Corona: Darum impft ein „geheimes“ Ärzte-Netzwerk Kleinkinder

Die verfügbaren Corona-Vakzine sind bisher allesamt nicht für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen.

Nun macht laut Focus ein Bericht die Runde, die von einem Art „Ärzte-Netzwerk“ in Deutschland berichtet, das kleine Kinder trotzdem schon impft. Aus tiefster Überzeugung.

Zu diesem Kreis gehören v.a. Kinderärzte. „Ich habe doch eine Verantwortung“, wird ein Arzt in dem Original-Bericht, der laut Focus im Tagesspiegels erschienen ist, zitiert. „Für meine Patienten, für die Gesellschaft. Ich finde: Schweren Erkrankungen vorzubeugen, wenn er es kann, das gehört sich für einen Arzt einfach.“ Und dazu gehört seiner Meinung nach, Kleinkinder in der aktuellen Situation gegen Corona zu impfen.

Gerade in Hinblick auf die Delta-Variante des Virus, das Experten aktuell Sorgen macht.

„Wir haben gerade nicht die Umstände, für die diese Regeln entwickelt wurden“, sagt der Arzt. Er rechtfertigt sein Vorgehen mit einer „sehr dynamischen Situation“. Und meint damit: Als die Impfstoffe an Zwölfjährigen getestet wurden, herrschte die Alphavariante vor. Derzeit liege aber die viel ansteckendere Deltavariante bei rund 90 Prozent Anteil. (Diese trifft auch zunehmend jüngere und ganz junge Patienten.)

Mit „diesen Regeln“ meint er, was gerade die rechtliche Lage ist:

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat im Mai den Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung bisher aber nur für Kinder und Jugendliche mit bestimmten Vorerkrankungen.

Ihre Begründung: Kinder seien von schweren Covid-Verläufen fast gar nicht betroffen, diese seien bei ihnen noch seltener als die ebenfalls seltenen Nebenwirkungen der Impfung. Daher die Stiko-Empfehlung, nachdem die Kommission sorgfältig Nutzen und Risiko der Vakzine gegeneinander abgewägt hat.

Viele Ärzte impfen daher lieber gar keine Jugendlichen, auch keine vorerkrankten – auch aus Angst vor rechtlichem Ärger.

Das ist der völlig falsche Weg, findet der befragte Arzt: „Kinder aus Sorge um ihre Sicherheit diesem Virus einfach auszusetzen, das sind für mich einfach die falschen Prioritäten.“ Er kritisiert die Stiko: Die könne nur „normales Leben, Pandemie kann sie nicht“. Er findet: Der Nutzen der Impfung wiege auch bei Kleinkindern schwerer als mögliche Nebenwirkung.

In die Praxis des anonymen Arztes in Brandenburg reisen Eltern aus ganz Deutschland.

Wenn er impft, bekommen die Kleinen die für Kinder ab zwölf zugelassenen Impfstoffe – in angepassten, kleineren Dosen. Es geht also um Biontech oder Moderna.

Verboten ist es übrigens nicht, was die Ärzte tun!

Prinzipiell dürfen Mediziner nach eigenem Ermessen auch Arzneimittel außerhalb des zugelassenen Bereichs anwenden. Allerdings: Das Haftungsrisiko bei eventuellen Impfschäden liegt dann beim Arzt alleine. Der befragte Arzt erklärt, dass sich die teilnehmenden Ärzte entschieden hätten, das Risiko zu tragen.

Sein erster Impfpatient war ein sechsjähriger Junge mit Down-Syndrom und Herzfehler.

Dessen kleine Schwester besuche den Kindergarten, die Eltern waren daher in großer Sorge. „Wir haben das wirklich lange diskutiert“, sagte der Mediziner. „Und schließlich entschieden: Es wäre verantwortungslos, so einem Kind die Impfung zu verweigern.“

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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