Ohrringe bei Babys: Bald als „Kindesmisshandlung“ verboten?

„Früher haben wir das aber so gemacht!“ Jau, Tick-Tack-Omi, ich weiß. Aber – ich möchte das eben nicht!

Die wirklich wahnsinnig liebe Uroma meiner Tochter hat einen ganz schönen Sturkopf – und ganz genaue Vorstellungen, wie das mit den Kindern so geht alles. Seeeeufz. Und so war sie auch regelrecht erschüttert, dass wir den ersten Geburtstag unserer Tochter nicht riesig gefeiert haben.

Und außerdem bekommen Mädchen „doch zum ersten Geburtstag ihre ersten Ohrlöcher gestochen!“

Öhm, nein? Ich bin gar kein Freund davon, kleinen Kindern Ohrringe zu verpassen. Ich weiß, dass sehen viele ganz anders, und in anderen Ländern ist es Gang und Gäbe, die kleinen Öhrchen zu verschönern.

Aber bekommen Babys nicht einen riesigen Schrecken, wenn ihnen in die Ohren gestochen/„geschossen“ wird? Es tut weh! Das kann sich doch auch alles entzünden. Und sie können beim Spielen daran hängenbleiben. Und – wer will denn überhaupt wissen, dass das Kind einmal Ohrlöcher haben will?

In England gibt es jetzt eine Petition, die Ohrlöcher bei Babys verbieten lassen will. Die Initiatoren dazu: „Es ist eine Form des Kindesmissbrauchs. Schmerz und Angst werden den Kindern unnötigerweise zugemutet. Es dient keinerlei Nutzen, als die Eitelkeit der Eltern zu bedienen. “

Und wie sieht es bei uns aus?

In Deutschland gibt es aktuell keine gesetzliche Altersgrenze für Piercings oder Tattoos, wie Wunderweib berichtet. Der Geschäftsführer des Verbandes für Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte (BVJ) dazu: „Wir können den Erziehungsberechtigten ihre Verantwortung nicht abnehmen.“

Allerdings sprechen sich viele Ärzte gegen das Ohrlochstechen aus, weil es keinerlei medizinischen (und ehrlich gesagt doch auch keinen anderen) Nutzen für die Kinder hat – sondern eher Risiken birgt. Wenn Eltern ihren Babys Ohrlöcher stechen lassen wollen, müssen sie laut Wunderweib oft lange einen Juwelier suchen, der das übernimmt. Viele Geschäfte lehnen diesen Vorgang nämlich ab und haben ein Mindestalter für ihre Kunden festgelegt.

Wie wird das denn eigentlich gemacht?

Es gibt zwei Methoden, Ohrlöcher zu erzeugen. Oft werden die Ohrläppchen mit einer speziellen Pistole durchgeschossen, das geht ganz schnell. Laut Experten birgt das Gerät aber eine gewisse Infektionsgefahr und das Gewebe kann verletzt werden. Wird das Ohrloch „händisch“ und eher langsam mit einer Nadel gesetzt (gepierct), kann das bei Babys mächtig in die Hose gehen, weil sie nach dem ersten Loch schon Panik bekommen und das zweite so zur echten Qual werden kann.

Und auch in Deutschland gibt es eine Petition, die das Stechen von Ohrlöchern verbieten will.

Bei Interesse findest du sie hier. Die Initiatorin über ihre Petition: „Es soll verboten werden, dass Eltern/Großeltern und/oder Erziehungsberechtigte die (…) Erlaubnis haben, ihren Kindern die Ohrlöcher durchstechen oder durchschießen zu lassen. Denn es ist ein Eingriff in einen anderen Körper und damit eine Art Körperverletzung! Babies und (…) Kleinkinder haben nicht die Chance, dagegen anzugehen!“

Mal sehen, ob diese Petition wirklich zu einem Verbot führt oder ob es weiterhin in den Händen der Eltern liegt, ob ihre Kinder in jüngsten Jahren Ohrringe bekommen oder nicht. Verbote sind ja immer so eine Sache, finde ich…

Was sagt ihr denn dazu? Haben eure Mäuse Ohrlöcher oder findet ihr das nicht gut? Und meint ihr, ein Verbot ist wirklich nötig oder in Ordnung?

Laura Dieckmann

Als waschechte Hamburgerin lebe ich mit meiner Familie in der schönsten Stadt der Welt – Umzug ausgeschlossen! Bevor das Schicksal mich zu Echte Mamas gebracht hat, habe ich in verschiedenen Zeitschriften-Verlagen gearbeitet. Seit 2015 bin ich Mama einer wundervollen Tochter.

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