Zum Start seines 3. Kinofilms verrät Tobi Krell im Echte Papas-Podcast, wofür er seinem Papa dankbar ist, was er zum Thema Bildschirmzeit sagt – und ob auch Checker Tobi gelegentlich mal über Rot geht.
Er ist der Held vieler Kinder (meine gehören dazu), vor kurzem ist sein dritter Kinofilm gestartet. Jetzt war Checker Tobi im Echte Papas Podcast zu Gast. Mit Marco Krahl und Florian Schleinig hat er nicht nur über den Film gesprochen, sondern auch über seine eigene Kindheit, seine Vorbildfunktion, Bildschirmzeit für Kinder, und die größten Baustellen, denen wir Mamas und Papas uns stellen sollten. Außerdem gibt er Tipps, wie wir mit unseren Kindern über schwierige Themen wie die Klimakrise und Co. sprechen können:
1. Lieber Tobi, Du bist ja für viele Kinder so etwas wie der große Bruder oder der coole Onkel. Wie gehst du mit dieser Vorbildrolle um? Oder anders gefragt: Bist du schon mal bei Rot über die Ampel gegangen, während Kinder zugeguckt haben?
„Also, das weiß ich zu vermeiden (lacht). Ich bin mir schon bewusst, dass ich eine Vorbild-Rolle habe, auch eine große. Das ist auf der einen Seite total schön, weil ich weiß, dass ich sehr viele Kinder inspiriere, oder Lust mache auf die Welt. Das ist ja das Allercoolste, was passieren kann.
Gleichzeitig ist es aber natürlich schon auch so, dass ich, wenn ich vor der Tür bin, immer weiß, dass ich gerade nicht nur Tobias Krell sein kann, sondern ich bin immer Checker Tobi. Wenn mich irgendwer irgendwo sieht, dann werde ich als der wahrgenommen. Und dann kann ich eben nicht über Rot laufen. Und dann sollte ich eben besser auch nicht mit einer Bierflasche in der Hand irgendwo rumliegen. Diese Sachen passieren mir zum Glück eh nicht, aber ich dachte darauf,
Manchmal würde ich mich freuen, auch mal für einen Tag ganz anonym zu sein. Das geht nämlich tatsächlich fast nie. Aber es ist einfach jetzt Teil meines Lebens. Und es ist ja bei mir zum Glück auch sehr organisch gewachsen. Das Format wurde größer, ich mach das länger, mehr Kinder kennen es, die Bekanntheit wird größer.
Ich stelle es mir vor, wenn man Justin Bieber ist, und man ist heute noch ein YouTuber und morgen ein Weltstar. Ich glaube, das kann einem zu Kopf steigen oder schwierig werden. Das ist bei mir ja alles immer so schrittweise passiert. Also komme ich mit klar.“
2. Und notfalls fährst du halt nach Madagaskar, da kennt man dich ja wahrscheinlich noch nicht ganz so gut.
„Das ist richtig. Das merke ich aber tatsächlich, wenn ich im nicht-deutschsprachigen Ausland bin und Urlaub mache. Dann bewege ich mich nach einer Weile anders. Weil ich merke, dass ich nicht mehr so scanne, ist da ein Kind, könnte mich da irgendwer erkennen. Das ist mir so ein bisschen in Fleisch und Blut übergegangen. Das lege ich irgendwann ab, wenn ich irgendwo bin, wo es nicht so viele deutsche Kinder gibt.“
3. Dein neuer Film heißt: „Checker Tobi 3 – die heimliche Herrscherin der Erde“. Was entdecken denn Kinder und auch Eltern in dem Film über das Element Erde, was sie bisher vielleicht nicht wussten?
„Das stimmt. Wir trampeln auf ihr herum, wir versiegeln sie, wir nehmen ihr eigentlich jede Art vom Atmen und Leben usw., so wie wir mit der Erde oder dem Boden umgehen. Die ersten beiden Filme hatten ja Wasser und Luft zum Thema, deshalb war es eigentlich nur die Frage, Feuer oder Erde, und dann haben wir uns für die Erde entschieden. Da habe ich von allen Elementen am wenigsten zu gewusst und war dann am meisten überrascht. Und ich glaube, das, was die Leute aus dem Kino mitnehmen, ist die Vielfalt und Bedeutung des Bodens, über den wir uns eben so wenig Gedanken machen.
Wir denken vielleicht darüber nach, dass unsere Lebensmittel dort wachsen und uns als Menschen versorgen.
Aber auch das nehmen ganz viele für selbstverständlich.
Dass man sich dafür gut um den Boden kümmern muss, dass man gut mit ihm umgehen muss, dass man vernünftige Landwirtschaft betreiben muss, das sind so ein paar Sachen, die in dem Film auf jeden Fall anklingen. Aber wir entdecken den Boden auch als großen Schatz, als Schatzkammer, als Tresor für die Samen von allen Nutzpflanzen auf der Erde.
Wir entdecken den Permafrostboden, als den Ort, wo man Millionen alte Fossilien, die irgendwann zu fossilen Brennstoffen wurden, finden und entnehmen kann. Wir entdecken den Boden als Ort, wo Archäologen in der Vergangenheit wühlen und Detektivarbeit machen, um mehr darüber herauszufinden, wie die Menschen früher gelebt haben. Wir gucken uns den Boden von allen möglichen Seiten an.
Ich glaube, im besten Fall haben wir mindestens einen Aspekt, den die Leute, die im Kino sitzen, vorher noch nicht auf dem Schirm hatten. Und wir haben irgendetwas angestupst, was dann bei den Leuten auslöst, dass sie denken: ‚Schon ganz schön gut, was wir da unter unseren Füßen haben. Sollten wir uns mehr drum kümmern‘.“
4. Wie können wir denn nach dem Film die Neugier unserer Kinder auf die Erde, auf den Boden, auf Matsch wecken?
„Wahrscheinlich auf die gleiche Art, auf die man Kinder auf fast jedes Thema neugierig machen kann oder Interesse wecken kann. Aus der Sicht von Erwachsenen, also Vätern, Müttern, Eltern würde ich sagen: Man müsste sich selbst wirklich dafür interessieren.
Ich habe das Gefühl, und das ist ja auch so ein bisschen das Grundkonzept von Checker Tobi, dass ich mich nicht verstelle. Ich verstelle mich ja nicht, um so zu tun, als würde mich etwas interessieren, sondern ich finde das in dem Moment wirklich spannend. Ich knipse ja nicht irgendwas an, sondern das bin ich ja, authentisch.
Und ich glaube, das trifft sicherlich auch auf Eltern zu.
Wenn die mit echter Begeisterung oder Neugierde ein Gespräch mit ihren Kindern zum Thema Erde oder Boden führen, dann kommt bestimmt sofort irgendeine Idee. Zum Beispiel, guck mal, dann lass uns doch im Garten einfach wirklich mal was reinstecken und gucken, ob und wie etwas wächst. Oder wenn man in einer Wohnung wohnt, lass uns doch mal auf dem Balkon etwas machen. Oder lass uns doch mal ein Hochbeet anlegen.
Ich glaube, da entstehen dann sofort Ideen aus dem Miteinander, weil man ein echtes Gespräch führt. Und weil bei der Neugierde in dem Fall dann 1 plus 1 gleich 3 ist. Der Elternteil und das Kind stacheln sich gegenseitig ein bisschen an, und dann kommt man schon auf Ideen.
Im besten Fall ist das nach dem Kinofilm mit dem Thema Erde so. Aber ich glaube, das kann theoretisch im Miteinander von Eltern und Kindern bei jedem Thema immer wieder passieren. Und dann hat man wieder ein neues Projekt und probiert wieder etwas Neues aus und erlebt ein weiteres Abenteuer oder ein weiteres Thema gemeinsam.“
5. Das heißt also, letztendlich ist der einfachste Weg ist, um die Neugierde seiner Kinder zu wecken, seine eigene Neugierde zu wecken?
„Ja, oder sagen wir mal lieber so, die eigene Neugierde zuzulassen. Wir Erwachsenen kennen das alle, der Alltag ist anstrengend und stressig, man hat 1.000 Sachen auf dem Zettel, man hat keine Kapazitäten für gar nichts. Da ist es halt manchmal anstrengend, auch noch die Neugierde zuzulassen. Das ist ein bisschen das, was wir mit dem inneren Kind im Film auch versuchen, zu vermitteln.
Sich mit Kindern auseinander zu setzen, erfordert immer auch Geduld. Aber wenn man dem den Raum gibt, dann kann es glaube ich auch passieren, dass man auch als erwachsener Mensch plötzlich feststellt, dass man sich für ganz viele Sachen, für die man sonst nicht so den Nerv hat, plötzlich interessiert und begeistern kann.“
6. Ihr wart für den Film an vielen Orten unterwegs, auch an extremen Orten. Dabei seid ihr unter anderem auch mit dem Thema Klimakrise in Kontakt gekommen. Wie sprichst du mit Kindern über dieses Thema?
„Ich würde denken, dass es ganz wichtig ist, Kinder nicht künstlich zu schonen, sondern ihnen schon zu sagen: ‚Guck mal, das kann man jetzt schon beobachten. Das ist der Fakt, das passiert übrigens, weil…‘ Sie dann auch zu bilden und ihnen zu erklären, das passiert weil…., das und das sind Treibhausgase, Klimagase, das und das kann man tun, das uns das passiert vielleicht zu wenig.
Bei ganz vielen Vorträgen und bei Live-Auftritten spreche ich auch immer über die Klima-Krise. Und wenn ich dargelegt habe, dass es schon eine dramatische Angelegenheit ist, dann sage ich auch immer: ‚Und ich habe so viele Leute getroffen, die etwas dagegen tun‘.
Dann gebe ich Beispiele von Menschen, die Hoffnung geben.
Ich glaube, es ist ganz wichtig, um nicht die Hoffnung zu nehmen, dass man Beispiele dafür gibt, dass es sehr viele Leute gibt, die einem zurecht Hoffnung geben können. Das kann sowohl der Indigene im brasilianischen Regenwald sein als auch die Klimaklasse 6c in Hamburg-Eppendorf. Da findet man Beispiele.
Danach kann man mit Kindern ganz offen darüber reden, was ihnen so einfällt zu dem Thema. Was man machen könnte, was man erfinden müsste. Dann setzt man sie zum Schluss eben wieder in ihre Kraft, weil man dann sagt: ‚Okay, komm, wir spinnen mal rum!‘ Dann werden sie plötzlich kreativ und lassen sich Dinge einfallen, lassen ihrer Phantasie freien Lauf. Und dann hat man schon wieder ein Momentum erreicht, wo man das Dramatische durchgegangen ist, aber auch überwunden hat, und ist schon wieder in einer anderen Stimmung.
Das finde ich immer das Wichtige. Dass man schwere Themen nicht in der schweren Stimmung beendet, sondern gemeinsam noch einen Schritt weitergeht, um von woanders weiterzumachen.“
7. Wir wechseln mal zum Thema Bildschirmzeit. Man könnte ja sagen, Checker-Zeit ist auch mehr Zeit am Bildschirm, aber eben gut genutzte Zeit. Wo glaubst du, sind die Grenzen von Wissensformaten?
„Ich kriege schon öfter mitgeteilt, dass in manchen Familien die Checker-Folgen nicht zur Bildschirmzeit zählen. Weil die Eltern wissen, da guckt er was Vernünftiges, das können wir mit gutem Gewissen machen. Und das ist natürlich eine Riesenehre. Und an dem Punkt freue ich mich total, dass wir mit unserer Kinderwissenssendung so sehr in den Schulen unterstützen können, in den Familien ein Teil davon sind.
Bei schwierigen Themen wie Krebs oder Tod habe ich ganz oft mitbekommen, dass wir auch Gesprächsunterstützung in Familien bieten. Weil Eltern dann sagen, es hat uns total gut getan, erst mal die „Leben und Sterben“-Folge zu gucken, und dann über den Tod von Opa zu sprechen.
Da finde ich es total toll, dass wir mit einer Wissenssendung Menschen, Familien, Kindern, der Gesellschaft etwas zurückgeben können. Und wenn man jetzt die ganze Zeit Checker Tobi gucken würde, hätte man wahrscheinlich ein super Allgemeinwissen.
Aber ich finde es auch ganz wichtig zu sagen, dass wir ein Aspekt sind von ganz Vielen. Von einem ganz tollen breiten Angebot von Kindermedien und Kinderwelten. Es gibt so viele Kinderbücher, Magazine, einfache Hörspiele, die Tonie-Box usw., wo man eben auch ohne Display lernen kann. Und das finde ich wirklich sehr wichtig. Man kann auch ohne Medien lernen. Man kann auch einfach vor die Tür gehen und einen Schneemann bauen, ohne eine Sendung dazu zu gucken.
Deswegen würde ich sagen, ich freue mich, wenn wir dazu beitragen, dass Kinder sich bilden, aber das nur am Display stattfinden zu lassen, fände ich auch fatal!“
8. Du hast in deiner Doku „Kinder wie geht’s“ und vielen Checker-Folgen erlebt, wie es Kindern in Deutschland wirklich geht. Woran scheitern Erwachsenen aus deiner Sicht im Alltag mit Kindern am häufigsten. Was sind die größten Baustellen als Väter und Mütter?
„Ihr habt die Doku angesprochen, ‚Kinder, wie geht’s?“, wo ich zehn Kinder und vor allem auch Jugendliche über ein Jahr lang begleitet und immer wieder getroffen habe. In ganz Deutschland, in ganz verschiedenen sozialen und Lebenswelten. Und da habe ich schon viel mitbekommen, dass Kinder sich mehr Augenhöhe wünschen und mehr ernst genommen und gehört zu werden.
Das ist ein Aspekt, den ich selbst auch ganz wichtig finde. Die Teilhabe von Kindern an Prozessen, am gesellschaftlichen Leben, die lässt sich glaube ich unbedingt noch weiter ausbauen. Das fängt im Mikrokosmos Familie vielleicht an, aber es hat auch eine politische Dimension. Kinder haben ja zum Beispiel einfach schlicht keine Lobby in der Politik.
Wenn Friedrich Merz jetzt den 6. Stahl-Gipfel und den 9. Auto-Gipfel macht, ist das unbedingt richtig. Aber einen Kinder- oder einen Bildungsgipfel habe ich noch nicht im Kanzleramt erlebt. Und wenn man ein bisschen mit Augenmaß über die nächsten Wahlperioden hinaus Politik machen würde, wie wichtig – auch für unsere Wirtschaft – die Ausbildung und das Leben und die Lebensqualität von Kindern in unserem Land sind.
Das würden sich Kinder glaube ich wünschen. Mehr mitzuentscheiden, mehr gehört zu werden.
Für die Eltern ganz konkret bedeutet das:
Es kostet Mühe und es kostet Geduld, aber wenn man sich beides nimmt, um sich seinen Kindern wirklich zu widmen. Und nicht immer nur kurz, um dann doch wieder auf dem Smartphone noch irgendeine Mail rauszuschicken, das ist glaube ich etwas, das ich mitgekriegt habe, was Kinder unbedingt brauchen. Und was oft einfach zu kurz kommt.
Ich will das gar nicht als Vorwurf formulieren, weil ich kenne das, ich verstehe das, aber ich glaube, da kann man sich einfach immer wieder dran erinnern als Elternteil. Dass es wichtig ist, sich seinen Kindern wirklich voll zu widmen für einen Moment, Das tut gut, und das merken sie.“
9. Was würdest du deinem eigenen Vater gern sagen? Was hat er in deiner Kindheit so richtig gut gemacht, das Dich bis heute trägt?
„Er hat mir einfach schon immer viel zugetraut. Er hat darauf vertraut, dass ich selbst meinen Weg mache, meine Erfahrungen mache und meine Entscheidungen treffe. Und das weiß ich wirklich sehr zu schätzen.
Es ist zum Beispiel so, dass ich ein Kind war, das immer sehr neugierig war, viele Fragen gestellt hat. Und meine Mutter war immer viel besser darin, mir kindgerecht die Welt zu erklären, als mein Vater. Der hat immer sehr kompliziert erklärt. Aber er hat es gleichzeitig geschafft, mir das Gefühl zu geben, dass ich immer zu ihm kommen kann. Und dass er mir viel zutraut und zumutet. Und das ist gut! Ein großer Teil meines Selbstbewusstseins kommt bestimmt auch daher, dass er so drauf war mit mir bzw. mit uns, ich habe noch drei Geschwister.
Und mein Vater ist Kameramann. Also ich bin natürlich durch ihn überhaupt zum Fernsehen gekommen. Ohne ihn wäre ich wahrscheinlich nie auf die Idee gekommen, Journalist und Redakteur und Reporter zu werden. Dann wäre ich auch nicht Checker Tobi. Also: Danke, Papa!“
10. Du sagst, du konntest ihn alles fragen, aber er konnte nicht so gut erklären. Das machst du ja jetzt besser. War das für dich ein Ansporn? Es besser zuz machen als dein Papa?
„Da komme ich dann vielleicht eher nach meiner Mutter. Nein, ich weiß es nicht. Dass ich dann plötzlich in so einer Rolle gelandet bin, wo ich Kindern die Welt erkläre, das ist nichts, was ich von langer Hand geplant hätte. Also überhaupt, dass ich im Kinderfernsehen lande, dafür waren riesige Zufälle verantwortlich.
Ich bin jetzt natürlich sehr, sehr froh darüber, dass ich irgendwann Checker Tobi wurde. Das ist die größte Freude der Welt. Aber ich glaube, das kann ich nicht auf mein Elternhaus zurückführen. Also dass ich den Anspruch entwickelt habe ‚Ich will irgendwann mal besser erklären als Papa.“
Echte Papas Podcast mit Checker Tobi – jetzt anhören
Den kompletten Podcast mit Checker Tobi kannst du dir hier anhören und anschauen:
Jetzt sind wir neugierig: Wie sprichst du mit deinen Kindern über schwierige Themen? Und wie hältst du es mit der Bildschirmzeit?



