Albträume bei Kindern: Wie Eltern helfen können

Wir alle haben sie ab und zu: Albträume! Schlechte Träume, die uns nachts wach werden lassen und so sehr durcheinanderbringen, dass wir erst eine Weile brauchen, um zwischen Traum und Realität zu unterscheiden. Ein furchtbares Gefühl, oder? Unseren Kleinen, die noch nicht so viel Erfahrung mit schlechten Träumen gemacht haben, fällt das noch wesentlich schwerer. So sitzen sie plötzlich mitten in der Nacht völlig verstört aufrecht im Bett und zittern am ganzen Körper. Uns Mamas fällt es schwer, dann ruhig zu bleiben – wie gerne würden wir unserem kleinen Liebling nur helfen!? Albträume bei Kindern kommen häufig vor, deshalb ist es gut, darüber einige Informationen zu sammeln:

Woher kommen Albträume bei Kindern?

In Träumen werden Erlebnisse und Erfahrungen verarbeitet. Was unsere Kleinen tagsüber erleben, begegnet ihnen nachts wieder im Traum. Und deshalb ist auch Stress ein wichtiger Faktor, der Albträume auslösen kann. „Wenn Kinder Albträume haben, ist das erst mal ganz normal“, sagt Familientherapeutin Stephanie Ernst. Manche Studien legen zudem nah, dass Kinder, die besonders kreativ und fantasievoll sind, häufiger träumen.

Wie kann ich als Mama im Akutfall helfen?

Wir Mamas leiden unter den Albträumen unserer Kleinen fast genauso wie unsere Kinder selbst. Das ist unnötig, denn eigentlich können wir wirklich ganz einfach helfen:

Sofort für ein sicheres Gefühl sorgen

Licht anmachen und Ruhe bewahren.

Sprich mit deinem Kind

Zeige ihm, dass unter dem Bett kein Monster lauert. Konfrontation mit der Realität ist hier die beste Methode! „Gerade kleine Kinder können noch nicht zwischen Traum und Realität unterscheiden“, sagt Stephanie Ernst, „am besten man redet mit ihnen.“

Bleibe bei ihm, bis es wieder schläft

Bis dein Liebling wieder ruhig schläft, kann es eine Weile dauern. Wenn er sich gar nicht beruhigen kann, leg dich dazu. „Körperliche Nähe hilft immer!!!! Wer als Eltern sein Bett so überhaupt nicht teilen mag, kann dem Kind auch anbieten, die Tür offen zu lassen“, sagt Therapeutin Ernst.

Was hilft auf lange Sicht gegen Albträume bei Kindern?

Wenn du das Gefühl hast, dass dein Kind in seinem Albtraum etwas verarbeitet, sprich mit ihm über seine Ängste! „Ich hatte mal eine Familie zur Beratung, bei denen das Kind am nächsten Tag am Frühstückstisch anfing, von dem Traum zu erzählen. Die Eltern schlugen ihm dann vor, von dem Traum ein Bild zu malen und es zu zerreißen. So nach dem Motto ,Damit ist dieser Traum jetzt abgehakt.` Eine schöne Idee, wie ich finde!“

Sorge zukünftig dafür, dass dein Kind möglichst entspannt ist, wenn es zu Bett geht und abschalten kann. Vielleicht mag es beim Kuscheln vor dem Einschlafen ja mit dir über seinen Tag reden, auch über Dinge, die blöd waren? Wenn du das Gefühl hast, dass dein Kind in seinem Albtraum etwas Bestimmtes verarbeitet, taste dich vorsichtig bei ihm an dieses Thema heran. Stressige, wilde Fernsehsendungen sollten vorm Schlafengehen unbedingt tabu sein!

Ein Nachtlicht bietet Orientierungshilfe, wenn das Kind nachts hochschreckt.

Wann sollten wir uns therapeutische Hilfe suchen?

Wenn die Albträume auffällig lange andauern, verarbeitet dein Liebling möglicherweise ein komplexeres Problem. Kinder träumen auch nach einer Scheidung, Missbrauch und Mobbing schlecht. Sollten sich die Träume gar nicht mehr beruhigen, kann ein Kinderpsychologe helfen.

Experten haben diese Checkliste erstellt:

Erlebt ein Kind
  • häufig (einmal pro Woche oder mehr)
  • und aber über einen längeren Zeitraum (einen Monat) Albträume
  • und/oder führen diese Träume zu einer deutlichen Beeinträchtigung in einem oder mehreren Lebensbereichen (Angst vor dem Einschlafen, Grübeln über das Geträumte, Konzentration lässt nach…)
ist es ratsam, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.