Arbeiten mit Kind! Meine neue Art des Arbeitens

Viele von uns „Rabenmüttern“ erdreisten sich trotz Kind arbeiten zu wollen und geben ihren Nachwuchs in Kinderbespaßungsfabriken ab. Doch selbst mit der richtigen Kinderbetreuung hören die Probleme im Job für Mütter nicht auf. Arbeiten mit Kind ist eine Herausforderung mit bislang unbekannten Hürden.

Seit ich vor vier Jahren Mutter geworden bin… habe ich viele unangenehme Erfahrungen gemacht und gelernt, dass Arbeiten mit Kind gar nicht so einfach ist, vor allem in der Film- und Medienbranche. Unflexible Arbeitszeitmodelle, Vollzeit leisten in Teilzeit und ständige Krankschreibungen inklusive Grippe, Streptokokken, Magen-Darm-Viren.

Es tut mir wirklich leid, liebe werdende Mamas, dass ich keine besseren Nachrichten für euch habe: Die Arbeitswelt ist größtenteils nicht kompatibel für Frauen mit Kindern. Trotzdem ist für die meisten von uns Arbeiten mit Kind unumgänglich. Als Mütter erleben wir die neue Art des Arbeitens und lernen mit Hindernissen umzugehen. Das macht uns insgesamt noch stärker!

Ist Vollzeit arbeiten mit Kind überhaupt möglich?

Bevor meine Tochter auf die Welt kam, dachte ich, dass Vollzeit arbeiten mit Kind kein Problem wäre – weder emotional noch logistisch. Natürlich lag ich damit falsch. Egal ob 40 oder 30 Stunden, ich hatte weder einen Betreuungsplatz noch ansatzweise genügend Schlaf, um diese Anforderungen zu stemmen. Also habe ich mich erdreistet, rechtzeitig vor dem Ende meiner einjährigen Elternzeit meinen Arbeitgeber zu fragen, ob ich erstmal nur in Teilzeit mit 20 Stunden pro Woche arbeiten könnte. Leider reichte das nicht, meine Chefin wollte, dass ich Minimum 30 Stunden pro Woche arbeitete. Dass ich zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal einen Betreuungsplatz für meine Tochter hatte (wie auch in München?!), interessierte sie kaum. Auch, dass mich meine Tochter jede Nacht regelmäßig drei- bis viermal weckte und ich tagsüber ein Zombie war – Schlafmangel interessierte dort keinen. Verständnis suchte ich vergebens, wir trennten uns im gegenseitigen Einvernehmen direkt nach dem Ende der Elternzeit.

Daraufhin habe ich mich selbstständig gemacht und als meine eigene Chefin verordnete ich mir flexible Arbeitszeiten. So weit so gut, aber in der Selbstständigkeit kommen andere Probleme auf dich zu. Zum Beispiel das Fehlen von Urlaubsgeld oder Fortzahlung des Gehalts im Krankheitsfall. Auch konnte ich nicht jeden Auftrag annehmen, da ich meine Tochter schließlich pünktlich von der Krippe abholen musste. Zum Glück habe ich einen Mann, der Vollzeit arbeitet, so konnten wir die Miete zahlen. Respekt an dieser Stelle an alle alleinstehenden Mütter da draußen. Ihr seid absolute Löwinnen!

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Damit ich auch im Urlaub „Taschengeld“ hatte, nahm ich einen Minijob an, der mir ein bisschen Geld sicherte, wenn mal ein Monat nicht so gut lief. Ich fühlte mich dort wohl, hatte nette Kollegen und interessante Aufgaben. Nach wenigen Monaten ergab sich bei diesem Minijob die Möglichkeit auf eine Vollzeitstelle. Tatsächlich hätte ich den Job angenommen und mein Mann wäre Teilzeit arbeiten gegangen. Wenn ich mich so umhöre, ist das in der heutigen Zeit immer noch eher die Ausnahme.

Papa mit Baby

Immer noch die Ausnahme: Papas in Elternzeit Foto: Bigstock

Die Stelle war perfekt für mich: Ich war eingearbeitet, ich kannte den Bereich und war qualifiziert genug. Doch siehe da, ein jüngerer Single-Mann bewarb sich ebenfalls und schnappte mir den Job vor der Nase weg. Wer weiß, vielleicht brachte er tatsächlich die besseren Qualifikationen für die Stelle mit? Es wäre unfair von mir anzunehmen, dass mein Arbeitgeber den externen Bewerber nur bevorzugte, weil er keine Kinder hatte – oder?! Ich werde es wohl nie erfahren.

Teilzeit ist Vollzeit mit weniger Geld

Kurze Zeit später fand ich eine interessante Teilzeitstelle mit 20 Stunden pro Woche. Nachdem ich im Bewerbungsgespräch ungefragt erwähnte, dass ich übrigens keine Kinder mehr haben möchte, konnte nichts mehr schief gehen: Tatsächlich bekam ich den Job. Ich war anfangs sehr glücklich, dass ich endlich die Chance bekam auf eine tolle Teilzeitstelle.

Wie sich herausstellte war das eine ehemals Vollzeitstelle, die nun in Teilzeit ausgeschrieben wurde. Das bedeutete: Ich wurde für wenig Geld ausgenutzt. In dieser Zeit träumte ich jede Nacht von der Arbeit, wenn ich nicht gerade stundenlang hellwach da lag und innerlich die hundert Emails beantwortete, die vom Arbeitstag übrig blieben. Selbst als ich vertraglich auf 30 Stunden pro Woche erhöhte, gehörten Überstunden weiterhin unbezahlt und ohne Ausgleich dazu, unfreundliche Chefs inklusive. Noch dazu war die Arbeit am anderen Ende der Stadt, jeden Nachmittag fuhr ich völlig abgehetzt auf der Autobahn, schließlich wollte ich nicht zu spät am Kindergarten ankommen. Ohne Nanny, Oma oder Opa an der Hand, kannst du nichts machen, außer den Stift fallen lassen und im Sandkasten E-Mails beantworten. Auf einmal hatte ich unfreiwillig eine Vollzeitstelle, doch nach sieben Monaten sagte ich „Adieu, Lebewohl, Goodbye“ oder „Sucht euch einen anderen Deppen“.

Überraschung: Frauen können schwanger werden

Ich frage mich immer wieder, wieso das für Arbeitgeber jedes Mal aufs Neue eine Überraschung ist: Ja, Frauen können schwanger werden. Ja, Mütter wollen (können) in der Regel nach der Geburt in Teilzeit arbeiten. Nein, die Kita hat nicht bis 19 Uhr geöffnet. Ja, Kinder werden wirklich andauernd krank.

Glücklicherweise fand ich sofort einen neue Teilzeitstelle mit 25 Stunden pro Woche mit einer wundervollen Chefin, die selbst Mutter war und viel Verständnis für den Balance-Akt zwischen Familie und Beruf hatte. Nichtsdestotrotz hatte ich immerzu ein schlechtes Gewissen. In der kurzen Zeit hatte ich die meisten Krankschreibungen meines Lebens. Es war Winter und meine Tochter kam jede Woche mit einer anderen Krankheit aus dem Kindergarten wieder. Da sie ein sehr großzügiges Mädchen ist, teilte sie all diese Krankheiten mit Mama und Papa. Wir hatten Streptokokken-Angina gefolgt von Grippe Virus Typ A und mehreren Magen-Darm-Krankheiten. Ich verpasste eine wichtige Messe, während meine Tochter und ich mit 40 Grad Fieber zuhause lagen. Das kann dir natürlich auch ohne Kind passieren, aber wöchentliche Krankschreibungen eher nicht. Erneut träumte ich von der Arbeit und von unbeantworteten E-Mails, alles blieb liegen.

Ich beendete auch dieses Arbeitsverhältnis und kehrte zurück zur Selbstständigkeit. Lieber glücklich mit leerem Konto, als gestresst mit vollem.

Natürlich sind das meine eigenen subjektiven Erfahrungen als arbeitende Mutter. Doch mit wenigen Ausnahmen höre ich in meinen Bekanntenkreis sehr ähnliche Geschichten. Arbeiten mit Kind – was sind eure Erfahrungen?

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