2G und 2G+: Gelten die Regelungen auch für Schwangere und Stillende?

Gestern wurden die Corona-Maßnahmen in einer Bund-Länder-Runde erneut verschärft. Ein ganz großes Thema dabei, dass uns schon länger begleitet, ob nun ganz präsent im Alltag, wie hier in Hamburg oder bisher nur als Theorie, ist dabei „2G“. So haben hier nur Geimpfte und Genesene Zutritt, in der verschärfte Variante „2G+“ müssen sich diese beiden Parteien vorab sogar noch von offizieller Stelle testen lassen. (Was letzten Endes natürlich eigentlich nur konsequent ist, da ja auch Genesene und Geimpfte sich mit dem Corona-Virus anstecken und diesen weitergeben können.)

Wer sich gegen die Impfung entscheidet, hat spätestens jetzt große Einschnitte in seinem Alltag.

2G soll jetzt bundesweit in allen Kinos, Theatern und Gaststätten gelten. Und: Auch der Handel ist betroffen, ausgenommen lebensnotwendiger Geschäfte wie Supermärkte, Drogerien und Apotheken. Aber das letzte Weihnachtsshopping oder ein gemütlicher Bummel durch Klamottenläden sind zurzeit nur möglich, wenn man sich als komplett geimpft oder eben genesen ausweisen kann.

Als Autorin eines Mama-Magazins frage ich mich da natürlich: Gilt das denn auch für schwangere bzw. stillende Frauen?

Denn ich bin ganz klar pro Impfung. Ich kann aber durchaus verstehen, wenn Bald- und Neu-Mamas zögern, ob sie den Gang ins Impfzentrum wirklich machen sollten – schließlich versorgen sie nicht nur ihre, sondern auch weitere kleine Körper. Die ihrer Kinder, dem Wertvollsten, das sie „haben“ und für das sie die gerade die volle Verantwortung haben. Das ist nochmal etwas ganz anderes, finde ich auch.

Keine leichte Entscheidung. Kassiert man trotzdem auch die aktuelle Nachteile, wenn man sich wegen Schwangerschaft oder des Stillens gegen die Impfung entscheidet?

Zuerst einmal: Was wissen wir über das Impfen von Schwangeren und Stillenden?

Lange empfahl die STIKO (ständige Impfkomission) die Impfung in diesen Fällen nicht. Man hatte einfach zu wenig Erfahrungswerte, welchen Einfluss das Virus, aber eben auch das „passende“ Vakzin, auf das Leben der Kinder hatte – ob nun noch in Mamas Bauch oder schon an ihrer Brust.

Inzwischen begleitet uns das Virus schon etwas länger und die Erkenntnisse wachsen ständig. Und so sind Mediziner, Forscher und Ärzte sich sicher, dass Mamas Corona-Impfung ihrem Baby im Bauch oder an der Brust überhaupt nicht schadet – eher im Gegenteil. So konnte nachgewiesen werden, dass die „mütterlichen Anti-SARS-CoV-2-Antikörpern“ zum Ungeborenen gelangen. Allerdings ist bisher nicht klar, ob dadurch tatsächlich ein „klinisch relevanter Schutz für das Neugeborene erzielt werden kann.“ (Quelle: STIKO). Und Studien zeigen, dass – wenn überhaupt – nur kleinste Spuren eines mRNA-Impfstoffs in die Muttermilch übergehen. Diese werden dann im Magen-Darm-Trakt des Säuglings abgebaut.

Im September 2021 war es daher soweit und die STIKO sprach eine Impfempfehlung für Schwangere und Stillende aus.

Laut dem Beschlussentwurf sollten sich ungeimpfte Stillende und Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel schützen. Dafür sollten sie auf zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs zurückgreifen, wie das Robert-Koch-Institut mitteilte. Das wären also Biontech und Moderna.

Und eben diese offizielle Empfehlung kann dafür sorgen, dass G2 auch für Schwangere und Stillende gilt.

Das handhaben die Bundesländer aktuell scheinbar unterschiedlich. So kann man auf der Website des Saarlands lesen: „Die 2G+ bzw. 2G-Regelungen gelten auch für Schwangere und Stillende. Ausgenommen hiervon sind Schwangere im ersten Trimester, da in dieser Phase der Schwangerschaft eine Contraindikation möglich ist sowie Schwangere bzw. Stillende, welche ein entsprechendes Attest zur Impfunverträglichkeit vorweisen können.“ (Stand 19.11.21)

In Baden-Württemberg sind Schwangere und Stillende von G2 ausgeschlossen, da „es für diese Gruppen erst seit dem 10. September 2021 eine Impfempfehlung der STIKO gibt.“ (Stand 17.11.21)

Die Bundesländer haben hier eigene Entscheidungsgewalt, vieles ändert sich häufig und wird den aktuellen, regionalen Verhältnissen der Pandemie angepasst. Schwangere und Stillende können auf der jeweiligen Website ihres Landes stets die aktuellsten Infos zum Thema finden.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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