„9/11“: Wie habt ihr vom Terror in New York erfahren?

Auf den Tag 20 Jahre ist es her, dass Terrorismus eine ganz neue Dimension annahm.

Es war der 11. September 2001: Sprachlos sah die ganze Welt auf New York, das von Staub bedeckt war.

Der Staub der einstürzenden Türme des World Trade Centers, in dem sich zahllose Menschen aufhielten. Schuld war ein Ereignis, das man nie für möglich gehalten hätte: Entführte Flugzeuge steuerten in die „Twin Towers“ und das Pentagon, ein viertes wurde zum Absturz gebracht, bevor es sein Ziel erreichen konnte. Es sah aus wie in einem Katastrophenfilm aus Hollywood – doch leider war es real. Durchgeführt wurden die Anschläge laut amerikanischer Sicherheitsbehörden vom islamistischen Terrornetzwerk Al-Qaida.

Ich selbst erinnere mich noch ganz genau, dass ich mit meiner Mama fassungslos vor dem Fernseher saß, nachdem der erste Turm getroffen wurde. Eine Dreiviertelstunde später schlug ein Flugzeug in den zweiten Turm ein – und das wurde bereits live in der ganzen Welt übertragen.

Zum 20. Jahrestag dieses unvergesslichen Dramas haben wir in unserer Community „Wir sind echte Mamas – unsere Fragen und Antworten“ einmal nachgefragt, wie ihr diesen furchtbaren Tag in Erinnerung habt.

Die Antworten haben uns teilweise direkt ins Herz getroffen.

Hier lest ihr eine kleine Auswahl:

„Ich hatte damals bei meinem Hausarzt eine letzte Voruntersuchung zum Start meiner Ausbildung zur Krankenschwester. Ich kam nach Hause und mein Vater saß vor dem TV und weinte bitterlich. Ich habe meinen Papa noch nie zuvor weinen gesehen…..“

„Es war der erste Tag in der neuen Schule und ich bin in die achte Klasse gekommen. Ich war schon zu Hause und stand mit meiner Mutter im Wohnzimmer. Meine Oma ist gekommen und hat ganz aufgeregt erzählt, dass ein Flugzeug in das WTC geflogen ist. Wir haben dann live gesehen, als das zweite einschlug. Die Bilder, als die Menschen gesprungen sind, werde ich nie im Leben vergessen.“

„(…) Hatte dann Feierabend, bin heim und überall lief es. Und die Türme stürzten in den Moment ein. Was ich ganz schlimm fand, waren die Menschen, die aus den obersten Etagen runtersprangen, ich habe nur geweint, da alles so unglaublich dramatisch war, so unreal, aber es war leider real!!! (…)“

„(…) Ein paar Wochen später sah ich die Doku über die Feuerwehrmänner, die an dem Tag zufällig gefilmt wurden und somit nahm das Kamerateam auch das erste Flugzeug auf…. Dieses Filmteam begleitete die Feuerwehr bis in das WTC, und es ist so furchtbar zu hören, während die Körper der verzweifelten Menschen, die sprangen, aufknallten, der 1. Turm zusammenbrach, sie es noch gerade so rausschafften…. Unfassbar… Ein Jahr später, wurden die Namen der Opfer vorgelesen, im Rahmen der Trauerfeier am Ground Zero, ich glaube es dauerte um die 4-5h. Da wurde nochmal jedem bewusst, wieviele ihr Leben ließen. Dieser schwarze Tag wird uns immer begleiten…“

„Ich (damals 10) war bei meiner Oma im Krankenhaus. Die Zimmernachbarin guckte TV, Ton lief über Kopfhörer. Ich dachte, es wäre ein Spielfilm, der da lief. Erst im Auto bzw. Zuhause merkte ich, dass es real war.“

„(…) Dann danach die Aufräumarbeiten, wochen- und tagelang. Nie werde ich die Bilder der riesigen Schutthaufen mit den herausragenden Gebäuderippen vergessen. Und das man nichts gefunden hat das größer war als ein Fuß. Die endlosen Zäune voller Suchplakate von Vätern, Müttern, Töchtern, Söhnen…“

„Mein Sohn war damals das erste Mal mit seiner Oma alleine unterwegs, ich wollte mir einen netten Nachmittag mit Freunden machen… Wir saßen und warteten darauf, dass die Serie „Barbara Salesch“ beginnt.. (Schande über mein Haupt, damals war das brandaktuell), bekamen aber stattdessen die Bilder des Flugzeugs, wie es in eines der Türme kracht, zu sehen. Bis wir realisiert haben, worum es geht, dachte ich, das sei ein Trailer für einen Film, der später zur Primetime ausgestrahlt wird. Ich hatte Panik und wollte nur noch mein Kind wieder bei mir haben.. totales beklemmendes Unbehagen.“

Wir danken ganz herzlich jeder Mama, die ihre Gedanken und Erinnerungen mit uns geteilt hat.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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