Kinder

Plitsch-platsch: Welche Gummistiefel haben die wenigsten Schadstoffe?

unsplash / Daiga Ellaby

Der nächste Regentag kommt bestimmt, und in Vorbereitung auf diesen stellen wir Mamas uns immer wieder eine Frage:

Welche Gummistiefel kaufe ich meinem Kind?

Das kann durchaus eine knifflige Angelegenheit sein, denn viele Eltern haben (zu Recht!) Bedenken wegen des undurchsichtigen Herstellungsprozesses und unklaren Inhaltsstoffen.

Umso verwunderlicher ist es, dass sich Öko-Test Gummistiefel für Kinder das letzte Mal vor vier bzw. sechs Jahren angenommen hat – und damals schon zu erschreckenden Ergebnissen kam. Es enthielten ausnahmslos alle getesteten Schuhe Schadstoffe, viele fielen komplett durch, wie beispielsweise die der Marke Playshoes, die sogar einen verbotenen Bestandtteil enthielten, und das auch noch in den Schnürsenkeln. Auch Marken wie Viking oder Giesswein konnten nicht überzeugen, auch in ihren Produkten wurden gefährliche Stoffe gefunden.

Die schlechten Testergebnisse sind dadurch möglich, dass die Hersteller von Regenstiefeln eine Gesetzeslücke nutzen können – angeblich sind sogar die Hersteller von Autoreifen an strengere Auflagen gebunden.

Wie also „gute“ Gummistiefel für Kinder finden?

Zunächst sollten Eltern sich informieren, aus welcher Art von Kautschuk die Schuhe gemacht sind. Oftmals verwenden Firmen synthetischen Kautschuk auf Basis von Erdöl. Besser ist Naturkautschuk, der langlebiger ist und luftdurchlässig.

Allerdings können auch in Naturkautschuk Schadstoffe vorhanden sein, wie beispielsweise Nitrosamine, die bei der Herstellung entstehen. Weichmacher sind ebenso ein Problem wie Färbemittel. Bei manchen Schuhen kommen außerdem giftige Klebstoffe zum Einsatz.

Welche Gummistiefel-Marken sind unbedenklich?

Diese Frage lässt sich nach dem aktuellen Wissenstand leider nicht wirklich beantworten. Laut Eigeninformation der Hersteller und diverser Online-Shops sollen die Gummistiefel von BMS keine gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffe haben: „Sowohl das Außenmaterial als auch die Schuhsohle bestehen aus hochwertigem Naturkautschuk und sind damit gänzlich frei von gesundheitsgefährdenden Weichmachern“, heißt es da.

Kavat Schuhe haben als einziges Kinderschuh-Unternehmen das Europäische Umweltzeichen erhalten, welches Schadstofffreiheit garantiere.

Die Stiefel von Romika sind laut eigener Aussage ebenfalls gut zum Kinderkörper: „Absolut fußverträglich, 100% frei von Blei und Cadmium, garantiert phthalatfrei“, so bewirbt die Firma ihre Produkte. Vor zehn Jahren allerdings fiel das getestete Paar von Romika im Öko-Test durch.

Die Bio-Marke Bundgaard bietet ebenfalls Gummistiefel an, die in Elternforen als schadstoffrei angesehen wird. In einem Test aus dem Jahre 2003 der Verbraucherzentrale war dem (noch) nicht so. Dasselbe gilt für die Marke Grand Step, die (inzwischen) DIE Marke für vegane Öko-Schuhe ist.

Außerdem warnen diverse Zeitungsartikel vor falschen Versprechungen: So sollen einige Hersteller absichtlich falsche Inhaltsstoffe angeben.

Öko-Test empfiehlt die Stiefel von Deichmann und Elefanten, ebenso die von Jack Wolfskin. Diese hatten zwar im Test Blei enthalten, doch nach dem schlechten Ergebnis wurde die Rezeptur verändert.

Und was heißt das?

Die Firma Öko-Test erklärte auf Nachfrage der „Echten Mamas“-Redaktion, dass es zur Zeit keine Pläne gebe, einen weiteren Test an Kinder-Gummistiefeln durchzuführen.

Auf der sicheren Seite kann man bei Gummistiefel für Kinder darum zur Zeit wohl nie sein, darum gilt:

  1. Auf keinen Fall barfuß in die Schuhe schlüpfen, sondern immer dicke Socken anziehen.
  2. Im Idealfall waschen Kinder – und Eltern – nach dem Berühren der Schuhe beim An- und Ausziehen die Hände.
  3. Mindestens vor dem ersten Tragen sollten die Schuhe selbst mit heißem Wasser und Seife abgespült werden.

Der Gummistiefel-Testbericht aus dem Jahr 2013

Der Gummistiefel-Testbericht aus dem Jahr 2011

Der Testbericht der Verbraucherzentrale aus dem Jahr 2003