Beikost für dein Baby: Tipps für einen guten Einstieg

Gerade noch haben wir unser Baby zum ersten Mal an unserer Brust andocken lassen oder es mit einem Fläschchen satt und zufrieden gemacht. Waren in den Wochen danach happy, dass wir endlich einen guten Rhythmus aus Trinken, Schlafen und Wachphasen hatten – und dann tut sich auch schon das nächste „große Projekt“ auf: Beikost. Wir fragen uns: Wann sollte ich abstillen? Und vor allem: Muss ich jetzt schon zufüttern?

In diesem Artikel erfahrt ihr von den EDEKA-Hebammen Tatjana & Maren wichtige Tipps zum Thema Beikost.

Wie lange sollte ich voll stillen ohne zuzufüttern?

Manche Stillmythen halten sich hartnäckig. Klar, sind wir da als Mütter manchmal verunsichert, was denn nun das Beste für unser Kind ist. Eine gute Orientierung sind aktuelle wissenschaftlich fundierte Infos. Zum Beispiel die der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese empfiehlt, ein Baby sechs Monate lang voll zu stillen oder mit PRE-Milch zu ernähren. Ergänzend zur Beikost, tue dem Kind im Anschluss jeder weitereSchluck Muttermilch zwar gut, sie solle allerdings nicht mehr die alleinige Nahrungsquelle sein.

Tipp von den Hebammen: „Über die Dauer der Stillbeziehung entscheidet letztendlich aber die Mutter und/oder das Kind. Diese beiden sind schließlich die wichtigsten Experten in dieser Beziehung. Wann eine Frau und ihr Kind abstillen möchten, kann zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten sein.“

Wie zeigt mir mein Baby, dass es bereit für Beikost ist?

Nicht jedes Kind löffelt auf Kommando plötzlich Brei. Und nicht jede Mutter ist sofort bereit, die praktische Brust oder Flasche durch eine Mahlzeit zu ersetzen. Starrt euer Kind allerdings bei den Mahlzeiten immer auf euren Teller, greift nach eurem Essen und ahmt Kaubewegungen nach, dann sind das eindeutige Zeichen. Zu diesen sogenannten Beikost-Reife-Zeichen gehört zum Beispiel auch, dass euer Baby selbstständig sitzen kann, sich Gegenstände und Essen zum Mund führen kann und der Zungenstoßreflex nicht mehr vorhanden ist. Aber auch die stabile Kopfkontrolle des Kindes ist entscheidend.

WICHTIG: Die Einführung der Beikost bedeutet nicht, dass abgestillt werden muss!

Tipp von den Hebammen: „Ich merke oft, dass Eltern mit der Beikost früher starten wollen, als ihre Kinder. Ich kann hier immer wieder nur ermutigen: wartet. Denn Essen ist etwas Schönes und Genussvolles, und sollte nicht mit Druck für Eltern und Kind einhergehen.“

Abendbrei für dein Baby kannst du ganz einfach selber machen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um mit Babybrei anzufangen?
Foto: Bigstock

Mit welchem Brei oder Lebensmittel starte ich am besten?

Seit ewigen Zeiten kursiert ein sogenannter „Beikostplan“, an den sich viele Mütter halten – obwohl sie das gar nicht müssen. Denn der Plan ist ziemlich überholt. Ob das Baby den Abendbrei schon am morgen isst, ist vollkommen egal, solange es alle Nährstoffe bekommt, die es braucht. Auch Hebamme Tatjana hält den Beikostplan für schwierig, „weil wir keine Plankinder bekommen“. Am besten sollten wir unserem Baby nicht alles auf einmal anbieten, sondern bedürfnisorientiert schauen, für was das Kind bereit ist. Kinder seien in diesem Falle unsere besten Lehrmeister. Mildes Gemüse wie Karotte, Zucchini, Pastinake oder Kürbis sind für den ersten Versuch geeignet. Ansonsten steht auf Babygläschen immer, ab wann ihr eurem Baby den jeweiligen Brei geben könnt, etwa ab dem 4., 6., oder 8. Monat. Da könnt ihr nicht viel falsch machen.

Tipp von den Hebammen: „Ich erlebe es in der Praxis aber eh, dass die Eltern sich langsam herantasten. Erlaubt ist, was dem Kind gefällt. Wenn bei den Eltern keine speziellen Allergien bezüglich Lebensmitteln bestehen, kann man nach Herzenslust anfangen. Nur auf manche Sachen sollte man achten: Rohes Fleisch oder rohen Fisch empfehle ich nicht. Und es gibt Lebensmittel, die in ihrer Form oder Konsistenz gefährlich werden können. Erbsen oder ganze Nüsse zum Beispiel sind als Brei kein Problem, aber man sollte sie nicht im Ganzen füttern. Besser ist es, als Fingerfood weichere Lebensmittel wie Bananen- oder weiche Brotstücke zu geben.“

Wie gut ist der Brei aus dem Gläschen?

Befreit euch von dem Druck, den Brei frisch kochen zu müssen. Die DONALD Studie hat ergeben, dass der Großteil der Eltern von 6–12 Monate alten Säuglingen auch zu Fertigprodukten greift (90 %). Diese hätte gegenüber selbstgemachtem Brei auch einige Vorteile, sagt Dr. Ute Alexy, Ernährungswissenschaftlerin am Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE). „Die Verwendung von Fertigbreien spart Arbeit und Zeit und ist praktisch für unterwegs. Ein weiterer Pluspunkt – industriell hergestellte Beikostprodukte unterliegengesetzlichen Richtlinien, das heißt, Schadstoffe sind hier strenger kontrolliert als in anderen Lebensmitteln.“

Die Qualität von Babybrei aus dem Glas ist also einwandfrei. Und super praktisch. Ihr müsst nichts zerdrücken oder kochen, und für einen guten Babybrei für euer Kleines noch nicht mal extra in die Drogerie oder in den Bio-Supermarkt gehen. Denn EDEKA hat jetzt auch Bio-Babynahrung im Sortiment. Die Produkte unterliegen nicht nur den Bio-Richtlinien, sondern teilweise sogar denen von Demeter, und das bedeutet: Bio-Qualität der höchsten Güteklasse.

Tipp von den Hebammen: „Auch, wenn die ersten Löffelchen eher auf dem Lätzchen, den Wangen und vielleicht auch an der Wand landen statt im Bäuchlein, sollte die erste Mahlzeit deines Babys hochwertiges Gemüse enthalten.“
Von EDEKA gibt es jetzt Bio-Babybrei in 25 verschiedenen Sorten.

Von EDEKA gibt es jetzt Bio-Babybrei in 25 verschiedenen Sorten. Foto: EDEKA

Und was ist mit Salz?

Zu viel Salz ist nicht gut fürs Baby. Deshalb gibt es eine ganz klare Regel: Das Essen für ein Baby nicht würzen und auf keinen Fall Salz verwenden!

Solange ihr stillt ist die Salzversorgung eures Kindes ohnehin ausreichend, denn Muttermilch enthält einen geringen Anteil an Salz. Auch Beikost enthält Salz, selbst wenn es nicht zugesetzt wurde. Denn Gemüse, Getreide und Fleisch enthalten von Natur aus Salz.

Auch bei Mineralwasser solltet ihr aufpassen. Wasser aus der Leitung könnt ihr abkochen und eurem Kind geben, Mineralwasser aus dem Supermarkt sollte unbedingt natriumarm sein. Und natürlich ohne Kohlensäure!

Wie gelingt es mir, spielerisch zu füttern?

Essen ist ein vielschichtiges Erleben und als solches kann man seinem Kind es anbieten: Schau hier, probier mal aus – erlebe dein Essen. Dabei sollte alles ohne Stress und Druck ablaufen. Essen im ersten Lebensjahr und auch darüber hinaus darf Spaß machen. Also rein mit den Kinderhänden in die Schale! Kinder haben so die Möglichkeit neben unterschiedlichen Geschmäckern auch unterschiedliche Konsistenzen kennenzulernen. Natürlich gibt es auch bei den Kindern Geschmacksvorlieben. Diese bemerkt ihr am schnellsten, wenn ihr eure Mahlzeiten gemeinsam mit eurem Kind esst.

Tipp von den Hebammen: „Wenn ihr zum Beispiel den Klassiker Möhrenbrei füttert, dann kann es ein tolles Erlebnis für das Kind sein, wenn es vorher mit einer Möhre spielen darf und diese mit Händen, Füßen und Mund komplett erkunden kann. Ebenso könnt ihr kleine Schnitze aus Möhren garen und weich anbieten. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.“

Also, macht euch und eurem Kind keinen unnötigen Stress. Wenn während einer Mahlzeit das Wenigste im Mund landet, dann gibt es zum Nachtisch eben noch die Brust oder die Flasche. Es heißt ja nicht umsonst BEIkost.

Expertinnen für das Babyliebe-Magazin von Edeka: Hebamme Maren und Hebamme Tatjana

Expertinnen für das „Babyliebe“-Magazin von Edeka: Hebamme Maren (l.) und Hebamme Tatjana (r.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Hebammen Maren und Tatjana sind im Expertenteam von Edeka, und geben im „Babyliebe“- Magazin von Edeka jede Menge Tipps.
Maren liebt ihren abwechslungsreichen Beruf – besonders liegt ihr aber das Thema Beikost am Herzen. Hebamme Tatjana betreut seit fast drei Jahrzehnten Familien und hilft Mamas besonders dann, wenn es Probleme oder Fragen beim Stillen gibt.

Jennifer Meerkamp

Als Kind der 80er habe ich Kinderkassetten geliebt. Schnell war mir klar: Karla Kolumna ist immer dort, wo was los ist. Deswegen wollte ich Journalistin werden. Tatsächlich habe ich über meinen Job schon viele tolle Menschen kennenlernen dürfen: Jetzt, als Mama eines 1,5-Jährigen, freue ich mich, heute Teil des Echte Mama Teams zu sein und über Kinder zu schreiben. Die sind nämlich genau so spannend wie Schauspieler und Politiker.

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