Berliner Lehrerin lässt schwache Schüler von der Klasse ausbuhen

Ich finde, diese Nachricht hinterlässt bei einem ein ganz ungutes Gefühl im Bauch, wenn man sie liest. Der Vorfall liegt laut Tagesspiegel schon einige Wochen zurück, gelangt jetzt aber an die Öffentlichkeit.

In einer dritten Klasse der Berlin-Kreuzberger Adolf-Glaßbrenner-Grundschule ruft die Lehrerin ihre besten Schüler vor die Klasse. Sie setzt ihnen eine Krone auf und lässt die Mitschüler kräftig applaudieren.

Merkwürdig, aber vielleicht ja noch ganz nett…

Dann aber lässt sie die Kinder nach vorne kommen, die die schlechtesten Leistungen zeigten. Diese werden ebenfalls gekrönt, aber mit einer schwarzen Krone. Und dann sagt die Lehrerin den anderen, dass sie diese Schüler ordentlich – ausbuhen sollen.

Ist das nicht eine furchtbare Vorstellung!?

Gegenüber dem Tagesspiegel hat der Konrektor der Schule angegeben, dass es sich um ein Missverständnis handle. Das Thema sei inzwischen längt mit den Kindern, Eltern und der Lehrerin besprochen und geklärt worden. Und auch beim kommenden Elternvertreter-Abend würde diese Unterrichtsstunde noch einmal Thema sein.

Auch die Behörden kennen diesen Fall natürlich.

Als „fragwürdige Pädagogik“ bezeichnet Martin Klesmann, Sprecher der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, die Methode gegenüber dem Tagesspiegel. Zum Glück handle es sich dabei aber wohl um einen einmaligen Vorfall. Da die Schulleitung der Adolf-Glaßbrenner-Grundschule sofort eingegriffen hat, musste die Behörde nicht aktiv werden. „Das entspricht dem Berliner Konzept der eigenverantwortlichen Schulen.“

Aber wie kam die Lehrerin bloß auf diese Idee!???

Klesmann erklärt, dass es sich um eine „frische Lehrkraft“ handelt. Mit ihrer Klasse habe sie ein „Feedback-Konzept“ erarbeitet, dass sich die Schüler selbst so gewünscht hätten. Um sich besser einschätzen zu können, denn Noten werden in der dritten Klasse noch nicht vergeben. Zumindest in dieser nicht, denn ob es in der dritten und vierten Klasse Noten gibt, darüber stimmen in Berlin die Eltern ab.

Aber: Ob sich die Kinder ihr Feedback wirklich so vorgestellt haben? Ich bezweifle das irgendwie…

Auch Norman Heise, Vorsitzender des Landeselternausschusses, sagt dazu: „Es gibt zahlreiche erprobte und erfolgreiche Feedback-Möglichkeiten, die ohne Ziffern auskommen“, sagt er. Er hofft, dass die „Kronen-Methode“ eine Ausnahme bleibt.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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