Trotzphase: Das solltet ihr zu einer Mutter mit randalierendem Kleinkind sagen

Diese Situation kennen wir wahrscheinlich alle: Nach einem langen Arbeitstag hetzen wir noch schnell in den Supermarkt. Wir sammeln schnell ein paar Dinge zusammen, die für das Abendbrot noch fehlen. Bärchenwurst, die bei der Tochter nicht fehlen darf. Und geschnittene Käsewürfel für den Sohn. Leicht genervt und müde vom langen Arbeitstag warte ich dann an der Kasse. Da ereignet sich direkt vor uns ein Drama, das auf jeder Theaterbühne gefeiert würde:

Ein kleines Mädchen, etwa drei Jahre alt, steht an der Hand seiner Mama vor uns in der Schlange. Die Kleine, blonde Locken und große, braune Knopfaugen, zeigt auf einen Schokoladenriegel. „Mama, den möchte ich haben“, sagt sie und schaut flehend ihre Mama an. Die schüttelt den Kopf. „Nein, mein Schatz. Du hast heute schon ein Eis gehabt.“

Die Gesichtszüge des Mädchens verändern sich schlagartig. Es schiebt die Unterlippe vor und stampft mit dem Fuß auf. „Ich will aber“, ruft sie energisch. „Nein, heute nicht“, sagt die Mama und versucht, ihre Tochter an der Hand mit nach vorn zu zur Kasse zu nehmen. Da fängt das Mädchen furchtbar an zu weinen und zu schreien. Sie reißt ein paar Kaugummis aus dem Regal und wirft sie auf den Boden. „Ich will! Ich will!“, brüllt sie und wirft sich schließlich direkt vor der Kasse auf den Boden. Die Mama scheint verzweifelt, versucht, ihre Tochter zum Schweigen zu bringen. Die Umstehenden fangen an zu tuscheln. Und ich? Ich sage nichts.

Hätte ich nur reagiert

Zu Hause angekommen denke ich über die Situation nach. Und ich ärgere mich über mich selbst. Wieso habe ich denn nicht reagiert. Ich bin doch selbst Mutter und weiß, wie es ist, mit einem trotzenden Kleinkind im Supermarkt zu stehen. Ich kenne die Blicke der anderen Einkaufenden. Und auch ihre Kommentare. Ich überlege, was ich hätte sagen sollen. Und mache mir folgende Liste, für das nächste Mal.

1. Kann ich helfen?

Es ist nie falsch, seine Hilfe anzubieten. Gerade in einer Situation, in der bei jeder Mama die Nerven blank liegen. Hier hilft es, zu signalisieren: Du bist nicht allein.

2. Ich verstehe dich.

Ich kann ihr zeigen: Ich bin eine Mutter. Genauso, wie du. Auch ich habe ein Kind zu Hause, das ab und zu mal wütend ist. Das über die Strenge schlägt. Und wir sollten zusammenhalten und uns nicht gegenseitig verurteilen. Wir sind alle Mütter und wir sind alle gut so, wie wir sind.

3. Diese Blume ist für dich. Für starke Nerven.

Eine Kleine Aufmerksamkeit als Aufmunterung nach einer schwierigen Situation. Das hilft sicher jedem.

Und wie reagiert ihr, wenn ihr bei einem fremden Kind einen Trotzanfall mitbekommt? Schreibt uns gern.

Wir freuen uns auf eure Tipps. Denn wir Mütter müssen zusammenhalten.

Sarah Wiedenhoeft

Hamburger Deern, Journalistin, Mutter eines Sohnes. Immer auf der Suche nach besonderen Menschen und dankbar, ihre Geschichten zu erzählen.

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