Scheidung: Wie ihr euren Kindern erklärt, dass ihr euch trennt

Niemand mag darüber nachdenken. Die Kinder waren Wunschkinder, die Traumhochzeit noch gut in Erinnerung, der gemeinsame Freundeskreis ist groß und beide Partner tolle Eltern. Nur leider keine tollen Partner mehr. Streit und gegenseitiges Verletzen werden zur Tagesordnung, die Stimmung ist nur noch selten harmonisch – dann ist der letzte Ausweg häufig die Trennung.

Wie man Eltern bleibt, auch ohne Partnerschaft

Für Kinder kann dann eine Welt zusammenbrechen. Marei Theunert ist Familientherapeutin in der Nähe von Hamburg. Sie betreut in ihrer Praxis auch Paare, die nicht mehr miteinander leben wollen. „Eine Sache sollten die Erwachsenen nie aus dem Blick verlieren: Sie trennen sich als Paar, nicht aber als Eltern. Und das müssen sie auch den Kindern zeigen.“ Sie spricht von zwei Ebenen der Beziehung: Die Mann-Frau-Ebene, auf der es eben nicht mehr klappt, die zu Streit und zur Trennung geführt hat. Und die Mama-Papa-Ebene, der Beziehung beider Erwachsener zu den Kindern.

„Die Kinder bekommen den Streit ja mit, sie spüren die schlechte Stimmung, verstehen es aber nicht unbedingt“, so Theunert. Deshalb ist es wichtig, den Kleinen zu erklären, dass die Großen sich nicht mehr gut verstehen, das aber weder ihre Schuld ist, noch dass sich dadurch etwas am Mama- und Papa-sein verändert.

Große Worte für Paare, die gerade mitten drin sind im Schmerz, in der Zukunftsangst oder der zerstörten Liebe. „Ja, es ist sehr schwer, in dieser Situation auch noch auf die Kinder zu achten. Aber sie können nichts dafür und es ist unfair, sie mit ihren Gefühlen in dieser Situation allein zu lassen“, sagt Theunert. Wer nicht mehr weiter weiß, sollte sich Hilfe von einer neutralen Stelle holen, so die Familien- und Paartherapeutin.

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Wir trennen uns. Wie sagen wir es den Kindern?

Auch, wenn es schwerfällt: Auf dieses Gespräch sollten Eltern sich gemeinsam vorbereiten. „Dann hilft es auch den Großen, sich wieder diese beiden Ebenen klarzumachen. Es geht jetzt nicht um das Paar, sondern nur um Mama und Papa“, rät Theunert. Und das ist es dann auch, was den Kindern gesagt wird: Wir trennen uns als Paar, nicht als Eltern.

Wichtiger Punkt: die Gefühle. Sagen, dass man selbst sehr traurig ist, dass die Entscheidung aber nötig ist. Und deutlich machen, was sich in Zukunft nicht ändert. Und hier sollten sich die Erwachsenen vorher einige Punkte überlegen und sich einig sein.

Der Auszug steht an. Und die Kinder?

Dann ist es so weit, einer zieht aus. Aus Kindersicht wahrscheinlich die schlimmstmögliche Situation. „Bitte an diesem Tag jeden Streit vermeiden. Die Sache sollte so ruhig und harmonisch wie möglich vonstatten gehen“, sagt Theunert. Je nach Alter sollten die Kinder natürlich darauf vorbereitet sein und wissen, was an diesem Tag passiert. Kleinere gehen lieber mit Oma in den Zoo, Größere fahren vielleicht sogar mit in die neue Wohnung und dürfen sich dort schon eine eigene Ecke oder ein eigenes Zimmer einrichten.

Vor dem Abschied sollten bereits das erste Wiedersehen verabredet sein. „Je jünger die Kinder sind, desto kürzer muss der Abstand zwischen den Terminen sein“, sagt Theunert. In den ersten Tagen nach dem Auszug ist am besten erstmal etwas mehr erlaubt als sonst. „Es ist sowieso eine Ausnahme-Situation. Wenn klar bleibt, dass es nur ein paar Tage sind, sollte in dieser Zeit einfach mal mehr erlaubt sein als sonst“, rät die Familientherapeutin.

Der Alltag nach der Trennung. Was hilft den Kindern jetzt?

Auch jetzt gilt: Eltern bleiben Eltern. Sie geben den Kindern die Aufmerksamkeit und Geborgenheit, die sie ihnen auch vor der Trennung gegeben haben. Gut, wenn derjenige, den die Kinder seltener sehen, telefonisch gut erreichbar ist. Die Probleme des Paares, die es auch nach einem Auszug gibt, sollten jedoch nicht über die Kinder ausgetragen werden. Marei Theunert hat in ihrer Praxis schon Mamas erlebt, die ihre ganze Liebe nur noch auf das Kind übertrugen. „Das Kind ist kein Partner-Ersatz. Auch, wenn das plötzliche Leben ohne Partner extrem schmerzhaft sein kann – ein Kind kann so etwas emotional nicht verarbeiten“.

Übrigens: Ein gewisses Maß an Wesensveränderung ist nun ganz normal. Schließlich hat sich das Leben der Familie ziemlich stark verändert. „Beide Eltern sollten das wissen und ihre Kinder gut beoabchten“, rät Theunert. Und gleichzeitig kann Manches verborgen bleiben. Vor allem Mädchen zeigen ihre Unsicherheit oder Ängste oftmals nicht direkt, einige werden einfach nur etwas stiller, andere schlafen schlecht. „Jungen reagieren auf Trennungen oftmals extrovertierter und werden zum Beispiel öfter aggressiv“, sagt Theunert. Wichtig ist nun, so die Therapeutin, dem Kind zu zeigen, dass man seine Gefühle ernst nimmt. Und ihm immer wieder klar machen, dass es keine Schuld an der Trennung hat.

Marei Theunert bietet Einzel-, Paar und Familientherapie an. Sie ist Diplom-Pädagogin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie ist Mutter eines kleinen Sohnes. Unter www.elbfamilienglueck.de ist sie erreichbar.

Julia Jung

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