Alle haben mich vor der Trotzkindphase gewarnt…

Meine Kleine,

wie haben sie mich alle vor den Kleinkind-Jahren gewarnt. Du warst so ein „unkompliziertes“ Baby und oft habe ich gehört „Freu dich, wenn sie erstmal zwei – oder, noch schlimmer, drei wird!“ – oftmals mit einem gehässigen Unterton.

Sie kündigten mir an, dass du bocken wirst. Viel schreien und toben. Dass du dich auf den Boden werfen wirfst und mich vielleicht sogar hauen. Oftmals würde ich dich gar nicht mehr verstehen und dir nichts recht machen können. Es würde eine superschwierige Phase werden!

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Und ja, sie haben recht behalten. All das passiert bei uns zu Hause, und zwar nicht nur ab und zu.

Aber weißt du was, mein Schatz? Ich möchte dir jetzt mal etwas über diese „superschwierige Phase“ verraten: Es ist bisher meine liebste.

Denn es ist auch die, in der du das erste Mal „Ich hab dich lieb, bis zur Prinzessin und zurück!“ in mein Ohr geflüstert hast. (Wo auch immer diese Prinzessin sich befindet – ich glaube, das bedeutet eine ganze schöne Strecke voller Liebe.)

Und es ist auch die Phase, in der du angefangen hast, dich selbst anzuziehen, während ich schon mal das Frühstück mache. Ich bin so stolz, wenn du strahlend in die Küche kommst. (Und sehe natürlich darüber hinweg, dass dein Outfit oftmals aus pink-gestreiften Strumpfhosen zu pink-karierten Kleidern o. ä. besteht.)

Es ist die Phase, in der mein Gesicht in beide Hände nimmst und ganz nah an dich heranziehst, um mir einen Schmatzer zu gehen. (Und ich bewahre jeden einzelnen in meinem Herzen, egal, wie feucht er auch war.)

Es ist jene Phase, in der du Gefühle in all ihrer Vielfalt kennenlernst. Wenn du traurig bist oder Streit in der Kita hattest, kannst du mir davon schon erzählen. (Und ich darf dich halten und trösten und widerstehe dem Drang, das andere Kind am nächsten Tag heimlich zu schubsen.)

Leider lernst du jetzt auch Enttäuschungen kennen. Foto: Bigstock

Es ist die Phase, in der du ganze Strophen von Kinderliedern so singst, dass ich weiß, um welches Lied es sich dabei handelt – ich erkenne sogar die Melodie wieder! (Und nein, natürlich stört es mich gar nicht, dass ich dauernd Ohrwürmer von diesen Liedern habe!)

Es ist die Phase, in der du langsam lernst, richtig zu zeichnen. Es ist so erstaunlich, diese Entwicklung mitzuerleben. Deine Menschen haben jetzt sogar Wimpern! (Ich befürchte, schon ganz bald wirst du deutlich besser malen können als ich.)

Es ist die Phase, in der du einen richtigen Humor entwickelt hast. (Manchmal bist du allerdings auch unfreiwillig komisch und das merke ich erst an deinem enttäuschten Gesicht, wenn ich kichere.)

Und es ist die Phase, in der du trotz allem manchmal noch mein kleines Baby bist. (Ich darf dir das dann aber nicht sagen, weil Du doch schon so grohooß bist!)

Natürlich, meine Kleine, diese Phase kann wirklich „superschwierig“ sein. Ich war wütend, ich habe geschrien, ich habe geschimpft. Besonders bockige Tage können sich endlos anfühlen, die zähen Stunden gefüllt mit vielen Tränen von uns beiden.

Aber sie sind nicht endlos. Und das macht mich traurig. Denn diese „superschwierige“ Zeit ist vor allem eines: wunderschön.

So oft möchte ich die Zeit anhalten. Deine süße Stimme, deine doch noch knubbeligen Beinchen, deinen offenen Blick – einfach einfrieren.

Denn schon bald wirst du erwachsen sein. Du wirst nicht mehr toben, weil ich dein Brot falsch geschnitten habe, nicht mehr weinen, weil Papa das Bad genau dann besetzt, wenn du mal musst.

Stattdessen wirst du Probleme entgegentreten müssen, die wir Erwachsene als „echt“ einstufen. Wirst so verletzt werden, dass es nicht schon wieder beim Anblick eines vorbeifliegendes Schmetterlings vergessen ist. Und das Schlimmste: Ich werde deinen Kummer nicht mehr durch eine Umarmung oder ein Wegpusten davonzaubern können.

Deswegen genieße ich diese Zeit, in der du, mein größter kleiner Schatz, im Herzen so unbeschwert bist.

Diese „superschwierige Phase“ – sie ist meine allerliebste Phase.

Ich hab dich lieb und das für immer.

Deine Mama

 

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer vierjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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Kommentare

  1. Danke! Das haben wir einfach mal gebraucht. Ich werd es lesen – bei jedem einzelnenTobsuchtsanfall :*

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