter und ja, auch um meine, als um eine vielleicht drohende Bildungslücke.

Ich versuche, meine Töchter meine Ängste nicht spüren zu lassen…

Aber ich würde sie so gerne behüten und bei mir zu Hause lassen, bis das alles vorbei ist. Ich weiß natürlich, dass das nicht geht und wahrscheinlich auch übertrieben ist. Ich werde mich an den Gedanken gewöhnen müssen, dass wir alle noch eine längere Zeit mit Risiko einer Ansteckung leben müssen. Leben – und uns nicht verstecken.“

Lieben Dank, Diana, dass du deine Gedanken mit uns geteilt hast.

Sagt mal, wie geht es euch? Habt ihr auch Angst um eure Kinder oder seid ihr ganz entspannt und froh, dass es in Mäuseschritten zurück zur Normalität geht?

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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