Reibeisenhaut an den Oberarmen: Tipps für dein Kind!

Reibeisenhaut an den Oberarmen ist bei Kindern ein sehr verbreitetes Thema. Auch wenn sie etwas unangenehm ist, so ist sie mit den richtigen Mitteln gar nicht so schwer zu behandeln. Mit diesen Tipps kannst du deinem Kind helfen.

Was ist Reibeisenhaut und was ist die Ursache?

Kleine unschöne und raue Rötungen am Oberarm, im Volksmund Reibeisenhaut genannt, ist die Folge einer Keratosis pilaris. Sie ist eine nicht ansteckende oder schmerzhafte ungefährliche Hautkrankheit, von der bis zu 40 Prozent aller Kinder betroffenen sind – keine Seltenheit also! Hauptsächlich ist sie ästhetisch ein Problem, die die Lebensqualität einschränken kann. Die Rötungen auf der Haut werden durch eine Verhornungsstörung der Haarfollikel versucht. Damit ist die Struktur um die Haarwurzel gemeint. Durch eine Überproduktion des Eiweißes Keratin, welches ein Hauptbestandteil der äußeren Hautschicht ist, verstopfen die Haarfollikel und die Hautschicht verdickt sich. Da in den Arminnenseiten kaum Haare wachsen, beschränkt sich der Ausschlag auf die Außenseiten. Eben diese Verhornung ist für die raue schuppige Haut verantwortlich, die sich wie Reibeisen anfühlt. Daher kommt auch der Name.

Auch wenn die Ursache für Reibeisenhaut bislang noch nicht bekannt ist, weiß man aber, dass sie familiär gehäuft auftritt, folglich also genetisch bedingt ist.

Im Kleinkindalter treten die Symptome dann meist plötzlich an den Außenseiten der Arme auf. Das Kind wird davon zwar nicht beeinträchtigt, dennoch bleibt der Ausschlag gleich oder wird mehr.

Am häufigsten tritt die Keratosis pilaris an den Oberarmen auf, aber auch Wangen, Kopfhaut, Oberschenkel, Hals oder der Popo können betroffen sein. Hat dein Kind grundsätzlich schon trockene Haut, kann das eine Reibeisenhaut begünstigen. Daher können gleichzeitig auch Erkrankungen wie Neurodermitis auftreten. Hier findet ihr ein Video, das Neurodermitis ganz einfach Kindern erklärt.

Da vermutet wird, dass auch hormonelle Einflüsse eine Rolle spielen, tritt die Hautkrankheit auch häufig in der Pubertät auf – vor allem bei Mädchen. Gerade für sie sind die unschönen Stellen an den Oberarmen ein ästhetisches Problem. Ihr Wohlbefinden, in dem sich ohnehin schon verändernden Körper, kann sehr darunter leiden. Zum Glück kann man die Hautkrankheit aber gut behandeln.

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So kannst du deinem Kind helfen – die wichtigsten Tipps:

Um die Reibeisenhaut an den Oberarmen bei deinem Kind zu behandeln, steht in erste Linie eine gute Pflege im Vordergrund. Das heißt, die Haut sollte mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt werden.

1. Verwende keine seifenhaltige Duschgels!

Seife reinigt zwar sehr gut, für die trockene Haut ist sie aber eine Belastung. Die Partikel in der Seife trocknen die Haut nämlich noch mehr aus, was dazu führt, dass der Ausschlag entweder gleich bleibt oder sogar mehr wird. Benutze lieber ein seifenfreies Reinigungsgel (Syndets), welches es inzwischen in vielen Drogerien zu kaufen gibt. Man muss also nicht unbedingt zur Apotheke gehen.

Feuchtigkeitspendende Cremes & Öle pflegen die Haut optimal! Achte beim Kauf darauf, dass keine Duft- und Farbstoffe enthalten sind. Am besten eignen sich Cremes, die zusätzlich die oberste Hautschicht abtragen. Zum Beispiel welche mit dem Inhaltsstoff mit Urea (Harnstoff). Wenn dein Kind jünger als drei Jahre alt ist, schaue erstmal wie es die Creme verträgt, da sie etwas brennen kann. Verwende wenn dann nur eine mit einer geringen Konzentration (3 Prozent) Harnstoff und steigere dich dann langsam. Trage die Cremes und rückfettende Lotionen gern häufiger als zweimal am Tag auf den betroffenen Hautstellen auf. Dann sollte nichts mehr schief gehen.

2. Benutze Milchsäurepräparat

Milchsäure ist ein wahres Wundermittel für die Haut, denn sie wirkt keratolytisch. Das heißt, sie löst Verhornungen.
Bei Reibeisenhaut gerät der pH-Wert der Haut is Ungleichgewicht, Milchsäure kann hier also sehr wirksam sein. Zusätzlich spendet sie viel Feuchtigkeit und hat dabei einen leicht schälenden Effekt, die oberste Hautschicht wird leicht abgetragen.
Auch ist sie im Vergleich zu anderen Säuren viel milder und dringt daher nicht so tief in die Haut ein. Sie hat daher einen schonenderen Effekt und ist deshalb gut geeignet, wenn dein Kind generell eine empfindliche Haut hat.

3. Peelen, peelen, peelen!

Reibeisenhaut ist ja eine Verhornung der Haarfolikel, daher eignen sich neutrale Peelings gut, um die verstopften Hautporen zu lösen. Besonders gut geeignet ist dafür ein Meersalzpeeling oder Peelings Fruchtsäure. Die bekommst du in jedem Drogeriemarkt.
Extra-Tipp: Ein Peeling mit Meersalz kann man aber auch ganz leicht selber machen, indem man grobes Meersalz mit einem Badeöl zusammen mischt. Dann nur noch beim duschen oder waschen einreiben.
Besonders effektiv erweist sich auch Salicylsäre. Sie kann die Verbindung zwischen den Hautzellen lockern. Dadurch können Hautschuppen und raue Haut leichter abgetragen werden. Zusätzlich wird die Neubildung der Hautschicht darunter angeregt.

4. Die richtige Kleidung

Aus welchem Material die Kleidung des Kindes besteht kann auch Einfluss auf die Entwicklung der Reibeisenhaut haben. Wolle und synthetische Materialien strapazieren die gereizte Haut noch mehr und können das Ungleichgewicht der Haut fördern, da sie die natürliche Atmung der Haut einschränken. Das ist auch der Grund, warum im Sommer der Ausschlag meist geringer ist. Achte daher darauf, dass dein Kind im Herbst und Winter nur Baumwolle direkt am Körper oder an den Armen trägt.

5. Vermeide starke Temperaturschwankungen!

Wie bei einer Erkältung ist Heizungsluft im Kontrast zu trockener kalter Luft nicht gut für die Keratosis pilaris und reizt die Haut noch mehr. Versuch daher die Luftfeuchtigkeit im Raum höher zu halten. Das gleiche gilt für duschen und baden. Auch hier sollte die Wassertemperatur nicht zu hoch sein im Vergleich zur Außentemperatur.

6. Lokale Behandlung

Leidet dein Kind unter einem sehr ausgeprägten Fall von Keratosis pilaris, kann man ab einem fortgeschrittenen Alter auch über eine lokale Behandlung mit Isotretinoin nachdenken. Hierüber solltest du aber vorher unbedingt mit einem Hautarzt sprechen. Da es sich bei der Hautkrankheit aber um keine gefährliche handelt, würde ich solche Eingriffe nicht unbedingt empfehlen.

Reibeisenhaut kann zwar nicht komplett geheilt werden, die Symptome und unschönen Rötungen mit der richtigen Pflege aber optisch stark reduziert werden. Mit zunehmenden Alter können sich die Symptome aber auch von selbst verbessern.

Also an alle Mamas: Macht euch keine Sorgen – ihr bekommt die Reibeisenhaut eures Kindes in den Griff!

Antonia

Gebürtige Hamburgerin aus einer niederländischen Großfamilie, in der es von Kindern nur so wuselt. Seit ich denken kann, habe ich auf Baby’s aufgepasst und daher einiges über sie und über das Leben mit ihnen lernen können. Seit Sommer 2019 arbeite ich als Freelancer bei „Echte Mamas“ und bin stolz, ein Teil des Unternehmens sein zu dürfen!

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