Balkon kindersicher machen: So funktioniert’s!

Der Balkon ist ein wunderschöner Ort für die ganze Familie. Man kann gemeinsam entspannen und die frische Luft genießen. Für Kinder ist ein Balkon besonders spannend, aber leider auch sehr gefährlich. Doch keine Sorge, dass heißt jetzt nicht, dass dein Kind gar nicht mehr auf den Balkon darf. Du solltest euren Balkon nur unbedingt kindersicher machen. Und das ist gar nicht so schwer! Hier erklären wir dir, welche Gefahren auf dem Balkon lauern und was du tun kannst, damit dein Balkon kindersicher ist.

Welche Gefahren gibt es für Kinder auf einem Balkon?

Die größte Gefahr auf dem Balkon ist natürlich der Sturz. Doch auch die Balkontür, -möbel, Gegenstände, Pflanzen und selbst der Belag können für kleine Kinder gefährlich werden. Letzendlich solltest du dein Kind nie unbeaufsichtigt auf den Balkon lassen! Du musst jetzt nicht zu einer übervorsichtigen Helikopter-Mutter mutieren, aber du solltest dein Kind einfach nicht alleine auf den Balkon lassen. Gerade Kleinkinder unter 5 Jahren sind besonders gefährdet, weil sie gerne klettern und Gefahrenquellen noch nicht richtig einschätzen können.

Ab welchem Alter sollte der Balkon kindersicher gemacht werden?

Am besten so schnell wie möglich und spätestens, wenn dein Kind anfängt zu krabbeln. Empfehlenswert ist es, die Sicherheitsmaßnahmen mindestens bis zum 5. Lebensjahr beizubehalten. Danach kann individuell abgeschätzt werden, welche Dinge noch notwendig sind.

Ebenso solltest du deinen Balkon unbedingt kindersicher machen, wenn andere Kinder in dem Alter – zum Beispiel von Freunden oder Familie – bei dir zu Besuch sind und auf den Balkon spielen.

Balkon kindersicher machen – so gehst du vor:

Wie gesagt, es ist gar nicht so schwer, seinen Balkon kindersicher zu machen. Wenn du diese Maßnahmen umsetzt, hast du das Risiko eines Unfalls schon stark minimiert.

1. Fallschutz

Ein Fallschutz ist die wichtigste Maßnahme, die Eltern mit einem Kind und Balkon umsetzen sollten. Indem man das Balkongeländer verschließt, kann man verhindern, dass das Kind stürzt. Der Balkon sollte bis zu einer Höhe von mindestens 1,5 m, komplett verschlossen sein. Achte darauf, dass am Geländer nirgendwo eine Lücke bleibt. Selbst, wenn das Kind nicht durch die Öffnung passt, könnten seine Gliedmaßen stecken bleiben.

Mit folgenden Dingen kannst du ganz einfach einen Fallschutz bauen:

  • Holzplatten anbringen
  • Plexiglasscheibe befestigen
  • Balkonnetz spannen

Die Materialien kannst du im Baumarkt kaufen oder online bestellen. Bei besonders eifrigen Kletterern kannst du als zusätzliche Maßnahme ein Katzennetz spannen. Dieses verschließt den Balkon komplett und sorgt auch dafür, dass Spielzeug nicht hinuntergeworfen wird und so kaputtgeht gehen kann.

2. Balkonmöbel richtig stellen

Balkonmöbel dienen in Kinderaugen nur einem Zweck: dem Klettern. Stelle die Möbel möglichst weit vom Geländer auf, damit die Kleinen auf keinen Fall über das Geländer klettern können. Damit die Möbel nicht verschoben werden oder umfallen, kannst du sie zusätzlich an der Hausfassade oder am Boden befestigen. Dazu können sie entweder eingeschraubt oder angekettet werden.

3. Balkontür sichern

Kleine Kinder spielen gern an Türen, öffnen und schließen sie, halten sich dabei am Rahmen fest – und schon sind die Finger eingeklemmt. Das ist nicht nur sehr schmerzhaft, sondern kann den zarten Kinderhänden schlimme Verletzungen wie Brüche oder Kapselrisse zufügen.

Universalsicherungen für Türen und Fenster sind da die Lösung. Diese kannst du oben an der Balkontür anbringen und so dafür sorgen, dass das Kind die Tür nicht bewegt. Das beugt Verletzungen vor und außerdem hast du die Kontrolle darüber, dass das Kind nicht selber die Balkontür öffnet und unbeaufsichtigt nach draußen geht.

4. Balkonbelag abdecken

Diese Maßnahme wird von vielen Eltern übersehen, aber im Sommer kann es sehr heiß auf dem Balkon werden und der Balkonbelag kann porös werden und sich sogar lösen. Und Kinder nehmen ja gerne alles in den Mund – vielleicht sogar den Balkonbelag. An diesem könnten sie sich verschlucken oder vergiften.

Um das zu verhindern, kannst du den Belag mit einem geeigneten Material versiegeln. Gut eignen sich zum Beispiel Holz oder Fliesen, die du einfach auf den Boden legst. Auch gibt es spezielle Outdoor-Teppiche für den Balkon. Diese Materialien fühlen sich zudem angenehmer unter den Füßen an und sehen sehr schick aus.

5. Giftige Pflanzen

Pflanzen auf dem Balkon sind sehr hübsch, doch für Kinder auch nicht gerade nicht ungefährlich. Pflanzenteile könnten in den Mund genommen werden und Kinder vergiften. Informiere dich bitte ausführlich, ob deine Balkonpflanzen giftig sind. Unter anderem sind das zum Beispiel:

  • Alpenveilchen
  • Amaryllis
  • Clematis
  • Efeu
  • Petunie
  • Primel

Auch sollten Kinder Pflanzen mit Stacheln und Dornen nicht zu nahe kommen. Wenn du nicht auf Pflanzen auf dem Balkon verzichten möchtest, stelle sie an den Orten auf, an denen sie das Kind nicht erreichen kann. Neben den Pflanzen selber sind auch die Pflanzengefäße eine Gefahrenquelle. Die Töpfe sollten stabil stehen und nicht verschoben werden können. Heruntergefallene Pflanzentöpfe oder Scherben von zerbrochenen Gefäßen sind besonders bedenklich.

Werkzeug wie Pflanzenschere sowie Dünger und Pflanzensamen sollten natürlich auch nicht in Kinderhände geraten. Am besten bewahrst du sie immer außerhalb der Reichweite von Kindern auf, zum Beispiel auf einem höhergelegenen Regal oder in einem abschließbaren Schrank.

6. Zu viel Sonne

Auch in Deutschland kann es im Sommer auf Balkons ziemlich heiß werden, besonders, wenn die Sonne direkt draufscheint. Kleine Kinder haben eine zarte Haut und sind auch von Hitze stärker betroffen. Sie sollten daher unbedingt vor Sonnenbrand und Sonnenstich geschützt werden. Stelle also, wenn nötig, Sonnenschirme auf oder baue eine Markise ein, um die Kleinen vor der prallen Sonne zu schützen.

Auf der anderen Seite solltest du auch die Kälte nicht unterschätzen. Besonders Balkons, die aus Beton bestehen, können selbst an warmen Sommertagen kühle Wände haben. Spielen die Kinder auf dem Boden, muss also unbedingt eine Unterlage her. Auch solltest du überprüfen, ob es am Boden oder entlang der Wände einen kühlen Zug gibt. Die Wände dämmen kannst du dann mit Teppichen oder Kissen.

7. Außensteckdosen

Wie in der Wohnung sollten auch Steckdosen, die sich draußen befinden mit einem Kinderschutz versehen werden.

Auch Steckdosen auf dem Balkon sollten kindersicher gemacht werden.

Auch Steckdosen auf dem Balkon sollten kindersicher gemacht werden. Foto: Schutz von Reer / Amazon

8. Plantschbecken oder Pool

Bestimmt hast du schon einmal gehört, dass Kinder „leise“ ertrinken. Auch auf einem Balkon sollte deswegen dein Kind niemals unbeaufsichtigt in einem Plantschbecken oder Pool spielen.

Darf ich als Mieter meinen Balkon umbauen, um ihn kindersicher zu machen?

Besonders beim Einrichten des Fallschutzes stellt sich die Frage: darf ich den Balkon einfach verändern und umbauen? Grundsätzlich: ja. Veränderungen sind erlaubt, wenn sie rückgängig gemacht werden können. Das ist bei den meisten Maßnahmen zur Kindersicherung der Fall. So sind zum Beispiel die Absperrungen zum Kinderschutz so konstruiert, dass sie einfach montiert und dann wieder entfernt werden können, ohne Spuren zu hinterlassen. Selbst kleine Bohrarbeiten sind erlaubt. Solltest du dir jedoch nicht sicher sein, kontaktiere am besten einfach mal deinen Vermieter.

All diese Maßnahmen ersetzen natürlich nicht deine sorgfältige Aufsicht. Man weiß wirklich nie, was passieren kann. Doch ein kindersicherer Balkon ist bei kleinen Kindern einfach ein Muss!

Wir wünschen dir und den Kindern viele schöne und sichere Stunden auf eurem Balkon!

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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