Eltern, kommt kuscheln! So wirkt sich Liebe auf das Gehirn eures Kindes aus

Früher mochte ich den Winter überhaupt nicht. Ich konnte es immer kaum erwarten, dass die Tage wieder länger werden und das Wetter freundlicher. Seit ich meine Tochter habe, ist das anders. Durch ihre Augen sehe ich wieder die schönen Seiten dieser Jahreszeit, wie ich sie selbst als Kind erlebt habe.

Schlechtes Wetter und dunkle Tage spielen seitdem nur noch eine Nebenrolle und können meiner Stimmung kaum etwas anhaben. Wir gehen auch an grauen und frostigen Tagen raus auf gemeinsame Entdeckungstour. Und auch drinnen vergeht die Zeit wie im Fluge, wenn wir zusammen Karten- oder Brettspiele spielen, etwas basteln oder backen.

Unsere Lieblingsbeschäftigungen haben uns diesen Winter schon oft zusammen gebracht und uns gemütliche, fröhliche Stunden beschert. Das tut nicht nur meiner Mutterseele gut, auch für meine Tochter ist diese gemeinsame Zeit kostbarer, als ich gedacht hätte.

Eine Studie hat nämlich gezeigt, dass die Fürsorge und Liebe, die ein Kind von den Eltern erfährt, unmittelbaren Einfluss auf die Entwicklung des kindlichen Gehirns hat, genauer gesagt auf den sogenannten Hippocampus. Das ist ein Teil des Gehirns, der bedeutend für das Erinnerungsvermögen und die Verarbeitung von Stress ist.

Nachdem in empirischen Studien bereits gezeigt wurde, dass etwa die sogenannte Känguru Methode bei Frühchen einen positiven Effekt auf deren Entwicklung hat, stellt die oben erwähnte Untersuchung nun eine messbare Auswirkung der elterlichen Zuwendung zum Kind auf dessen Gehirn fest: Kinder, die liebevolle Fürsorge erfahren, haben der Studie zufolge einen bis zu 10 Prozent größeren Hippocampus als Kinder, die ohne Zuwendung durch eine Bezugsperson aufwachsen.

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Familienzeit macht glücklich und stark für die Zukunft. Foto: Bigstock

Dieses Ergebnis ist dem Forschungsbericht zufolge besonders interessant, weil frühere Studien einen Zusammenhang zwischen der Größe des Hippocampus und dem Auftreten schwerer Depressionen bei Erwachsenen festgestellt haben sollen. Dies wird darauf zurückgeführt, dass Menschen mit kleinem Hippocampus anfälliger für psychosozialen Stress sind, welcher wiederum das Risiko für eine depressive Erkrankung erhöhen soll.

Das alles zeigt, dass wir auch im Interesse einer gesunden Gehirnentwicklung niemals zu viel Zeit mit unseren kleinen Lieblingsmenschen verbringen können. Vielmehr sollten wir Eltern unseren Kindern so oft es geht Aufmerksamkeit und Zuwendung schenken. Sie fordern sie offenbar nicht umsonst so lautstark ein.

Unsere Elternliebe ist für unsere Kinder mindestens genauso wichtig, wie die warme Mahlzeit, die ihre Bäuchlein füllt oder das kuschlige Bettchen, in dem sie abends friedlich einschlafen können. Sie ist sozusagen die seelische Nahrung, die unsere Kinder zu starken Persönlichkeiten macht und die durch keine frühkindliche Förderung, keine Medaille und kein Zeugnis ersetzt werden kann.

Auch wenn unsere Kleinen also vielleicht einen Sport-, Musik- oder Sprachkurs weniger besuchen, um einfach mehr Familienzeit zu haben: Dieser „Verzicht“ lohnt sich, denn er macht Raum für bewusste Momente der Zuwendung zwischen Eltern und Kind. Und schließlich ist es das dabei vermittelte Wissen, geliebt und akzeptiert zu werden, wertvoll zu sein und Probleme meistern zu können, das uns antreibt und uns im Innersten für die Herausforderungen des Erwachsenenlebens stärkt.

Genau das ist mit dieser Studie nun offiziell bewiesen, denn sie zeigt: Zuwendung sorgt für eine gesunde Entwicklung des Hippocampus im Kindesalter, welcher dadurch später für eine optimale Stressverarbeitung sorgen kann.

Natürlich kann die Zuwendung im hektischen Alltag nicht immer aus stundenlangen Bastelsessions oder Spieleinheiten bestehen. Doch auch die kleinen, kurzen Momente im Alltag, die unserem Kind das Gefühl geben, gehört, gesehen und ernst genommen zu werden, sind wichtig und wirkungsvoll. 

Wenn wir etwa das Handy weglegen und uns unserem Kind ganz zuwenden, um eine scheinbar unwichtige Kinderfrage zu beantworten.

Wenn wir uns ganz ernsthaft dafür interessieren, wie sein Tag war.

Wenn wir es einfach mal so in den Arm nehmen und ihm sagen, wie sehr wir es lieben.

Wenn wir es einladen, bei Alltagstätigkeiten mitzuhelfen und ihm so zeigen, dass es ein wichtiges Mitglied der Familie ist.

Und nicht zuletzt, indem wir unserem Kind zeigen, dass wir ihm vertrauen, ihm Dinge zutrauen und es (altersgerechte) Herausforderungen auf eigene Faust meistern lassen.

Das Schöne: Dieses Schenken von Aufmerksamkeit ist keine Einbahnstraße. Im Gegenteil, die Liebe kommt hundertfach zurück! Ich bin mir jedenfalls sicher, dass mein Mutterherz dadurch in den letzten Monaten wieder ein ganzes Stück gewachsen ist – auch wenn es dazu keine offizielle Studie gibt.

Anna Moniz

Vor zwei Jahren hat es mich mit meinem Mann und unserer Tochter vom hohen Norden nach Niederbayern verschlagen. Hier arbeite ich als Autorin für Echte Mamas sowie als freie Texterin und PR-Beraterin. Die Turbulenzen des echten Mamalebens halten mich dabei täglich auf Trab und machen mich gleichzeitig zum glücklichsten Menschen aller Zeiten.

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