Alleinerziehend: „Die intensive Bindung zu meinem Kind können Paare nur schwer verstehen.“

„,Dein Kind ist doch nicht dein Leben!` Diesen Satz warf mir eine Freundin, verheiratet und Mutter eines Sohnes, eines Tages im Streit an den Kopf. Als wäre ich physisch getroffen worden, stutzte ich, hielt inne, wich zurück.

Ich, die Alleinerzieherin, die seit der Geburt meiner Tochter versuchte, alles zu sein. Vater und Mutter, Seelentrösterin und Grenzen-Setzerin, Freundin und – in gewissen Maßen – Autoritätsperson, Kuschelpartnerin und Raufbold-Konkurrentin, Köchin und Haupternährerin, Geldverdienerin und Hausfrau. Das war eine Aufgabe, die mich völlig einnahm und ich erfüllte sie für mein Kind.

Dass also mein ganzes Leben zur Zeit aus Kind bestand, war selbstverständlich, eine Tatsache, die mir manchmal zwar eine Last, aber eben auch Liebe pur, für die nächsten paar Jahre unabänderlich war und über die ich noch nie nachgedacht hatte. Niemals hätte ich gesagt, dass mein Kind mein Leben sei, und doch war es das. Als negative „Eigenschaft“, oder gar als Bürde, als etwas, das man jemandem vorwerfen könnte, hatte ich das nie empfunden.

Der Satz meiner Freundin spukt darum immer noch in meinem Kopf herum, obwohl der Streit inzwischen schon lange zurückliegt. Mehr als ihre vermeintliche Beleidigung traf mich damals, dass sie damit suggerierte, dass ihr Kind eben nicht ihr Leben sei. Es war mir bis dahin noch nie in den Sinn gekommen, dass die Bindung zwischen mir und meiner Tochter stärker, anders, sei.

Doch je mehr ich darüber nachdachte und mich umblickte, desto klarer wurde es mir. Dieses Phänomen betrifft nicht nur mich, sondern alle Familien, in denen nicht beide Elternteile präsent sind. Uns und unsere Kinder verbindet ein Band, das so intensiv ist, dass es für Paare schwer fassbar scheint.

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Wir klammern uns gegenseitig an uns, sind völlig aufeinander fixiert, im positivsten Sinne, selten auch im negativsten. Wir kennen uns in- und auswendig, weil wir alle Emotionen teilen.

Ist meine Tochter wütend, gibt es nur mich, auf der sie ihre Wut abladen kann. Ist sie traurig, bin ich es, die ihre Tränen trocknet. Ist sie begeistert, bin ich es, die in ihre Jubelrufe einstimmt. Ich bekomme 100 Prozent der Umarmungen, aber auch 100 Prozent der Trotzanfälle.

Jede Laune meiner Kleinen standen wir zu zweit durch. Foto: Bigstock

In ihren ersten Lebensjahren waren wir ständig zusammen. Sie war dabei, wenn ich mich mit Freunden zum Kaffee traf, wenn ich einkaufen ging, bei jedem Ausflug, jedem Arztbesuch und sogar zur Arbeit kam sie manchmal mit.

Wir hatten ein Familienbett, schon bevor es Trend wurde. Wir kuschelten uns in den Schlaf, ganz lange war ich ihr Schmusetier, das es festzuhalten galt. Die Kante meines Schlafshirts war es, die sie in der Nacht suchte, wenn sie halb aufwachte, weil sie einen schlechten Traum hatte; die sie zwischen ihren Fingerchen spüren musste, meine Haut an ihren Nägeln, um sich zu beruhigen.

Diese Nähe war manchmal wunderschön, manchmal natürlich viel zu viel. Erschöpft und jeden Tag am Limit, fühlte es sich auch für mich manchmal wie eine Beruhigung an, manchmal machte es mich völlig verrückt und ich wollte nur weg.

Wir brauchten für unser Familienbett keine Spezialanfertigung oder Bauanleitung. Ein ganz normales Bett war völlig in Ordnung, weil wir ohnehin „nur“ zu zweit waren. „Nur“ ist deshalb „nur“, weil wir es nicht anders kannten. Klar, manchmal wäre es schön gewesen, einen permanenten Zweit-Verantwortlichen zu haben, jemanden, der unkompliziert aufpasst, damit ich mal kurz aus dem Haus kann. Aber trotzdem, so richtig gefehlt hat uns niemand. Wir waren und sind ein Team, wie die Gilmore Girls, und wie bei den Gilmore Girls gibt es nichts und niemanden, der das Band trennen kann.

Wir lebten in unserer eigenen kleinen Welt, zu der niemand Zutritt hatte, auch kein neuer Mann. Der musste und muss akzeptieren können, dass er niemals an erster Stelle steht. Durch einen neuen Partner wurde unsere Familie erweitert, um einen Teil, der auf unsere Bindung allerdings kaum Einfluss hat.

Ebenfalls eine schöne Erweiterung war die KiTa. Schon relativ früh kam meine Tochter in den Genuss der Fremdbetreuung, der für uns beide wirklich ein Genuss war. Sie liebte es, andere Kinder, andere Menschen, andere Sichtweisen, nicht zuletzt anderes Spielzeug zu erfahren.

Die ersten Wochen waren eine große Umstellung, aber nach der Eingewöhnung folgten wunderbare Jahre. Nie hatte sie Trennungsängste, nur selten weinte sie beim Abschied, da sie sich völlig sicher war, völlig sicher sein konnte, dass ich bald wieder da sein würde. Auch für mich fühlte es sich komisch an, plötzlich nicht mehr ständig und überall ein Kind im Schlepptau zu haben. Ganz merkwürdig war es, ohne sie durch die Straßen zu gehen. Irgendwie alleine, einsam, aber auch frei.

Inzwischen ist meine Tochter schon älter und ziemlich selbstständig. Genau wie ich braucht sie nun ihre Auszeiten von unserer kleinen Kaugummiblase.

Unsere Welt ist mit den Jahren größer geworden und sie ist, wie jedes heranwachsende Kind, gerne alleine oder bei ihren Freunden. Doch obwohl sie ihre eigenen Wege geht, sind wir im Grunde noch wie damals. Sie weiß, dass ich immer für sie da bin, ob sie sich nun ein Knie gestoßen, Probleme in der Schule hat oder verliebt ist – ich bin die Hauptansprechpartnerin, mit der sie ihre Sorgen und Freuden teilt und auf die sie zählt.

Die Zeiten ändern sich, aber eines wird sich nie ändern: Unser besonderes Band bleibt bestehen. Noch immer ist meine Tochter mein Leben. Aber je älter sie wird, umso mehr anderes Leben kommt dazu.“

Echte Mamas

Echte Mamas. Wir sind echt und ehrlich.

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