Todkranke Zehnjährige gibt ihrem besten Freund das „Ja-Wort“

Sagen wir es doch mal so, wie es ist: Das Schicksal ist ein mieser Verräter, und Krebs einfach nur Sch****. Umso herzergreifender ist es, wenn es Beteiligten gelingt, dem Schrecklichen ein paar wunderbare Momente prallen Lebens abzuringen.  So war es bei der zehnjährigen Emma Edwards aus North Carolina, für die sich zwölf Tage vor ihrem viel zu frühen Tod am 11. Juli der größte Herzenswunsch erfüllte: die Hochzeit mit ihrem Grundschulfreund Daniel Williams.

Ein wunderschöner Moment, trotz allem

„Die meisten Kinder träumen von Disneyland, aber Emma wollte heiraten. Sie wollte eine Ehefrau sein und drei Kinder haben“, berichtet Mama Alina. Und Daniel wollte seine liebste Freundin sogar schon mit acht Jahren heiraten. Nein, „legal“ war die Trauung nicht, aber dafür eine echte Herzensangelegenheit.

Erst kaum zwei Wochen zuvor hatte die Familie erfahren, dass Emma nur noch kurze Zeit zu leben hätte. Bis dahin hatte die Familie nie die Hoffnung aufgegeben,  seit sie im April 2022 erfuhr, dass die Kleine unter lymphoblastischer Leukämie litt.  „Wir hatten gerade eine neue Therapie begonnen, als wir erfuhren, dass sie sterben würde. Es war wie ein Schlag in die Magenkuhle, man rechnet einfach nicht damit, so etwas jemals zu hören“, so Alina.

Die Eltern beschlossen, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um ihrem Kind den letzten Wunsch zu erfüllen. Und so geleitete Aaron Edward seine Tochter bald darauf zum provisorischen Altar im Garten der Großmutter. Man mag sich kaum vorstellen, wie es ihn zerrissen haben muss, zu wissen, dass dies eines der letzten Male sein würde, dass seine Tochter an seiner Seite war. Gehen konnte Emma nicht mehr, da der Krebs ihren Beinknochen zu stark zugesetzt hatte. Deshalb schob er sie im Rollstuhl. Eine Grundschullehrerin des jungen Paars hielt eine bewegende Rede, in der sie erzählte, wie die beiden sich in ihrer Klasse kennengelernt hatten.

Alle sind noch einmal zusammengekommen

Schmerzen, Therapien, Ängste: Wer an Krebs erkrankt, verbringt meist viel Zeit im Krankenhaus oder zurückgezogen zu Hause. Mit am Schönsten war es für Emma deshalb, noch einmal alle Menschen zu sehen, die sie liebte und von denen sie geliebt wurde. Rund 100 Gäste waren dabei, als sie Daniel das „Ja-Wort“ gab – Familie, Freunde, Ärzte, Lehrer, Krankenschwestern. „Sie war der soziale Schmetterling in unserer Familie. Es war so hart für sie, die anderen so lange nicht zu sehen“ sagt Alina. „Und Daniel ist die liebenswerteste Seele, der man begegnen kann. Er liebte sie wirklich.“

Jana Stieler

Ich lebe mit Mann und Sohn im Süden Hamburgs – am Rande der Harburger „Berge“ (Süddeutsche mal kurz weghören: Der höchste Punkt misst immerhin sagenhafte 155 Meter ü. M.). Wenn ich nicht gerade einen Text verfasse, liebe ich Outdoor-Abenteuer mit meiner Familie, lange Buch-Badewannen-Sessions mit mir allein und abendliches Serien-Binge-Watching.

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