Blutvergiftung erkennen: Die ersten Anzeichen richtig deuten

Du fragst dich wahrscheinlich: Blutvergiftung – geht mich das überhaupt was an? Ja, tut es leider! Denn eine Blutvergiftung bzw. Sepsis kommt auch in Deutschland viel öfter vor, als man denkt. Pro Jahr sind 154.000 Menschen betroffen. Mit am anfälligsten für die Krankheit sind tatsächlich Babys und Kinder. Weil eine Blutvergiftung sehr schnell lebensbedrohlich wird, ist es wichtig, über die Ursachen und Hilfemöglichkeiten aufgeklärt zu sein. Besonders wichtig dabei: Die Blutvergiftung erkennen zu können, und zwar möglichst schnell.

Was ist eine Blutvergiftung überhaupt?

Bei einer Sepsis treten Bakterien, Gifte oder Pilze in den Blutkreislauf ein und lösen eine großflächige Entzündung im Körper aus. Oft ist sie Folge einer Lungenentzündung, eines Harnwegsinfekts, von großen Wunden oder einer Hirnhautentzündung.

Der Körper reagiert auf diese Entzündungsherde, bekämpft die Erreger und schädigt sich dabei ab einem gewissen Stadium selbst. Wird eine Blutvergiftung nicht oder zu spät intensivmedizinisch behandelt, gerät die Entzündung rasend schnell außer Kontrolle und kann innerhalb von nur 24 Stunden zu Organversagen und zum Tod führen.

In manchen Fällen können Amputationen von stark betroffenen Gliedmaßen zwar das Schlimmste verhindern. Doch auch, wenn diese lebensrettend sind: Ein so schwerwiegender Eingriff verändert das Leben für immer.

Puh, da wird einem Angst und Bange, wenn man das liest! Doch das Gute an das Wissen um eine Krankheit ist, dass man weiß, wie man im Notfall richtig und schnell reagiert. Die Blutvergiftung schnell erkennen kann. Tut man das nämlich, kann man die Gefahr gut bannen. 

Die Symptome: Eine Blutvergiftung erkennen

Die Krankheitszeichen ähneln denen eines schweren grippalen Infektes – und zwar unabhängig davon, ob sie ein Kind oder Erwachsene betreffen. Es treten hohes Fieber, Schüttelfrost, Erschöpfung und starke Muskelschmerzen auf. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern kommt es auch zu Krampfanfällen.

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Hohes Fieber gepaart mit starker Schläfrigkeit kann bereits ein Anzeichen einer fortgeschrittenen Infektion sein. Wenn dein Kind also stark fiebert und ungewöhnlich schwer zu wecken ist, solltest du ganz schnell einen Arzt aufsuchen.

Auch wenn du bei deinem fiebernden Kind kalte Hände und Füße feststellst, es benommen wirkt und erbricht, dann fahre direkt in die Klinik oder rufe den Notarztwagen.

Eindeutige Alarmsignale sind rote, blaue oder bräunliche Punkte oder Flecken auf der Haut, die auch dann nicht verschwinden, wenn man mit den Fingerkuppen darauf drückt. Sie treten bei einer fortgeschrittenen Hirnhautentzündung auf, bei der gleichzeitig eine Sepsis droht.

Test: So kannst du Flecken auf der Haut richtig einschätzen

Ob es sich tatsächlich um einen solch gefährlichen Hautausschlag handelt, kannst du auch mit der Unterseite eines Wasserglases testen, das du einige Sekunden auf einen der Flecken drückst. Verschwindet der Fleck trotz des Drucks nicht, muss dein Kind sofort ins Krankenhaus und dort intensivmedizinisch behandelt werden.

Nochmal zusammengefasst, um es sich leichter zu merken – so lässt sich eine Blutvergiftung erkennen:

Die Sepsis Stiftung hat die wichtigsten Symptome aufgelistet – und anhand der Buchstaben des Wortes „Sepsis“ eine Eselsbrücke gebaut:

S – Schüttelfrost, Fieber oder starkes Frösteln

E – Extremes, nie gekanntes Krankheitsgefühl

P – Periphere Minderblutung (also geringe Blutversorgung in Fingern, Zehen, Armen und Beinen), verfärbte Haut

S – Schläfrigkeit, Verwirrtheit

I – „Ich habe mich gefühlt, als würde ich sterben“, so ein häufiger Satz, den man von Geretteten hört

S – Schnelle, schwere Atmung, Luftnot

Die Behandlung: Was bei einer Sepsis die Rettung ist

Antibiotika! Auch wenn wir die Bakterien-Bekämpfer unseren Kindern nicht gerne geben – bei einer Sepsis sind sie absolut überlebenswichtig. Eine Antibiotika-Therapie kann eine angehende Blutvergiftung rückgängig machen – aber auch nur wenn sie rechtzeitig erfolgt.

Kind bekommt Antibiotika

Im Falle einer Sepsis helfen nur Antibiotika. Foto: Bigstock

Wie du vorbeugen kannst?

Am besten, indem du schon bei einem vorangehenden Infekt (wie einer Harnwegs- oder Lungenentzündung) mit deinem Kind zum Arzt gehst. Du solltest eine schlimme Erkrankung nie aussitzen, sondern immer Hilfe vom Arzt holen.

Bei der gefährlichen, häufig durch Meningokokken-Bakterien ausgelösten Hirnhautentzündung – auch Meningitis genannt – ist eine frühzeitige Behandlung jedoch oft schwierig, da die Erkrankung nur schwer zu erkennen ist.

Auch die Ansteckung mit Meningokokken passiert meist unbemerkt als sogenannte Tröpfcheninfektion. Die Bakterien können dabei über den Speichel des Trägers in die Blutlaufbahn eines Säuglings oder Kleinkindes gelangen. Etwa 10 Prozent aller Menschen tragen die Keime im Mund und Rachenraum, ohne selbst daran zu erkranken. Die Meningokokken können dann über den Speichel des Trägers in die Blutlaufbahn eines Säuglings oder Kleinkindes gelangen.

Gerade Kinder unter einem Jahr, deren Immunsystem noch nicht ausreichend ausgebildet ist, können sich so unbemerkt anstecken und „wie aus dem Nichts“ an einer Hirnhautentzündung erkranken. In Deutschland gibt es jährlich etwa 300 Fälle von durch Meningokokken ausgelösten Hirnhautentzündungen. Das größte Risiko haben Säuglinge und Kleinkinder.

Was sind Menigokokken überhaupt genau?

Meningokokken-Bakterien werden in verschiedene Typen unterteilt, nämlich in die Gruppen A, B, C, W und Y. Gegen die Meningokokken Typen B und C gibt es inzwischen Impfungen, die Kinder vor einer Infektion schützen können. Immerhin 59 Prozent aller Meningokokken-Infektionen gehen auf Erreger des Typs B zurück, 18 Prozent auf den Typ C.

Die Impfung gegen Meningokokken des Typs C empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für alle Kinder ab 12 Monaten. Die Impfung gegen Typ B empfehlen einige Bundesländer bereits ab dem 2. Lebensmonat. Die STIKO rät dazu aktuell jedoch nur bei immungeschwächten Säuglingen oder wenn Kontaktpersonen im unmittelbaren Umfeld des Babys an Meningokokken erkrankt sind.

Gegen die übrigen Erregertypen, A, W und Y gibt es keine Impfungen, jedoch sind sie auch wesentlich seltener Auslöser der in Deutschland vorkommenden Hirnhautentzündungen.

Anna Moniz

Vor zwei Jahren hat es mich mit meinem Mann und unserer Tochter vom hohen Norden nach Niederbayern verschlagen. Hier arbeite ich als Autorin für Echte Mamas sowie als freie Texterin und PR-Beraterin. Die Turbulenzen des echten Mamalebens halten mich dabei täglich auf Trab und machen mich gleichzeitig zum glücklichsten Menschen aller Zeiten.

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