Valentinstag: Der Tag der Liebe! Aber längst nicht für alle

Dieser Text thematisiert physische und psychische Gewalt. Er behandelt also Inhalte, die für einige Menschen sehr beunruhigend oder verstörend sein könnten. Wenn du dich mit dem Thema unwohl oder überfordert fühlst, solltest du den Text nicht lesen.

Ob im Supermarkt, im Blumenladen oder in den Medien, man kann es nicht übersehen: Der 14. Februar gilt als „Der Tag der Liebe“! Mit kleinen Geschenken und Aufmerksamkeiten sollen/wollen Menschen ihren Partner*innen zeigen, wie verliebt sie sind.

Manch einer liebt diesen Tag, anderen ist er schnuppe. Doch ganz egal, ob man am Valentinstag nun morgens mit einem Pralinenkasten, Herz-Luftballons und Rosen geweckt wird oder eher alltäglich mit einem kleinen Kuss oder einem freundlichen „Guten Morgen!“ – all das ist nicht selbstverständlich. Sondern ein echter Segen.

Denn im Leben vieler Frauen sieht es anders aus. Egal, an welchem Tag.

In Deutschland erfährt jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben physische und/oder sexualisierte Gewalt.

Etwa jede Vierte erlebt körperliche oder sexualisierte Gewalt in ihrer Partnerschaft. Regelmäßig.

Und: Frauen mit Behinderung sind zwei- bis dreimal häufiger von Gewalt betroffen als der Bevölkerungsdurchschnitt.

Eines der größten Probleme dabei: Gewalt gegen Frauen wird gesellschaftlich häufig immer noch bagatellisiert oder auch komplett ignoriert. Weit verbreitet ist auch das sogenannte „Victim Blaming“, ein deutscher Begriff dafür ist beispielsweise „Täter-Opfer-Umkehr“. Dabei wird Frauen, die Gewalt und Missbrauch erfahren, die Schuld / eine Mitschuld an den Geschehnissen gegeben: War der Rock nicht doch etwas kurz, das Dekolleté zu tief? War das „Nein!“ zu leise, haben ihre Blicke viel versprochen? All das passiert auch in Partnerschaften, und zwar unglaublich oft, wie die oben genannten Zahlen verraten.

Deswegen scheuen sich viele Betroffene, über ihre Erlebnisse zu sprechen, sie schämen sich oder haben Angst vor den Folgen. Dabei ist Hilfe dringend nötig, denn Gewalt in der Beziehung ist alles andere als ein Kavaliersdelikt oder ein Übel, das „nun mal dazugehört“.

Gewalt und sexuelle Übergriffe sind niemals, wirklich niemals eine Kleinigkeit oder „okay“!

Gemeinsam mit dem Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ nutzen wir auch dieses Jahr den Valentinstag, um auf das Thema aufmerksam zu machen.

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ bietet eine Erstberatung für betroffene Frauen. Es berät unter der Rufnummer 116 016 und online zu allen Formen von Gewalt – rund um die Uhr und kostenfrei!

Die Beratung erfolgt anonym, vertraulich, barrierefrei und in 18 Fremdsprachen. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort.

Alle Infos findet ihr auch HIER auf der Website des Hilfetelefons.

Und allen, die das Glück haben, nicht betroffen zu sein, möchten wir ans Herz legen: Bitte achtet auf euer Umfeld. Auch, wenn ihr das Gefühl habt, dass einer Verwandte, Bekannte, Kollegin, Freundin… Gewalt angetan wird, ist das Hilfetelefon die richtige Anlaufstelle.

Bitte passt auf – auf euch und aufeinander!

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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