Mein Mann macht mich wahnsinnig! Dieses Aufeinanderhocken ist das Schlimmste…

Durch Homeoffice und andere Corona-Maßnahmen verbringen wir aktuell die meiste Zeit zu Hause. Mit unseren Lieben! Aber: So schön die ungewohnt intensive Zeit von vielen empfunden wird, so schwer fällt sie anderen. In vielen Familien und vor allen Paarbeziehungen herrscht dicke Luft.

So richtig genervt von ihrem Ehemann ist zum Beispiel auch unsere Echte Mama Sonja (echter Name ist uns bekannt). Die 29jährige aus Bonn hat uns erzählt, was bei ihr im Moment zu Hause los ist:

„Wir sind eine glückliche Familie. Mein Mann und ich verstehen uns gut und haben eine tolle vierjährige Tochter. Wir haben beide einen Job, ich arbeite 25 Stunden die Woche und hole dann unsere Kleine aus der Kita. Er kommt erst zum Abendessen um halb sieben heim.

An den Wochenenden ist dann Familienzeit. Wir machen Ausflüge, gucken Filme, kuscheln, toben…. Wenn unsere Tochter im Bett ist, machen mein Mann und ich es uns schön. Und genießen es, wenn wir mal unsere Zweisamkeit haben.

So war es zumindest bisher – im, nennen wir es mal ,normalen` Leben.

Deswegen haben wir uns fast ein bisschen gefreut, als vor einigen Wochen hieß, dass wir beide wegen Corona im Homeoffice arbeiten sollen – und dann ein paar Tage später die Kitas geschlossen wurden. Was für ein Glück, dass wir mal so viel Zeit miteinander haben würden!

Heute sage ich: Diese Zeit des Aufeinanderhockens ist das Schlimmste, was uns passieren konnte…

Denn mein Mann macht mich einfach total wahnsinnig!!!!!!! Früher hat er mir morgens einen schnellen Kuss gegeben und ist dann losgefahren. Heute sitzen wir Morgen für Morgen am Frühstückstisch und essen ,gemütlich` zusammen.

Bah, ich war so ein eingespieltes Team mit meiner Tochter am Morgen, jetzt funkt er überall dazwischen. Er rügt sie, wenn sie mit ihrem Müsli kleckert – dabei hat er selbst Marmelade im Bart kleben. Er sagt ihr, sie soll leiser sein – dabei ist sie das schon geduldig all die Stunden, die wir beide am Rechner sitzen müssen. (Am Küchentisch. Zusammen. Natürlich.)

Jeden Tag regt er mich ein bisschen mehr auf.

Haben wir Mittagspause, essen wir zusammen (argh!!!) die Mahlzeit, die natürlich ich zubereitet habe. Ist ja klar. Er kann im seinem Job „nur ganz schlecht Pause machen, Schatz!“ Sein Job ist wichtiger, diese Meinung lässt er mich jetzt in dieser Zeit extrem spüren. Dass er das so sieht, war mir vorher nicht bewusst – es stimmt ja auch einfach nicht!

Jedenfalls geht es den ganzen Tag so weiter, wir bekommen so viel mehr voneinander mit, als wir es gewohnt sind – und als es gut ist.

Weil er die ganze Woche über erst spät heimkommt, haben meine Tochter und ich unsere eigenen Rituale entwickelt. Es ist so schön entspannt bei uns am Nachmittag und klappt super. Jetzt merkt man meiner Tochter richtig an, wie gehetzt und verunsichert sie ist. Lässt sie nur kurz etwas liegen, mault er sie an, dass sie es sofort wegräumen soll. Sie soll ihr Hörspiel leiser machen, sie soll vorsichtig sein, dass ihr Glas nicht überschwappt… Ich will ihm nicht vor unserer Tochter in die Erziehung pfuschen, dabei platze ich innerlich fast.

Ich könnte immer so weitererzählen.

Ich bin wirklich, ganz ernsthaft genervt. Ich reiße mich darum, die Einkäufe zu erledigen, um mal herauszukommen. Abends, wenn unsere Maus im Bett ist, streiten wir uns. Er ist nämlich genauso genervt von mir wie ich von ihm.

Natürlich bin ich extrem traurig… Heißt das denn, dass wir eigentlich gar nicht zusammenpassen, wir uns nicht lieben? Wenn wir es nicht mal schaffen, uns ein paar Wochen den ganzen Tag zu mögen? Sollten wir nicht begeistert sein über diese neue Nähe?

Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Und ob wir uns wieder zusammenraufen, wenn wir wieder unseren Alltag haben. Zur Zeit habe ich das Gefühl, dass ich all diese Dinge nicht mehr vergessen kann.“

Liebe Sonja, wir danken dir, dass du uns deine Geschichte erzählt hast.

Sagt mal, wie klappt es denn bei euch zu Hause?

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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