Kinder

Schlechtes Zeugnis – so reagierst du am besten!

Unsplash / Kelly Sikkema

Es ist wieder so weit: Die Sommerferien stehen vor der Tür.

Eigentlich ein Grund zur Freude, doch bei manchen Kindern macht sich dennoch Unbehagen breit. Sommerferien sind schließlich auch Zeit der Zeugnisse und nicht bei jedem Kind sind darin nur gute Noten zu finden.

Ein paar Ausrutscher sind ja noch okay, aber wie sollst du reagieren, wenn die Leistungen deines Kindes plötzlich merkbar abgefallen sind?

Oder wenn der Lehrer anmerkt, dass sich dein Kind nicht so gut konzentrieren kann oder sich zu wenig einbringt?

Dann ist wichtig zu wissen: Druck erzeugt Gegendruck 

„In der Kindererziehung gilt immer, ganz egal, worum es gerade geht: Druck erzeugt Gegendruck“, sagt Familientherapeutin Stephanie Ernst. „Wenn ich mit meinem Kind schimpfe, weil es schlechte Noten nach Hause gebracht hat, erzeuge ich Angst, die den Kopf meines Kindes beansprucht – und die nimmt Kapazitäten, die eigentlich zum Lernen genutzt werden könnte.“

Wenn du also streng auf ein schlechte Noten und Kritik reagierst, richtest du demnach wahrscheinlich mehr Schaden an, als dass du deinen Schatz wirklich zum Lernen motivierst. Und dazu, dass er gerne in die Schule geht.

Aber was, wenn du Angst hast, dass dein Kind mit seiner Matheschwäche die Versetzung nicht schafft oder die Wunsch-Schule besuchen darf? Sollst du dann trotzdem tatenlos zusehen?

„Nicht jeder kann überall gut sein“, sagt Stephanie Ernst, „manchen Kindern liegen Naturwissenschaften, manchen liegen eher Sprachen. Man kann Talente nicht erzwingen.“ Üben kann und muss man natürlich trotzdem.

Besonders aufmerksam solltest du sein, wenn die Noten deines Kindes sich plötzlich verschlechtern. Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass es Sorgen hat. Da solltest du dich fragen, was zu Hause gerade bei dir los ist und ob es etwas gibt, das dein Kind unglücklich stimmen könnte.
Streit mit dem Partner, Berufswechsel, Überforderung im Alltag Scheidung und Krankheit sind zum Beispiel Dinge, die dein Kind so aus der Bahn werfen können, dass die Noten erheblich darunter leiden.
Ist das nicht der Fall, solltest du ruhig bleiben:
Ist doch schon mal toll, dass es deinem Schatz gut geht und je gelassener du auf schlechte Noten reagierst, desto weniger werden Schule und Noten zu einem Konflikt zwischen dir und deinem Kind.
„Entspannung ist in der Kindererziehung der beste Ratgeber“, sagt Stephanie Ernst und rät, statt ein großes Drama um die Zeugnisse zu machen, lieber auf die individuellen Stärken deines Kindes zu achten. Manche Kinder entwickeln sich nun mal erst später als andere Kinder und schaffen es möglicherweise erst im Erwachsenenalter, sich wirklich konzentriert mit einer Matheaufgabe auseinanderzusetzen.
„Manche Kinder werden erst später reifer und dann kommt die Motivation ganz von allein, sagt Stephanie Ernst und rät abschließend:
„Eines sollte man nicht vergessen: Man kann im Leben wirklich jeden Schulschluss nachholen aber die Kindheit hat man nur einmal.“