„Mein Partner ist ein toller Vater! Aber ein beschissener Ehemann.“

Es war die große Liebe – von der nicht mehr viel übrig ist. Unsere Echte Mama Sabrina (echter Name ist der Redaktion bekannt) aus Schleswig-Holstein hat uns erzählt, warum sie trotz großer Schwierigkeiten noch mit ihrem Mann zusammen ist:

„Kennengelernt haben wir uns vor acht Jahren. Mein Mann war so charmant, so jungenhaft und unbeschwert. Ich habe mich sofort in ihn verliebt. Wir hatten eine wundervolle Zeit. Nach zwei Jahren bekam ich unser erstes Kind, einen Jungen. Zwei Jahre später wurde dieser zum großen Bruder eines kleinen Mädchens.

Ich blieb zu Hause bei den Kindern, mein Mann machte Karriere. Uns beiden gefiel unser Leben so sehr gut, wir waren glücklich und hatten kaum mal Sorgen.

Irgendwann allerdings hat mein Mann sich verändert.

Er hatte und hat viel Stress bei der Arbeit, keine Ahnung, ob das der Grund ist. Ich weiß es nicht, wir können nicht darüber sprechen.

Er ist und bleibt ein toller Vater, wenn er mal zu Hause ist. Er spielt begeistert mit den Kindern, ganz egal, ob er dabei nun eine Prinzessin oder ein Polizist sein soll. Er flechtet Zöpfe, kennt alle Ninjago-Helden beim Namen, tröstepustet blutige Knie, verjagt nachts Monster, die unter dem Bett wohnen…

Wenn ich sehe, wie er mit den Kindern tobt, geht mir das Herz auf. Wenn ich dran denke, dass ich später mit ihm alleine bin, rutscht es mir in die Hose.

Denn wenn die Kinder ins Bett gehen, herrscht bei uns ein anderer Ton. Mein Mann missachtet mich, er beleidigt mich aufs Heftigste und zeigt mir fast jeden Abend genau, wie zuwider ich und all die Dinge, die ich tue, ihm sind.

Wenn unsere Kinder schlafen und andere Paare beginnen, sich Zeit füreinander zu nehmen, beginne ich damit, mich möglichst unsichtbar zu machen. Denn dann prasseln sie auf mich ein, die schlimmsten Wörter: Schlampe, F***e, Halt die Fresse!, Jammerlappen – sind inzwischen Gang und Gäbe bei uns, wenn wir zu zweit allein sind.

Gründe für diese Wut auf mich findet er immer: Das Essen war nicht nach seiner Nase, ich habe beim Putzen den Heizkörper vergessen, ich mache zu laute Geräusche beim Essen… Nun ja, wer suchet, der findet, nicht wahr?

Unser wunderschönes Haus, das mal unser kuscheliges Familien-Nest war, ist mir fremd geworden, ich fühle mich nicht mehr wohl. Wenn mein Mann am Wochenende mal den kompletten Tag zu Hause ist, gehe ich – inzwischen schon fast unbewusst – mit eingezogenem Kopf und wie auf rohen Eiern durch die Räume. Immer voller Hoffnung, dass ich ihn nicht verärgere und abends in Ruhe gelassen werde.

Niemals hätte ich gedacht, dass ich mal so leben würde.

Ich habe schon so viel probiert. Ich habe versucht, ihn zu einer Therapie oder auch Paar-Therapie zu überreden. Seine Reaktion? ICH wäre diejenige, die Hilfe bräuchte. Wäre ich etwas netter oder würde dies und das anders machen, wäre unsere Beziehung so viel besser. Ich habe schon so oft gesagt, dass er aufhören soll, mich besser behandeln soll, sonst würde ich die Kinder nehmen und gehen. Seine Reaktion? Nichts. Er weiß, dass ich es mir finanziell nicht leisten kann, zu gehen und dass mir inzwischen jegliches Selbstvertrauen fehlt. Er hat es mir Stück für Stück genommen.

Ich weiß, dass es so vielen anderen Frauen noch viel schlechter geht.

Er schlägt mich nicht, er ist kein Alkoholiker, ich glaube nicht, dass er mich betrügt. Aber das kann doch kein Grund für mich sein, mich mit der Situation abzufinden, oder?

Ein guter Vater zu sein, macht nicht automatisch zu einem guten Ehemann. Irgendwann werde ich es schaffen, mich zu lösen. Und ich weiß, dass es meinen beiden Kindern das Herz brechen wird, wenn wir ihren Vater verlassen. Sie vergöttern ihn, er würde alles für sie tun. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass er trotz allem kein hundertprozentig guter Vater sein kann, wenn er ihrer Mama doch das Leben zur Hölle macht.“

Liebe Sabrina, vielen Dank, dass du uns so offen deine Geschichte erzählt hast. Wir wünschen dir alles Gute!

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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