Bad Moms!? Auch Promi-Mamas sind eben nur Menschen…

Wussten wir’s doch: Auch Promi-Mamas sind nicht perfekt! Und wenn sie das auch noch offen zugeben, ist das umso tröstlicher. Vor kurzem erst hat „Bad Moms“-Darstellerin Mila Kunis ihren „schlimmsten Erziehungsfehler“ gebeichtet. Auch andere Celebrity-Moms können mit der ein oder anderen Geschichte aufwarten.

Wer kennt`s nicht?

In der Webserie „Mom Confessions“ berichtete Mila Kunis, wie sie einmal gegen alle pädagogischen Ratschläge verstoßen hat. In der Vorschule hatte ein anderes Kind Milas kleine Tochter Wyatt Isabelle fies geschubst. Viele würden jetzt wohl sagen, dass man so eine Situation mit Worten klären sollte. Mila hingegen riet ihrer Tochter: „Schubs sie das nächste Mal zurück!“ Ihr Mann Ashton ging allerdings dazwischen, indem er darauf hinwies, dass man Kinder vielleicht nicht ermutigen sollte, andere Kinder zu schubsen.

Er hat bestimmt Recht. Aber ich kann Mila Kunis so gut verstehen. Unser Sohn gehört auch zu den Kindern, die sich nicht wehren. Wir haben ihn ja auch immer ermutigt, Ärger aus dem Weg zu gehen oder das Gespräch zu suchen. Ein Kind drangsaliert ihn allerdings immer wieder, mit Schlägen und Tritten. Reden? Hat bislang nichts gebracht. Weggehen? Besagtes Kind kommt hinterher. Vor kurzem wusste auch ich mir nicht mehr anders zu helfen, als meinem Sohn zu sagen: „Weißt du was? Das nächste Mal schubst du zurück. Falls jemand schimpft, sagst du: Meine Mama ist Schuld.“ Das ist pädagogisch echt nicht wertvoll. Für gute Alternativlösungen, wenn die üblichen Tipps nichts gebracht haben, bin ich deshalb dankbar 😉

In der Kelly-Clarkson-Show gab Kunis ein weiteres Missgeschick zu: „Ich fuhr auf der Autobahn, um Ashton bei der Arbeit zu treffen. Ich hatte richtig gute Laune. Im Rückspiegel sah ich meine Tochter Wyatt, die ebenfalls gut drauf war. Dann stockte mir der Atem: Sie war in ihrer Babyschale nicht angeschnallt.“ Sofort fuhr Kunis an den Seitenstreifen, um ihr Kind anzuschnallen. Als sie ihrem Mann davon berichtete, brach sie in Tränen aus. Wäre etwas passiert, hätten alle die Mutter verflucht. Leider muss ich zugeben: Auch das ist mir schon einmal passiert. Zum Glück konnte unser Sohn schon sprechen und hat mich schnell darauf aufmerksam gemacht.

Wir sind schnell dabei, andere Mütter zu verurteilen

Aber Fehler passieren. Besonders, wenn wir uns überfordert fühlen – und welche Mutter tut das nicht von Zeit zu Zeit? Selbst eine saucoole Socke wie Oscar-Preisträgerin Viola Davis („How to get away with murder“, „Fences“) ist davor nicht gefeit: „Ich musste an 50 Millionen Sachen denken, da habe ich die Autotür zugeschlagen. Meine Tochter saß noch drin.“ Die Tür hatte sich automatisch verriegelt und Davis den Schlüssel vergessen. Außerdem war es ein heißer Tag. Deshalb schlug sie verzweifelt Alarm, bis ein Passant sie beruhigte: „Ma’am, Sie müssen doch nur die 911“ anrufen. Ratzfatz war das Mädchen befreit. „Der Grund, warum ich das erzähle: Manchmal braucht es nur Sekunden, damit etwas schiefgeht“, sagte Davis hinterher.

Und kennt ihr auch den Panik-Moment, in dem ihr für einen kurzen Augenblick glaubt, euer Kind sei verschwunden? Mir ist das einmal im Supermarkt passiert. Ich habe unseren Sohn ganz kurz aus den Augen gelassen, um noch schnell ein Netz Zitronen in den Wagen zu packen. Danach war er weg. Die Suche hat etwa fünf Minuten gedauert, eine gefühlte Ewigkeit, in der mir die schlimmsten Horrorszenarien durch den Kopf gingen. Ich hatte sogar so doll Schiss, dass ich ihn erst einmal anschnauzte, nachdem ich ihn endlich gefunden hatte. Dabei war er eigentlich total süß: Er hatte sich hinter einer Säule versteckt und grinste mich schelmisch an. Hinterher habe ich mich natürlich entschuldigt.

Halle Berry dürfte das Gefühl kennen

In einem Bekleidungsgeschäft verschwand ihre Tochter Nahla. Der Star brach lautstark in Panik aus, wünschte sich sogar, dass der Laden verriegelt wird. „Dabei war sie genau neben mir. Sie hatte sich unter Sachen, die an einem Kleiderständer hingen, versteckt. Sie sah mich nur an und meinte: ,Hi!`“.

Also: Nicht vorschnell urteilen, wenn einer Mama etwas Doofes passiert – solange sie ihr Kind nicht gerade sträflich vernachlässigt oder gar misshandelt. Früher oder später befinden wir uns vielleicht in der gleichen Situation. Dann fällt das Kind trotz aller Vorsicht vom Bett, oder es gerät (hoffentlich nur kurz) aus unserer Sichtweite, weil wir einmal kurz abgelenkt sind. Ein wissendes, mitfühlendes Lächeln ist also angebrachter als harsche Kritik. Wir sitzen doch alle in einem Boot.

Jana Stieler

Ich lebe mit Mann und Sohn im Süden Hamburgs – am Rande der Harburger „Berge“ (Süddeutsche mal kurz weghören: Der höchste Punkt misst immerhin sagenhafte 155 Meter ü. M.). Wenn ich nicht gerade einen Text verfasse, liebe ich Outdoor-Abenteuer mit meiner Familie, lange Buch-Badewannen-Sessions mit mir allein und abendliches Serien-Binge-Watching.

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