Mediziner realisieren Wunsch: Transgender-Frau stillt Baby der Partnerin

Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten… Dank der Mediziner des Mount Sinai Center für Transgender-Medizin und Chirurgie in New York konnte jetzt erstmals eine Transfrau ihren Säugling stillen.

Die Partnerin der 30jährigen war schwanger, stellte aber gleich klar, dass sie das Baby nicht stillen möchte. Ganz im Gegensatz zu der Transgender-Frau. Diese hat sich bisher noch keinerlei geschlechtsumwandelnden Operationen unterzogen, besitzt also einen komplett männlichen Körper. Sie wünschte sich sehr, dass ihr Kind die Möglichkeit habe, Muttermilch zu bekommen.

So sehr, dass sich die junge Frau an das Mount Sinai Center wendete. Medizinerin Dr. Tamar Reisman stellte ihr einen Medikamentenmix aus Hormonen zusammen, der ihrem Körper eine Schwangerschaft simulierte und den Milchfluss anregen sollte. Zusätzlich legte sie sechs Mal am Tag eine Milchpumpe an.

Und tatsächlich: Drei Monate nach Beginn dieser Prozedur und somit zwei Wochen vor der Geburt ihres Babys produzierte die Transfrau täglich rund einen halben Liter Muttermilch!

Sechs Wochen lang produzierte sie genug Milch, um ihr adoptiertes Baby komplett zu stillen – an ihrer flachen Männerbrust. Danach wurde zugefüttert.

Aktuell ist das Kind ein halbes Jahr alt und bekommt immer noch seinen Mix aus Muttermilch und Säuglingsnahrung.

Dr. Tamar Reisman erklärte in „The Sun“, dass dies wohl der „erste formelle Bericht über die induzierte Laktation bei einer Transgender-Frau“ sei. Sie und ihre Kollegen sind begeistert, wie gut dies geklappt habe. Es sei ein „erster Schritt zur Standardisierung der Betreuung von Transgender-Müttern und dem Aufbau glücklicher, gesunder Transgender-Familien.“

Natürlich gibt es aber auch kritische Stimmen. Es besteht die Befürchtung, dass die Medikamente dem Baby schaden könnten. Mögliche Langzeitfolgen sind natürlich noch unbekannt. Spironolacton, das Medikament, das die Patienten weiblicher macht, wird aber über die Muttermilch weitergegeben. Experimente an Ratten zeigten zudem, dass es ein Krebsrisiko erhöhen könne.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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