Ich stille und soll ein Antibiotikum nehmen – schadet das nicht meinem Kind?

Wer stillt, achtet schon seinem Kind zuliebe auf sich: Gesunde Ernährung, kein Alkohol…. und möglichst keine Medikamente. Denn das alles geht in die Muttermilch über und gelangt so in den zarten Körper unseres Babys. Doch natürlich kann es eine stillende Mama jederzeit „erwischen“: Sie bekommt einen Infekt, der es nötig macht, ein Antibiotikum einzunehmen.

Große Aufregung: Und nun? Kann ich das Medikament, das mir mein Arzt verschrieben hat, bedenkenlos einnehmen? Schadet ein Antibiotikum nicht meinem Kind?

Wir haben Dr. Anja Dawson gefragt, wie es wirklich aussieht mit dem Thema Antibiotika während des Stillens. Die Gynäkologin: „Keine Panik. Für jede bakterielle Infektionskrankheit gibt es heute ein Antibiotikum, welches auch in der Stillzeit eingenommen werden darf. Natürlich gehen Spuren davon auch in die Muttermilch über… Aber die durch eine bakterielle Infektion der Mama bestehende Gefahr für den Säugling ist in der Regel deutlich größer als die eventuell auftretenden Nebenwirkungen des Medikaments.“

 

Auch Mamas Krankheit ist nicht immer unbedenklich für das gestillte Baby. Foto: Unsplash/ Jordan Whitt

 

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Natürlich wird der behandelnde Arzt das Nutzen-Schaden-Risiko immer sorgfältig abwägen. Er wird nur dann ein Antibiotikum verschreiben, wenn es die Erkrankung wirklich erforderlich macht.

„Dann aber sollten Frauen aus Angst, ihrem Baby zu schaden, auch keinesfalls auf das Medikament verzichten oder die Therapie vorzeitig abbrechen.“ warnt Dr. Dawson. „Auf keinen Fall aber ohne Absprache mit ihrem Arzt.“

„Im Wochenbett bespielsweise gibt es u.a. zwei schwerwiegende mütterliche Infekitionen, die gefährlich werden können: Die Infektion der Brust bei Milchstau, die zu hohem Fieber und starkem Krankheitsgefühl führen kann und die Entzündung der Gebärmutter (das sogenannte ,Kindbettfieber´), welche sehr gefährlich werden kann. In diesen Fällen ist es wichtig, die Medikamente richtig einzunehmen, wenn der Frauenarzt sie verschrieben hat. Letztlich geht es natürlich auch immer darum, möglichst schnell wieder fit zu sein, damit sich die Mama wieder schnell um das Baby kümmern kann.“ erklärt die Gynäkologin.

Es gibt Produkte, die man nur einen Tag nehmen muss. Wenn ich ein solches Antibiotikum verschrieben bekomme, ist es dann nicht sinnvoll, vorher genügend Milch abzupumpen, um diesen einen Tag zu überbrücken?

Die Gynäkologin: „Wenn man ein einmaliges Medikament einnehmen muss, ist es immer praktisch, dies kurz nach dem Stillen zu tun. Dann ist Abpumpen in der Regel nicht nötig. Wenn, dann würde der Frauenarzt aber darauf hinweisen, dass man beispielsweise eine bestimmte Zeit danach nicht stillen darf. In dem Fall wäre ein Abpumpen der Milch vorher eine gute Idee.“

Übrigens: Unter www.embryotox.de kannst du dich wunderbar über die Verträglichkeit von Medikamenten in der Schwangerschaft und der Stillzeit informieren. Es gibt es eine Liste der Wirkstoffe in Medikamenten. Plus die Studienergebnisse und die Freigabe der Verwendung bzw. Warnung vor der Einnahme.

Foto: privat

Unsere Expertin: Dr. med. Anja Dawson, Dreifach-Mama und Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe (Schwerpunkte gyn. Endokrinologie, Reproduktionsmedizin und Schwerpunkt pränatale Medizin.). Initiatorin der Praxis Kinderwunsch Valentinshof

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer vierjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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