Unerfüllter Kinderwunsch: Ein Papa über seinen langen Weg zum Baby

„Acht künstliche Befruchtungen, eine Fehlgeburt. Dann ein Anruf. Der neunte Storch brachte uns das ganz große Glück.

Das ist meine ganz persönliche Geschichte:

Ich heiße Thorsten. 1978 in München geboren, kurz danach zog ich nach Köln und wuchs gut behütet auf. Lief bei mir. Es klappte in der Schule, später auch im Job und im Großen und Ganzen auch bei den Damen, ich feierte gerne und lang. Irgendwann lernte ich dann meine Traumfrau auf dem Oktoberfest kennen und wir zogen zusammen.

Alles super – so dachte ich. Falsch gedacht. Denn in den kommenden Jahren würde es nicht mehr so bilderbuchmäßig bei mir laufen wie bisher.

Schon sehr früh hatte ich einen stark ausgeprägten Kinderwunsch, eine Tochter sollte es sein.

Nachdem wir es uns eingerichtet hatten, ging es dann auch bald schon los: Die konkrete Kinderplanung. Konnte ja nichts besonderes sein, nichts worüber man groß reden musste. Denn über Gegenteiliges wurde nicht gesprochen und die Kinder im Umfeld fielen vermeintlich vom Himmel. Pille absetzen, kurz abwarten und schwupps, schon müsste die Frau doch schwanger sein. So dachte ich.

Denkste. Nichts davon. Es war der Anfang einer langen Odyssee.

Bereits nach kurzer Zeit waren wir leicht irritiert, später zunehmend verzweifelt. Das Umfeld übte mit quälenden Fragen zusätzlich Druck aus. Wir recherchierten im Internet und hielten uns an jedem Strohhalm fest, der Abhilfe verschaffen konnte. Ein paar Beispiele gefällig? Wir nahmen Vitaminpräparate, kauften Kinderwunschbücher, ließen uns von einem Ayurveda-Doktor einen Fruchtbarkeitstee anmischen und gingen sogar zu Wahrsagern.

Nichts half und die Verzweiflung war groß.

Aber wir lebten in den 2000er Jahren, in einem hochentwickelten Land. Wir schöpften neuen Mut und begannen mit den Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung.

Insgesamt drei Kliniken statten wir einen Besuch ab. Jedes Mal das gleiche Prozedere: Einkauf teurer Medikamente und spritzen der Hormone – warten. Punktion – hoffen. Befruchtung im Reagenzglas – bangen. Einsetzen der Embryonen und noch einmal vierzehn Tage lang ausharren. Insgesamt siebenmal war die Antwort der Ärzte negativ. Ein einziges Mal klappte es und wir hörten den Herzschlag. Angst und Hoffnung hielten sich die Waage. Dann ließen wir los und freuten uns riesig.

Einige Wochen später der Rückschlag: Der Herzschlag konnte nicht mehr festgestellt werden.

Wir waren am Boden zerstört. Am Tiefpunkt unseres Lebens.

Das Projekt ,eigene Kinder` sollte fortan nicht mehr unser komplettes Leben in Beschlag nehmen. Wir legten das Thema zu den Akten. Lediglich bewarben wir uns noch für eine Inlandsadoption in unserer Heimatstadt Köln.

Drei Jahre lang tat sich nichts. Wir gaben auf und starteten ein neues Projekt: Ein Dackel sollte uns ab sofort erfreuen.

Sonntag ging es zum Züchter. Montag sagten wir zu, ,Oskar` würde einige Wochen später in unsere Familie kommen. Mittwoch: Plötzlich ein Anruf. Das Jugendamt. Donnerstag: Eine Krankenschwester legte uns ein zwei Tage altes Mädchen in den Arm. Freitag: Wir sind zu dritt. Freude, pures Glücksgefühl. Bis heute, für immer. Wir sind Familie.

Das große Glück kann manchmal noch ganz klein sein.

Das große Glück kann manchmal noch ganz klein sein. Foto: privat

Ich habe ein Buch geschrieben. In Eigenregie, ohne kommerzielle Hilfe.

,Der neunte Storch` handelt von unserer persönlichen, wahren Geschichte zu den Themen ,Unerfüllter Kinderwunsch` und ,Adoption`. Schonungslos ehrlich, offen und transparent. Aus Sicht eines Mannes.

Von zwei Verlagen erhielt ich eine Absage, zu spitz sei das Thema, zu klein die Zielgruppe. Falsch gedacht, laut einer Studie des Bundesfamilienministeriums ist fast jedes zehnte Paar zwischen 25-59 Jahren ungewollt kinderlos. Es betrifft so viele Menschen, doch kaum einer spricht davon. Das will ich ein Stück ändern, Betroffenen helfen und Mut machen.

Ich freue mich auf jede Unterstützung! Euer Thorsten“

 


Lieber Thorsten, wir danken dir ganz herzlich, dass du einen Teil eurer Geschichte mit uns geteilt hast! Wir wünschen euch alles Glück der Erde.

Wer neugierig geworden ist und Thorstens ganze berührende Geschichte lesen möchte, der kann das in seinem Buch „Der neunte Storch – Meine Reise vom unerfüllten Kinderwunsch zum großen Glück durch Adoption“ (Affiliate Link) (Thorsten Beyer, tredition, 13,95 Euro).

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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