Anzeige

Fläschen geben leicht gemacht: Wie ich Koliken & Co. vermeiden konnte

© Unsplash

Ich hatte es mir so schön vorgestellt mit dem Stillen. Aber dann klappte es bei mir partout nicht. Auch nach vielen Versuchen blieb meine Tochter ein Flaschenkind – allerdings ein sehr glückliches.

Und wisst ihr was? Nachdem ich mich einmal an den Gedanken gewöhnt hatte, war es sowas von okay! Es ging ihr gut damit, sie wuchs und gedieh sichtlich, und wir konnten uns auch beim Fläschchengeben wunderbar nah sein. Kein Grund, um sich Druck zu machen. Mit einem Baby hat man schließlich genug Herausforderungen.

Ich bin mit dem Thema Fläschchen inzwischen durch; meine kleine Maus wird bald drei Jahre alt. Aber tatsächlich hat sie lange nach ihrer Flasche verlangt. So lange, dass ich zum (selbsterklärten) Profi in Sachen Fläschchen wurde – durch eigene Erfahrung und Tipps von anderen Müttern.

Dieses Wissen möchte ich nun an alle Mamas weitergeben, die gerade fleißig Fläschchen geben. Hier meine Tricks:

1. Die richtige Umgebung macht viel aus

Ich konnte es manchmal kaum glauben, aber selbst wenn meine Tochter offensichtlich einen Riesenhunger hatte, war das Füttern mit dem Fläschchen nicht immer ein Selbstgänger. Zu gerne ließ sie sich ablenken, ob nun nur der Papa an uns vorbeischlich oder wir in einem trubeligen Einkaufszentrum saßen. Natürlich lässt es sich nicht immer einrichten, aber am besten funktioniert das Füttern an einem ruhigen, kuscheligen Ort.

2. Eine Fläschchenmahlzeit kann die Bindung stärken

Wenn ein Baby mit dem Fläschchen gefüttert wird, hat das natürlich den Vorteil, dass Mama – oder eher Mamas Brust – nicht immer zwingend parat sein muss. Der Papa kann nachts auch aufstehen und im Notfall kann das Baby auch von jemand Anderem versorgt werden. Letzteres kann wiederum aber auch nervig werden! Denn bei uns fühlten sich eine Menge Leute bemüßigt, meinem Baby die Flasche geben zu wollen. Besuch, Verwandte auf Familienfeiern etc.

Mein absoluter Aufregerspruch am Kaffeetisch war mal: „Mein Gott, Laura, ich werde doch wohl eine Flasche in dieses Kind kriegen!“ Zack, und schon war ich mit meiner Süßen im Nebenzimmer und habe ihr die Milch in Ruhe selbst gegeben. Nennt mich ruhig zickig! Es ist zwar „nur“ eine Flasche, aber wenn wir Mamas sie mit viel kuscheligem Körper- und Augenkontakt geben, stärkt dies die Bindung zu unserem Kind enorm. Mir war es immer wichtig, dass meine Tochter ihre Mahlzeiten – wenn möglich – in Ruhe zu sich nehmen konnte und habe die Schmuseeinheiten mit ihr genossen.

3. Eine gemütliche Position entspannt Mama und Baby

Mama und Baby sollten es beim Füttern möglichst bequem haben, da es schon etwas dauern kann, bis das Fläschchen leer ist. Und das ist gut so, denn wenn ein Kind langsam trinkt, lernt es, auf sein Sättigungsgefühl zu hören. Meistens habe ich meine Tochter in der klassischen Wiegeposition gefüttert: Ihr Kopf lag erhöht in meiner Armbeuge, ihre Füße auf meinem Schoß. Ihren Rücken stütze ich mit meinem Unterarm, meinen Arm wiederum mit einem dicken Kissen. Dass der Kopf etwas höher als der Rest des Körper liegt, erleichtert dem Baby das Trinken und beugt fiesem Verschlucken vor. Etwa in der Mitte der Mahlzeit wechselte ich häufig die Seite, nahm sie also auf den anderen Arm. Das soll die Auffassungsgabe des Kindes stimulieren – und beim Stillen wechseln Mamas schließlich auch die Seite.

4. Eine gute Flasche kann das Leben enorm erleichtern

Bevor ich mich wirklich mit verschiedenen Fläschchen beschäftigt habe, hätte ich sie ehrlich gesagt nach dem Äußeren gekauft. Es gibt so süße Designs, oder? Aber natürlich ist hier (wie meist im Leben) das Äußere nicht das Wichtigste. Ich habe einige Flaschen und Sauger ausprobiert. Meine Tochter litt die ersten drei Monate unter dem typischen Bauchweh und schluckte beim Trinken häufig viel Luft, was das Bäuchlein natürlich zusätzlich quälte. Geholfen haben hier spezielle Anti-Kolik-Flaschen, z. B. die Easy Start Anti-Colic Flaschen von MAM, ca. 6 Euro. Diese besitzen eine Bodenventil mit Ventilationslöchern für einen optimalen Druckausgleich beim Trinken. Sie haben außerdem einen flachen und weichen Silikonsauger, der von Babys gut akzeptiert wird. Hübsch und frei vom Weichmacher BPA sind sie natürlich auch noch!

5. Die Mama hält das Fläschchen, nicht das Kind

Irgendwann fing meine Maus an, nach ihrer Flasche zu greifen und sie zu umfassen. Süß sah das aus! Ab einem gewissen Alter hätte sie ihre Milch natürlich selbst halten können. Trotzdem habe jede Flasche gehalten und meine Tochter damit bewusst gefüttert. Ich wollte vermeiden, dass sie anfängt, sich an sinnloses, zahnschädigendes Dauernuckeln zu gewöhnen oder auf die Idee kommt, mit der Flasche im Mund herumzurennen. Das Fläschchen ist eine Mahlzeit. Es wird nur so lange getrunken, bis das Kind satt ist. Und dann kommt es weg.

Die MAM Easy Start Anti-Colic Fläschchen vermeiden dank eines Bodenventils Koliken und schmerzhaftes Aufstoßen nach dem Trinken. Ein weiterer Vorteil der hübschen Flaschen: Sie sind selbst-sterilisierend! Dafür einfach mit etwas Wasser gefüllt in die Mikrowelle stellen

6. Die Nächte kann man prima vorbereiten

Klar musste ich auch nachts raus, weil meine Tochter akuter Hunger plagte. Aber gut vorbereitet ist das nächtliche Füttern kein großes Ding. Für die beste Erfindung halte ich selbst-sterilisierende Flaschen. Die muss man nach dem Saubermachen nur mit 20 ml Wasser füllen und für drei Minuten bei 500 bis 1000 Watt in die Mikrowelle stellen – schon sind gefährliche Keime abgetötet. Ich stellte mir abends also immer einige Flaschen in der Küche bereit, in die ich die abgemessene Menge Milchpulver gab. Dazu zwei Thermoskannen, eine mit heißem und eine mit kaltem abgekochten Wasser. Wenn meine Tochter wach wurde, mischte ich blitzschnell die Milch zusammen. Eine Freundin von mir war noch cleverer, als ihr Baby noch im Beistellbettchen schlief. Sie stellte sich sämtliche Utensilien auf den Nachttisch und musste so nicht mal ihr warmes Bett verlassen, um den Barkeeper zu geben.

7. Die richtige Temperatur ist entscheidend

Natürlich darf die Milch nicht zu heiß sein, damit sich das Kind nicht verbrüht. Etwa 37 Grad gelten als ideal, etwas kühler ist nicht allzu schlimm. Das entspricht ungefähr der Körpertemperatur, weshalb ich die Milch immer kurz am Arm getestet habe.

Auch Milchpulver kann zu hohe Temperaturen übrigens nicht gut ab. Auf der Verpackung steht, bei welcher Temperatur es angerührt werden sollte. Daran sollte man sich unbedingt halten, sonst werden wichtige Nährstoffe zerstört. Diese benötigen besonders Neugeborene, die nur die Fläschchenmilch als Nährstoff-Quelle haben.

Anfangs habe ich ein paar Mal das Pulver in die Flasche gegeben, das siedend heiße Wasser zum Auflösen darauf und dann mit dem kalten Wasser aufgefüllt, bis die Temperatur stimmte. Bis es mir wie Schuppen von den Augen fiel, dass es ja natürlich wesentlich schonender wäre, erst heißes und kaltes Wasser zu mischen, bis es eine passende Temperatur hat – und dann erst das Pulver hineinzugeben. Bingo!