Zitronengras in der Schwangerschaft: Mit Vorsicht zu genießen

Wir lassen in Sachen Ernährung in der Schwangerschaft gern die Kirche im Dorf – die meisten Lebensmittel sind in üblichen Mengen ungefährlich für Schwangere. Anders sieht es allerdings beim Zitronengras aus: Hier ist tatsächlich Vorsicht geboten. Denn die Frage, ob Zitronengras in der Schwangerschaft schädlich für Mutter und Kind sein kann, ist nicht hinlänglich wissenschaftlich geklärt. Wir zeigen hier den Stand der Dinge und erläutern, in welcher Form Zitronengras für Schwangere unbedenklich ist.

1. Das Wichtigste auf einen Blick

Ernährungsexpertin Lydia Wilkens von essenZ Hamburg hat diesen Artikel inhaltlich geprüft.

  • Es gibt zur Wirkung von Zitronengras in der Schwangerschaft verschiedene Studien, die aber keine einheitliche Aussage treffen.
  • Es empfiehlt sich deshalb, den Konsum von Zitronengras in der Schwangerschaft auf ein Minimum zu beschränken bzw. lieber ganz darauf zu verzichten.
  • In üblichen Mengen gilt Zitronengras in der Schwangerschaft unter Experten dennoch als unbedenklich.
  • Beispielsweise solltest du nicht mehrere Tassen Zitronengrastee pro Tag trinken.
  • Als Küchengewürz darfst du Zitronengras während der Schwangerschaft in Maßen anwenden.
  • Vorsicht bei Raumdüften aus Zitronengras – sie können starke, allergische Reaktionen hervorrufen.

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2. Was ist Zitronengras?

Bei Zitronengras, auch bekannt als Citronella oder Lemongrass, handelt es sich um eine Staudenpflanze aus der Familie der Süßgräser, die bis zu 2 Meter hoch werden kann. Sie ist in Afrika, Asien und Australien heimisch. Zitronengras wird in frischer Form als Gewürz in der Küche verwendet. Seine Säuerlichkeit und leichte Schärfe verleiht vielen Fisch-, Fleisch- und Gemüse-Gerichten das gewisse Extra. Auch Desserts oder Eistees erhalten durch Zitronengras eine ganz besondere Note.

Aus den Blättern des Zitronengrases lässt sich Medizin herstellen, denn das enthaltene Citral soll Magenschmerzen lindern und eine beruhigende Wirkung haben. Auch in Form von Tee ist Zitronengras sehr beliebt. Optisch erinnert es durch seine langen Blätter ein wenig an den hierzulande allseits bekannten Porree.

3. Woher kommen die Warnungen vor Zitronengras in der Schwangerschaft?

Es heißt, Zitronengras könne Menstruationsblutungen auslösen, was gerade bei Schwangeren natürlich ein sehr unerwünschter Effekt ist. Zudem hätte es eine entspannende Wirkung auf die Gebärmuttermuskulatur. Was genau das für Folgen haben könnte, ließen die Wissenschaftler allerdings offen.

Dazu muss man allerdings wissen: Tatsächlich empirisch erforscht sind diese Auswirkungen nicht.

Zum Hintergrund: Zitronengras enthält die Verbindungen Citral und Mycren. Eine brasilianische Studie von 1995 hat die Effekte dieser beiden Stoffe (in hochdosierter Form) auf schwangere Ratten untersucht. Sie kam zu dem Ergebnis, dass vor allem größere Mengen Citral für eine Wachstumsverzögerung beim Fötus und kleineren Skelettanomalien sorgte. Das lässt allerdings noch keine direkten Rückschlüsse darauf zu, ob Zitronengras auch für menschliche Schwangere und Ungeborene gefährlich werden kann.

Eine neuere, ebenfalls brasilianische Studie aus dem Jahr 2016, die sich mit den Auswirkungen von Heilpflanzen auf Schwangere beschäftigte, kam zu dem Ergebnis, dass Zitronengras als einzige der bewerteten Pflanzen keine toxischen Nebenwirkungen für eine Schwangerschaft hätte.

Ein wichtiger Hinweis: Zitronengras gehört in seinen Herkunftsländern zur Alltagsküche wie Pfeffer hierzulande. Es wird dort also auch von Schwangeren über typische, asiatische Gerichte in verzehrsüblichen Mengen verspeist.

Es gibt zum Verzehr von Zitronengras in der Schwangerschaft leider auch keine eindeutigen Empfehlungen von offizieller Seite. Deshalb bietet es sich an, den Konsum von Zitronengras in der Schwangerschaft vorsichtshalber auf ein Minimum zu reduzieren.

4. In welcher Form ist Zitronengras in der Schwangerschaft erlaubt – und in welcher nicht?

Als Tee oder Gewürz gilt Zitronengras in der Schwangerschaft in verzehrüblichen Mengen unter Experten als unbedenkliche Zutat. Meiden solltest du es allerdings als Bestandteil von Raumdüften.

Der Geruch, den Zitronengras verströmt, soll zwar eine stimmungsaufhellende Wirkung haben. Das dafür verantwortliche Citral wurde allerdings vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) als Allergen eingestuft. Es kann schwere, allergische Reaktionen auslösen. Deshalb solltest du auf Raumerfrischer mit Citral während der Schwangerschaft unbedingt verzichten. Auch Babys und Kleinkinder sollten damit möglichst nicht in Kontakt kommen.

5. Mögliche Nebenwirkungen von Zitronengras

Übermäßiger Genuss von Zitronengras kann zu Schwindelanfällen, Mundtrockenheit und vermehrtem Harndrang führen.

Unsere Ernährungsexpertin

Ernährungsexpertin Lydia Wilkens von essenZ Hamburg hat diesen Artikel inhaltlich geprüft.Dieser Text wurde inhaltlich geprüft von Ernährungwissenschaftlerin Lydia Wilkens. Die Diplom-Ökotrophologin hat 14 Jahre Erfahrung im Bereich der Ernährungskommunikation und -beratung. Als zweifache Mutter liegt einer ihrer Schwerpunkte im Ernährungsteam von essenZ, Dr. Heike Niemeier in Hamburg und der Schule des Essens in der Ernährungsberatung und -therapie von Familien und Kindern.

Außerdem führt sie Ernährungsprojekte für Kinder, Eltern und Multiplikator:innen in Kitas und Schulen durch. Als Expertin rund um das Thema Mütter- und Kinderernährung unterstützt sie die Redaktion von Echte Mamas mit praxisnahem Fachwissen.

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Ilona Utzig

Ich bin Rheinländerin, lebe aber seit vielen Jahren im Hamburger Exil. Mit meiner Tochter wage ich gerade spannende Expeditionen ins Teenager-Reich, immer mit ausreichend Humor im Gepäck. Wenn mein Geduldsfaden doch mal reißt, halte ich mich am liebsten in Küstennähe auf, je weiter nördlich, desto besser.

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