Sollen Impfverweigerer ihre Behandlung im Falle von Covid selbst zahlen?

Corona hat unser Jahr auf den Kopf gestellt – und erhitzt nach wie vor die Gemüter. Und spätestens jetzt, wo ihr Start anscheinend nicht mehr lange hin ist, ist die Impfung gegen Covid ein besonders großes Thema.

Kein Wunder, denn in der Regel wird ein Impfstoff nicht so schnell entwickelt und auf den Markt gebracht.

Offizielle Stellen geben an, dass „neue Technologien, Vorerfahrung mit Impfstoffprojekten gegen verwandte Viren und eine intensive Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Behörden“ es ermöglicht haben, dass der Impfstoff so schnell wie nie zuvor entwickelt worden konnte. Außerdem wurde deutlich mehr Geld als sonst zur Verfügung gestellt und so können die zuständigen Institute und Behörden mit mehr Personaleinsatz arbeiten.

Aber, betonen die Experten, die Sicherheit steht immer vor dem schnellen Zeitpunkt der Verfügbarkeit:

„Der Impfstoff muss sicher, wirksam und gut erprobt sein.“

Trotzdem: Mal ganz davon abgesehen, dass Impfungen sowieso immer ein großes Thema sind: Nicht nur Verschwörungstheoretiker zweifeln in diesem Fall an der Sicherheit, der Notwendigkeit und/oder der Wirksamkeit dieses Serums. Die andere Seite ist der Meinung, dass nur die Impfung der Pandemie auf längere Sicht Herr werden könnte.

Hier kollidieren also die Meinungen enorm. Und daher wird schon länger überlegt, wie man in dieser Sache vorgeht. Eine Impfpflicht ist rechtlich kompliziert, Immunitätsausweise, die geimpften Menschen mehr Rechte einräumen, vielleicht noch heikler – genau wie Strafgelder.

Und deswegen kommt in diesen Diskussionen jetzt eine neue Idee auf, wie z. B. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, im Handelsblatt schreibt: „Zu prüfen wäre daher, ob Impfverweigerer (ohne medizinische Indikation) wegen der aus ihrem Verhalten resultierenden externen Effekte dadurch sanktioniert werden können, dass bei ihnen kein Versicherungsschutz im Falle einer Covid-19-Erkrankung besteht.“

Kurz gesagt: Es gibt die Idee, dass Menschen, die sich nicht gegen Corona impfen lassen, ihren Versicherungsschutz im Falle einer Covid-19-Erkrankung verlieren.

Sprich: Alle Arztbesuche, Medikamente, Behandlungen, Krankenhausaufenthalte… müssten selbst bezahlt werden.

Hüther schreibt, dass die Betreffenden das Risiko der Erkrankung offenkundig als gering einschätzen. Wäre so ein Deal für Gegner der Corona-Impfung also kein Problem?

„Damit würden die Impfgegner nicht aus dem Gesundheitsschutz herausgenommen, sondern nur aus dessen solidarischer Finanzierung.“ Er gibt zu bedenken, dass man sich mit so einer Regelung teilweise vom üblichen Solidarprinzip der Krankenkassen abwende. „Die aktuelle Debatte macht deutlich, wie sehr uns die Pandemie in ethische Dilemmata führt.“

Was sagt ihr denn dazu? Wäre dies eine legitime Möglichkeit, um mehr Menschen zur Impfung zu bewegen – und sie Impf-Unwilligen zu „ersparen“, wenn sie sowieso nicht an die Gefährlichkeit von Covid-19 glauben? Oder ist die Idee moralisch nicht vertretbar?

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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