Ohrringe mit 8 Monaten: Mama wird Kindesmisshandlung vorgeworfen

Vor kurzem haben wir darüber geschrieben, dass es sowohl in England als auch in Deutschland Petitionen gibt, die Ohrlöcher bei kleinen Kindern verbieten lassen sollen. Die Begründung, hier der englischen Initiatoren: „Es ist eine Form des Kindesmissbrauchs. Schmerz und Angst werden den Kindern unnötigerweise zugemutet. Es dient keinerlei Nutzen, als die Eitelkeit der Eltern zu bedienen. “

Dass viele Menschen diese Ansicht teilen, hat jetzt eine Mama aus dem englischen Leeds zu spüren bekommen. Und zwar in Form eines heftigen Shitstorms auf Facebook.

 

Mummy’s best friend💗

Gepostet von Levi Jade Connell am Sonntag, 13. September 2020

 

Mama Levi hatte ihrer Tochter Willow Ohrlöcher schießen lassen, als diese acht Monate alt war.

„Es erspart mir einfach Ärger, dass sie jetzt noch so klein ist. Denn wenn sie mal älter ist, könnte sie sagen, dass sie welche will, und dann wieder beschließen, dass sie sie doch nicht will – jetzt, wo das erledigt ist, wird sie sie für immer haben“ erklärt die 24-jährige Levi in der britischen Zeitung The Mirror.

Das Ganze sei kein großer Akt gewesen: „Es wurde mit der Piercing-Pistole gemacht. Sie zeichneten Punkte auf ihre Ohren, nahmen ein paar Änderungen vor, machten ein Ohrloch, dann wurde Willow ein wenig sauer. Aber sie beruhigten sie, und machten dann das andere Loch.“

Eigentlich wollte Levi die Mission Ohrlöcher schon längst abgehakt haben.

Denn bereits, als Willow vier Monate alt war, ging sie mit ihr ins Piercingstudio. Die Mitarbeiter stimmten sie aber nochmal um. Vier Monate später kam sie wieder.

 

Gepostet von Nath Wright am Freitag, 11. September 2020

Als Levi nun Fotos ihrer Tochter auf ihrem Facebook-Profil veröffentlichte, sah man darauf natürlich auch die Ohrringe. Und dann ging es los, eine Menge Menschen beschimpfte Levi aufs Übelste: In Kommentaren heißt es, sie sei „ekelhaft“, Willow sei „viel zu jung“ für Ohrlöcher und Levis Entscheidung sei „Kindesmisshandlung“.

Levi aber steht zu ihrer Entscheidung.

Obwohl sogar Papa Nath nicht so ganz begeistert von Levis Idee war. Und auch ihre eigene Mutter riet ihr ab. Dass ihre Ratschläge nicht fruchten würde, hätte sie sich allerdings denken können: Sie selbst hatte Levi Ohrlöcher verpasst, als diese 10 Monate alt war.

Levi fühlt sich zu Unrecht angegangen: „Ich glaube nicht, dass jemand überhaupt eine Meinung zu so etwas haben sollte! „ Anderen Mamas möchte sie mitgeben: „Trefft eure eigene Wahl – es sind eure Babies und ihr habt sie auf die Welt gebracht. Ihr könnt entscheiden, was das Beste für sie ist.“

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meinem Freund und unserer fünfjährigen Tochter in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Ich mag leckeres Essen, laute Rockmusik und ab und zu sogar ein bisschen Sport.

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Kommentare

  1. Ich glaube ich lese nicht richtig. Über Ohrlöcher bei Kindern regen sie sich auf aber Genitalverstümmelungen, irreführend zur Verharmlosung Beschneidungen genannt, was nichts anderes als sexueller Kindesmissbrauch ist, ist bei Kindern, vor allem Jungen, oft auch Neugeborenen viel häufiger, ohne dass dass jemand dagegen aufsteht!

    Wer gegen Schmerz und Angst durch Ohrlöcher ist, wodurch kein dauerhafter Schaden entsteht, sollte erstmal gegen Genitalverstümmelungen aufstehen, was die Sexualität dauerhaft negativ beeinträchtigt.

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