Trara!! Der coolste Kindergarten der Welt ist in… Hamburg

Wir konnten es auch erst nicht glauben, als wir das gelesen haben.

Doch es stimmt – zumindest wenn es nach der der The New York Times geht, einer der angesehensten Zeitungen der Welt.

And the winner is… die „Kita Piraten-Nest“ am Millerntor, hurra!

Das besondere daran: Die Kita liegt nicht neben, nein, direkt IM Stadion des FC St. Pauli im gleichnamigen Stadtteil.. Schaut mal hier:

Für alle Nicht-Hamburger unter euch: Das Millerntor-Stadion des Hamburger Fußball-Clubs befindet sich unweit des Rotlichtsviertels und der Reeperbahn in einem Bezirk mit relativ vielen hübschen Altbauhäusern.

Das Coolste an der Kita: der Blick vom eigenen Balkon direkt aufs Spielfeld und die 29,546-Sitze Tribüne. Kein Wunder, dass sich an Spieltagen auch die Erwachsenen mit ihren Kindern zwischen acht Monaten und sechs Jahren in der Kita drängen.

Die Kids sind im Fußball-Club nicht nur gewollt, sondern auch geliebt. Sie dürfen den Rasen, die Tunnel und das Dach regelmäßig zum Spielen nutzen.

Wie kommt man überhaupt auf die Idee, eine Kita in ein Fußball-Stadium zu setzen? In die Nähe von grölenden Fans, Bratwurst- und Bier-Ständen?

Das liegt am unkonventionellen und links-liberalen Geist des FC St. Pauli, dessen Fans das Logo mit dem weißen Totenkopf auf schwarzem Grund vergöttern. Im Stadion hängen riesige Banner mit Sprüchen wie „Kein Fußball für Faschisten“ und „Kein Mensch ist illegal“.

„Die soziale Verantwortung für die Menschen, die in St. Pauli wohnen, ist ein sehr wichtiges Thema für den Club,“ sagt Christoph Pieper der The New York Times. Die zwei Kinder des Sprechers des Clubs gehen auch in die Kita der Pestalozzi-Stiftung Hamburg.

Und so wurde die Kindertagesstätte vor acht Jahren geplant, als der Club das Stadion renovierte. Im Südwesten war in einer Ecke noch Platz, und so dachten die Verantwortlichen – hey, warum da keine Kita reinsetzen?

Mit riesigem Erfolg: „Wenn wir Eltern durch die Kita führen, sind immer wieder Fans des Clubs dabei, die sagen ‚Mein Gott, mein Kind muss hier einen Platz bekommen'“ sagt Nina Greve, eine der Kita-Leiter der The New York Times. „Und ich dann eher: ‚OK, lassen Sie uns erstmal über unser Konzept reden und darüber, was wir tun, und nicht nur über den Fußball‘. Das sollte der wichtige Teil sein, richtig? Aber manchmal geht es nur um Fußball“.

Tja, kann man es den Mamas und Papas verdenken? Für alle, die weder in Hamburg wohnen noch St. Pauli-Fans sind, aber vielleicht den TSV 1860 München lieben oder den RB Leipzig: Macht doch mal einen Vorschlag für eine Fußball-Kita.

Dann habt ihr vielleicht auch bald euren eigenen Balkon… ?

 

 

Tamara Müller

Als süddeutsche Frohnatur liebe ich die Wärme, die Berge und Hamburg! Letzteres brachte mich vor fünf Jahren dazu, die Sonne im Herzen zu speichern und den Weg in Richtung kühleren Norden einzuschlagen. Ich liebe die kleinen Dinge im Leben und das Reisen. Und auch wenn ich selbst noch keine Kinder habe, verbringe ich liebend gerne Zeit mit ihnen.

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