Kuschel-Einheit: Warum die Polizei für dieses Frühchen anrückte

Dieses Frühchen verursachte einen eher ungewöhnlichen Polizei-Einsatz. 

Doch erzählen wir die Geschichte von Anfang an: Axel Winch aus Colorado/ USA erblickte viel zu früh das Licht der Welt. Er wurde in der 29. Schwangerschaftswoche geboren – und musste von Anfang an um sein Leben kämpfen. Mehrfach erlitt er einen Herzstillstand, die Ärzte belebten ihn wieder. Die weiteren Aussichten? Ungewiss.

„Die Ärzte ließen uns wissen, dass er alle möglichen genetischen und physischen  Probleme hätte. Wahrscheinlich wird er sein Leben lang gesundheitliche Beschwerden haben,“ sagte Vater Adam Winch zu 9news. Im Children´s Hospital in Colorado wurde Axel mehrfach operiert und musste täglich viele Untersuchungen und Behandlungen über sich ergehen lassen.

Von Anfang an brauchte er daher vor allem eins: Eine Menge Liebe und viele, viele Kuscheleinheiten, am besten rund um die Uhr. Doch irgendwann mussten seine Eltern wieder arbeiten gehen. Seine Mama Melissa ist Polizistin, sein Vater selbstständig. So konnten sie nicht mehr ununterbrochen bei ihm sein, wie sie es gerne wollten.


Adam und Melissa Winch beim Kuscheln mit Axel.

Doch nicht nur die Eltern, sondern auch der Kleine vermisste die gemeinsamen Stunden. Diverse Studien zeigen, wie wichtig Kuscheln und Hautkontakt für die Entwicklung von Frühchen sind. Die Eltern waren untröstlich. Mama Melissa: „Als wir das erste Mal nach Hause fuhren, weinte ich den ganzen Weg. Es war furchtbar!“

Doch der kleine Kämpfer hatte Schutzengel – und zwar gleich eine ganze Einheit! Polizist Mike Pitrusu hörte von dem Fall und beschloss zu helfen. Er fragte bei Kolleginnen und Kollegen herum, ob jemand Lust und Zeit hätte, ab und zu zu Axel ins Krankenhaus zu fahren.

Die Resonanz war umwerfend: Er bildete mit fast 20 Beamten die „Cuddle Watch“ – Kuschel-Wache – wie sie liebevoll genannt wurden. Die Polizisten kümmerten sich um das Baby, wenn die Eltern arbeiten mussten. Und so spürte Axel stets die wichtige Nähe, die das Krankenhauspersonal trotz liebevoller Bemühungen nicht bieten konnte.

Officer Pitrusu: „Ich denke, es war eine Win-Win-Situation.“ Axel wurde gekuschelt, die Beamten konnten während dieser Zeit etwas entspannen.

Seit kurzem ist Axel zu Hause bei seinen Eltern. Und die Cuddle Watch? Die möchte ihre Spezialeinheit bestehen lassen und so künftig anderen Frühchen helfen.

Eine wunderschöne Geschichte, die zeigt, was Nächstenliebe ist.

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer dreijährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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