Was Kinder wirklich meinen, wenn sie sagen…

Kindermund tut Wahrheit kund… ach ja. Dieser olle Spruch ist schon wahr. Und so löblich die Wahrheit an sich ja auch ist – IMMER müsste sie ja nun doch nicht sein. So erzählen Kinder ihrer Mama gerne mal sehr laut, wie dick doch die Frau im Supermarkt ist.

Als ich meine Tochter neulich bettfertig gemacht habe, hockte ich so ungünstig, dass mir ein kleiner Pups entfleuchte. Und was soll ich sagen… Nix mit „Wir Mädels halten zusammen…“. Sie kreischte und lief nackig ins Wohnzimmer, um Papa brühwarm zu erzählen: „Mama hat grad in meinem Zimmer GEPUUUUPST!!“ Pff… als wenn sie noch nie… Na, egal.

Worum es hier eigentlich gehen soll: Wenn es um andere Dinge geht, drücken sich unsere Kleinen dann doch viel kryptischer aus. Denn für viele Emotionen und Dinge, die etwas komplizierter sind als ein Pups, fehlen ihnen häufig noch die Worte. Und das kann uns manchmal verwirren – und auch ganz schön treffen.

Was wollen uns unsere Kinder denn nun aber mitteilen, wenn sie sagen…

„Ich hasse dich!“

Oder auch: „Jetzt mag ich dich nicht mehr!“ oder „Ich hab xy viel lieber als dich!“ Uff, das sitzt. Da muss man erstmal schlucken. Und dran denken, was uns unser Kind wirklich sagen will, nämlich: „Ich fühle mich grad total hilflos und bin so sauer auf dich!“  Denn wenn wir beispielsweise (mal wieder!) etwas verbieten, fühlt sich unser Schatz (mal wieder!) unterlegen. Vor allem, wenn er nicht versteht, warum wir in seinen Augen so gemein sind. Und das tut weh. Dieser Schmerz muss raus, zurückgegeben werden, und auch Kinder wissen schon sehr gut, dass jeder Mensch geliebt werden will. Auch Mama und Papa.

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Das M in Mama steht für müde ? Das andere M auch ?

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Wie reagieren wir darauf am besten? Auch, wenn es vielleicht schwerfällt: Ruhig, entspannt und liebevoll. Experten wissen: Nur weil das Kind sich der Liebe seiner Eltern sicher ist und sie auch liebt, riskiert es überhaupt diesen Satz. Eine gute Antwort wäre: „Und ich hab dich lieb. Ich kann verstehen, dass du enttäuscht bist! Aber aus diesem Grund geht es jetzt nicht anders.“

„Marie hat sich heute den Arm gebrochen!“

„Heute ist Marie in der Kita hingefallen. Ich glaube, ihr Arm ist gebrochen!“ O Gott, was!? Bevor wir jetzt aber Maries Mama eine aufgeregte WhatsApp schreiben, fragen wir lieber noch einmal näher nach. Denn oftmals zeigt sich dann, dass die Situation nicht ganz so wild war und sich auf Maries Arm höchstens ein blauer Fleck abgezeichnet hat. Warum nun aber dieser Hang zum Drama? Was uns zum Schmunzeln bringt, ist für unser Kind ein wichtiger Entwicklungsschritt. Es beginnt den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung zu verstehen, auch bei komplexeren Themen. („Ich lasse mein Essen los und es fällt runter, juchhe!“ klappt ja schon viel früher ganz wunderbar, grmpf.)

Diese Erkenntnis sollen wir nun bitte auch würdigen (ist ja auch toll!), deswegen macht unser Kind das Ganze noch ein bisschen dramatischer. Außerdem lieben Kinder Übertreibungen, weil es die Ereignisse noch besser (be)greifbar macht und diese so leichter zu Verstehen sind.

 

„Dieses Geschenk will ich nicht haben!“

Da bringt Oma megateure Holz-Bauklötze aus dem Bioladen mit – und unser Knirps ist sichtlicht enttäuscht, als er das Geschenkpapier heruntergerissen hat. Wenn nicht sogar beleidigt: „Das mag ich nicht, dass kann Oma wieder mitnehmen!“ Oh nee… peinlich… Hier wäre ein wenig weniger deutlich doch ganz schön gewesen.

Aber ja, kleine Kinder können sich eben noch nicht verstellen. Sie meinen: „Ich spiele doch nicht mehr mit Babyspielzeug!“ Mit dieser Aussage wollen uns Kinder ganz sicher nicht verletzen, es steckt natürlich auch keine böse Absicht dahinter. Sie sind nur eben so ehrlich, wie es uns grad nicht in den Kram passt.

Wie reagieren wir darauf am besten? Grundsätzlich können wir unseren Kindern klarmachen, dass es immer nett ist, wenn jemand an sie denkt und ihnen etwas mitbringt. Ein „Danke!“ sollte auf jeden Fall drin sein – finde ich. Mehr muss auch nicht sein, bloß keine geheuchelte Begeisterung. Wer das aber nicht möchte, dieses Gespräch verpasst hat oder das Kind es längst wieder gegessen hat, der bedankt sich eben selbst. Mit diesem kleinen „Kinder, hach, nicht wahr!?“-Gesicht, dass man als Mama häufig schon perfektioniert hat.

Neeeein! Ich will noch nicht nach Hause! Foto: Bigstock

„Nein!“

Eines der ersten Worte vieler Kinder. Mit einer Vehemenz hervorgebracht, die wir so vorher nicht kannten. Ganz klar, oft bedeutet es einfach: „Nein, ich will das nicht.“ Manchmal aber auch noch: „Ich bin schon groß, wieso hast du noch solche Macht über mich? Ich sage erstmal aus Prinzip und Protest nein.“ Diese Kraft ist toll, denn schließlich übt unser Kind ab jetzt, ein eigenständiger, mündiger Mensch zu werden. Ein Kind MUSS also öfter mal nein sagen. Es ist an uns, abzuschätzen, wann wir es respektieren (schön, wenn dies so oft wie möglich geht) und wann wir uns durchsetzen müssen. Und auch, wenn sich Letzteres manchmal doof anfühlt: Unsere Kinder halten das aus.

„Liest du mir das Buch gleich nochmal vor?“

Mal unter uns: Habt ihr auch schön Bücher gaaaanz hinten ins Regal gestellt, damit euer Kind sie am nächsten Tag nicht gleich findet? (Klappt nicht ganz zuverlässig, ne?) Ich lese tatsächlich supergerne vor. Aber es gibt Bücher in unserer Wohnung, die hasse ich inzwischen regelrecht. Immer und immer wieder muss ich sie vorlesen, sogar mehrere Male hintereinander! Stöhn… Aber auch gewisse Begebenheiten muss man wieder und wieder erzählen – und sie werden dadurch definitiv nicht lustiger. Finden wir zumindest.

Tatsächlich gibt es unseren Kinder aber Sicherheit, wenn sie wissen, was als nächstes kommt. Sie werden größer und ihre Wahrnehmung wird immer besser, ihre Welt dadurch größer – und oft ganz schön kompliziert. Deswegen ist es wunderbar erholsam, wenn sie wissen, wie die Geschichte ausgeht. Das ist genau wie mit einem geregelten Tagesablauf oder einem Abendritual. Das alles vermittelt Sicherheit, Entspannung  und Geborgenheit.

„Scheiße!“ und „Arschloch!“

Oh ja, die Kraftausdrücke. Irgendwie scheinen sie eine magische Anziehungskraft auf Kinder zu haben.  „Oma hat vorhin Scheiße gesagt!“ „Du bist ein Arschloch!“ Wie bitte!? Bei näherer Nachfrage haben die Kinder diese Worte irgendwo aufgeschnappt (oder eben mal zu Hause gehört, Eltern sind ja nun keine Heiligen) und sich schockverliebt. Kein Wunder, oft klingen sie lustig, kraftvoll und vor allem sind sie so schön „verboten“, kicher. Die müssen Kinder eben mal ausprobieren – und wissen, dass man sie sagt, wenn man sauer ist.

Wie reagieren wir darauf am besten? Man ahnt es: Bloß nicht zu viel Aufhebens machen. Werden wir beschimpft, können wir unserem Kind sagen, dass wir das nicht wollen: „Das fühlt sich blöd an.“ Gehts weiter? Einfach ignorieren. Dann verpufft das Interesse an Schimpfwörtern sehr schnell und solange sie nicht den täglichen Umgangston in der Familie bestimmen, vergessen die Kleinen sie dann auch wieder.

Man könnte diese Liste wohl ewig fortführen. Denn die Kommunikation mit Kleinkindern is manchmal eine Kunst für sich. Und doch ganz einfach, wenn man versucht, sich in diese bezaubernden kleinen Köpfe hineinzuversetzen.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer vierjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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