Baby stirbt nach 48 Stunden – und die Eltern wissen nicht, warum

Absoluter Albtraum für ein Elternpaar aus Lübeck: Zwei Tage nach der Geburt stirbt ihr Baby auf der Intensivstation der Uni-Klinik. Und nicht nur das: Den Grund für den plötzlichen Tod ihres Sohnes kennen die beiden bis heute nicht. Deshalb haben sie das Krankenhaus jetzt verklagt – wegen unterlassender Hilfeleistung und Körperverletzung mit Todesfolge.

Die Geburt des 3. Kindes wird eingeleitet

Ursprünglich sollte der kleine Hendrik am 5. September zur Welt kommen. Für Mama Christina und ihren Mann Jerome ist es das dritte Kind. Da die beiden ersten Geburten problemlos verliefen, gehen beide davon aus, dass das auch bei Baby Nummer drei so sein wird. Bei einer Untersuchung stellen die Ärzte dann fest, dass Hendrik wohl zu wenig zugenommen hat. Deshalb bestellen sie Christina am 29. August in die Klinik, um die Geburt einzuleiten.

Die Ärztin der werdenden Mutter reagierte überrascht, weil es ungewöhnlich sei, eine Geburt am Wochenende einzuleiten, erzählt Christina gegenüber bild.de.

Als die Wehen losgingen, war Schichtwechsel

Offenbar aus gutem Grund: Denn besonders am Wochenende sind viele Krankenhäuser nicht so gut besetzt. Das mussten auch Christina und ihr Mann erfahren. Um 5:45 Uhr am Morgen setzen bei Christina die Wehen ein. Als sie nach der Schwester klingelt, bekommt sie die Auskunft, es sei Schichtwechsel, und sie solle um 6:10 Uhr in den Kreißsaal kommen.

Trotz heftiger Wehen machte Christina sich allein auf den Weg. Doch auch im Kreißsaal war bis auf zwei Hebammen-Studentinnen niemand zu sehen. Da nebenan parallel eine zweite Frau ihr Baby bekam, und die Studentinnen hin und her wechseln mussten, war Christina immer wieder für längere Zeit allein. Auch ihr Mann kann ihr nicht helfen, da er wegen Corona nicht mit in den Kreißsaal darf.

Die Eltern bemerken, dass ihr Baby blau angelaufen ist

Gegen 7:30 Uhr hat Christina es dann geschafft, und ihr Baby liegt endlich in ihren Armen. Etwas später darf auch Jerome endlich wieder zu seiner Frau und seinem Neugeborenen. Doch dann der Schock: Jerome fällt sofort auf, dass sein Baby blau aussieht. Der besorgte Vater sagt es den Ärzten – aber sie ignorieren ihn. Daraufhin macht er Fotos von seinem Sohn und fragt immer immer wieder nach einem Arzt. „Es hieß, das passe jetzt gerade nicht, werde aber noch passieren“, so Jerome gegenüber bild.de.

Es dauert ganze 1,5 Stunden, bis endlich ein Arzt den kleinen Hendrik untersucht – und das Baby sofort auf die Intensivstation verlegt.

Hendrik stirbt im Arm seines Papas

Als die Eltern am nächsten Morgen zu ihrem Sohn wollen, sagt ihnen ein Arzt, dass ihr Baby reanimiert werden musste. Der unfassbare Grund: Ein Schlauch des Beatmungsgeräts sei verstopft gewesen, und die Sauerstoffsättigung habe dadurch nur noch bei 20 bis 30 % gelegen. Geschockt begreifen die Eltern, wie schlecht es um ihr Baby steht. Abends kommt ein Pastor in die Klinik, um Hendrik zu taufen.

Den Eltern bleibt kaum Zeit, zu realisieren, was gerade Furchtbares passiert. Schon am nächsten Morgen stellt ein Arzt die Geräte ab, die ihr Baby am Leben erhalten. Jerome nimmt seinen Sohn auf den Arm, und der Kleine stirbt an die Brust seines Papas gekuschelt.

„Wir wollen wissen, warum das alles passiert ist!“

Besonders schlimm für die Eltern: Bis heute wissen sie nicht, warum ihr Baby sterben musste. Deshalb haben sie die Uniklinik jetzt verklagt – auf unterlassene Hilfeleistung und Körperverletzung mit Todesfolge.

Merkwürdig finden die beiden zum Beispiel auch, dass sich die Angaben zu Größe und Gewicht ihres Babys im Laufe der Tage verändert haben. Ursprünglich war ihnen gesagt worden, ihr Sohn habe 2.520 Gramm gewogen, später waren es plötzlich 3.250 Gramm. Und auch bei der Größe gab es eine Abweichung von 3 cm.
Der Bestatter hat den Eltern außerdem erzählt, dass am selben Tag noch ein weiteres Baby in der Uniklinik zur Welt gekommen und ebenfalls gestorben sei.

Von der Klinik gibt es bisher keine Stellungnahme

Wie BILD berichtet, sei laut dem Chef der Gynäkologie bei der Geburt „alles nach Standard“ gelaufen. Bei der Obduktion des Babys hätte sich herausgestellt, dass Hendrik mit einem schweren Herzfehler zur Welt gekommen sei.

Schriftlich bestätigen will das Krankenhaus das allerdings nicht und beruft sich dabei auf das laufende Verfahren.

Was auch immer bei dem Verfahren herauskommt, wird Christina und Jerome ihren Hendrik leider nicht zurückbringen. Aber vielleicht erfahren die beiden zumindest, warum ihr Baby sterben musste. Wir wünschen den beiden von ganzem Herzen viel Kraft!

Wiebke Tegtmeyer

Nordisch bei nature: Als echte Hamburger Deern ist und bleibt diese Stadt für mich die schönste der Welt. Hier lebe ich zusammen mit meinem Mann und unseren beiden Kindern. Ich liebe den Hafen, fotografiere gern, gehe gern zu Konzerten und zum Fußball. Bei Echte Mamas kann ich meine Leidenschaft für Social Media und Texte ausleben – und darüber freue ich mich sehr.

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